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Hübner 400 Zügel
Anstalt unter ihm sehr erfreuliche Fortschritte
machte. Er begründete an derselben, und
zum Theile aus eigenen Mitteln, eine kleine
Bibliothek. An der seit <8l7 in Prag heraus>
gegebenen Quartalschrift: „Der Schulfreund
Böhmens" arbeitete er fleißig mit und seine
pädagogischen Aufsätze, namentlich srin „Ent,
wurf eines Sprcichlchrvortrages", sein „Plan
über die Anwendung der sokratischen Lehr«
methode auf den mathematischen Unterricht",
„Ueber den zweckmäßigen Unterricht der Gec»
graphie in Volksschulen", „Ueber das Unter«
scheidende der zweckmäßigen Nildung der
Knaben und Mädchen im Allgemeinen" u.m. a.,
wie auch seine in Handschrift hinterlassenen
Aufsähe verrathen den gediegenen denkenden
Schulmann, den tüchtigen Pädagogen. Sein
Tod, der ihn im Alter von 38 Jahren ereilte,
wurde allgemein tief betrauert. ^Erneuerte
vaterländische Blätter für den öfter»
reichischen Kaiserstallt (Wien, 4".) Jahrg.
l819. Nr. 80, S. 3l8: „Erinnerung an einen
verdienten vaterländischen Pädagogen". —
Oesterreichs Pantheon. Gallerte alles
Guten und Nützlichen im Vatnlande (Wien
1830. M. Chr. Adolph. 8".) Bd. IV, S. 22.)
— 2. Anasiasills Hübner (Maler, geb.
in einem Dörfchen nächst Nrichenberg in
Böhmen 1789. gest. zu Brünn 28. Septem»
ber 5856). Zeigte in früher Jugend seine
künstlerische Anlage, und als ein Oheim, der
in Olmütz als Maler lebte, dic Arbeiten des
Knaben sah, gelang es ihm, die Eltern zu
überreden, daß sie ihm den l2jährigen
Knaben zur weitern Ausbildung in der
Malerei überließen. In Olmütz bildete sich
H. nunmehr für die Kunst und namentlich
in der Miniatur», Porträt» und Porzellan«
malerei aus. 20 Jahre alt begab er sich nach
Wien, wo er die Akademie der bildenden
Künste besuchte, später machte er mehrere
Kunstreisen, sein schönes Talent in der
Miniatur»Porträtmalerei verwerthend. Zuletzt
gründete er sich in Brünn seinen heimatlichen
Herd und daselbst finden sich viele seiner
Arbeiten. Harmonische Composition, richtige
Zeichnung, elegante Ausführung und spre»
chende Aehnlichkeit charakterisiren seine Por»
träte. Mit zunehmendem Alter beschränkte
sich H. mehr auf den Unterricht im Malm
und Zeichnen. Sein ältester Sohn Anton,
angestellt bei der mähr, stand. Buchhaltung
in Brünn, ist geschickter Oelmaler und leitet
seit 4849 den Zeichnenunterricht am k. k.
Gymnasium zu Brünn. ^Brünner Zeitung 1856, Nr. 265. — Neuigkeiten (Brünner
polit. Blatt. Fol.) 1858, Nr. 224.) —
3. Israe l Hübner (Arzt. gebürtig aus
Schneeberg in Meißen, gest. zu Hermann«
stadt 1668). Er lebte als Arzt. Mathematiker
und Astrolog in Hermannstadt. Sein auf
1666 angekündigtes Weltende traf nicht ein;
an sein neues Weltsystem und andere der»
gleichen Dinge wollte, begreiflicher Weise,
Niemand glauben. Er gab Mehreres heraus:
„Hamburgischer Kalender" (Lüneburg 1647);
— „I'l-actiea i-skormata" (Frankfurt a. M.
1648); — „Hl^ütei'ium mstaNoi-uui, tisrdg,-
rinn ot laxiäuiQ", d. i. Vollkommene Ku
und Heilung aller Leibes» und Gemüths«
krankheiten ohne Einnehmung der Arznei"
(Erfurt und Jena 1651, neu aufgel. ebd.
1732). — „N?5toi-1i... Lonti!ma.Uo" (Leip.
zig 1653); — „OHwnäariuln u^tui-als psi-xs-
tuum, Oalsnäarium pkiloöopkieuill, ^.po-
lo^ia, wider H.däin.in I'i-Ew, ^.Vst-wh fttc."
(Leipzig 1653); — „Nplisinoi-iäLä« (Her»
mannstadt 1653); — „Kalendarisches Pro-
gnostikon auf die große Sonnenfinsterniß des
Jahres 1634" ^Oesterreichisch e Blätter
für Literatur und Kunst (Wien. 4".) Jahrg.
1856. S. 283. — Schuler von Libloy
(Friedrich), Kurzer Ueberblick der Literaturge»
schichte Siebenbürgens von der ältesten Zeit
bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts (Her>
mannstadt 1857, G. v. Closius, i><>) Sylve»
sterausgabe, S. 67. — S eiv ert (Johann),
Nachrichten von Sirbenbürgischen Gelehrten
und ihren Schriften (Preßburg l?85, Weber
und Korabinsky. 8".) S. 182.)
Hügel, Clemens Wenzel Freiherr
(Diplomat und Schriftsteller, geb.
zu Koblenz N92. gest. zu Harden«
berg in Hannovers. December 1849).
Sohn des Freiherrn Johann Alois
Joseph, Concommijsärs der Reichsver-
sammlung zu Regensburg und Günstlings
des Churfürsten Clemens Wenzel
von Trier, und Bruder des berühmten
Reisenden Karl Alexander Anselm
d. Folg.^. Studirte. nachdem er in
früher Jugend Italien besucht hatte, in
Heidelberg und Göttingen, und betrat,
erst 48 Jahre alt, 4810 die diplomatische
Laufbahn. 4817 begleitete er die Erz-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon