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mit seinen mitterweile allein ausgeführten
Vermessungen zurückkehrte und mit seinen
Arbeiten alle Erwartungen weit übertraf.
In dem Zeitraume vom 31. Mai bis
8. November hatte H. die Gegend von
Botzen bis Latsch im Vintschgau, die
Thaler Schnals und Ulter. den Nons
und Sulzberg, einen Theil des Thales
Rabi, das Thal Pei und den größten
Theil von Iudicarien bis hinab an Val
di Bon und Roncon allein aufgenommen
und seine Arbeit wurde so gut befunden,
daß er von der Landesstelle den Auftrag
erhielt, an Anich's Stelle und unter
Weinhart 's Leitung die bereits begon-
nene Vermessung des Landes und die
Karte zu vollenden. H. unterzog sich
diesem Auftrage. Aber er hatte mit
mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen,
darunter die größten jene waren, welche
ihm die Unwissenheit der Landbewohner
entgegenstellte, wobei sogar sein Leben
gefährdet ward. Nichtsdestoweniger setzte
H. seine Vermessung fort und hatte bis
Ende 1767 die Strecke von Val di Rum.
den übrigen Theil von Val di Rabi, den
Bezirk von Salurn hinab an der Gtsch
bis Brentino und die Gegend um den
Gardasee aufgenommen; die Grafschaft
Lodron aber ausgelassen, weil dort die
Bauern ihn zu ermorden drohten, indem
sie Hueber für den Mann hielten, der
ihre Felder der Steuern wegen vermesse.
Im Jahre 1768 arbeitete H. an einer
Grenzberichtigung, welche Oesterreich als
Besitzer Tirols mit dem Bischof von
Freysing vornehmen ließ. I m Jahre
1769 setzte H. die Vermessung des süd-
lichen Tirol sort und hatte am 25l. Juli
1769 die Vermessung des Landes geendet.
So war denn die Karte von Tirol, nicht,
wie öfter angegeben wird, durch gemein»
schaftliche Arbeit Anich's und Hue-
b e r's zu Stande gebracht; beide haben! eigentlich nie zusammen gearbeitet. Die
eine Hälfte: Tirol gegen Norden, hat ganz
Peter Llnich, die andere: Tirol gegen
Süden, hat nur zum kleineren Theile
An ich und zum größeren H ueber voll«
endet; so daß Hueber etwa den dritten
Theil der ganzen Karte zu Stande gebracht
hat. Ueberdieß hat H. die Arbeit Anich's
einer neuen Revision unterzogen und
manche Unrichtigkeiten, die sich einge«
schlichen hatten, beseitigt. I n den Jahren
1769 und 1770 wurde H. nach Finster«
münz und an die Grenzen von Engadin
beordert, um daselbst die Grenzlinien zu
berichtigen, im Jahre 1772 begab er sich
zu gleichen Zwecken in das Pusterthal,
in das Cadoberthal, in das Thal Buchen«
stein, dann in das Ziller« und Unter«
innthal. Mittlerweile wurde die Karte
in 20 Blattern von I . E. Mansfeld
in Kupfer gestochen und erschien im Jahre
1774 unter dem Titel:
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ourants I^n,.
Kart I>i-ol. Nabk. in univsr8ita.to
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. Vionn^s 1774. Auch fügte H.
noch ein 21. Blatt bei, welches eine
Uebersicht der ganzen Karte und eine
Art Register der 20 Blätter bildet, und
wurde dieses mit dem Titel: ^ ^ ^ ?^?-o-
Fsnsx'H" gestochen. Eine bereits im Jahre
177 l begonnene Aufnahme des Landes
Vorarlberg und der damit verbundenen
österreichischen Reichsherrschaften Hohen«
embs, Lustenau u. f. w. vollendete H.
im October 1774, und hatte in seine
Karte noch das ganze Rheinthal in der
Schweiz und mehrere andere angrenzende
fremde Gebietstheile aufgenommen. Bei
dieser Arbeit unterstützte ihn der von
ihm selbst gewählte Bauerssohn Anton
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon