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Hütten brenner 406 Hüttenbrenner
Hüttetlbrennel, Anselm (Tonsetzer,
geb. zu Gratz 13. October ^79i). Der
Sohn eines geachteten Rechtsgelehrten,
zeigte er in früher Jugend hervorragendes
Talent für die Musik. Der Domorganist
Matthaus Gel l unterrichtete ihn im
Clavierspiel, in welchem Auselm so
schöne Fortschritte machte, daß der erst
8jährige Knabe 1802 im Redoutensaale
zu Gratz ein Mozart'sches Concert geläu
fig und taktsicher vortrug. 1808 begann
er das Studium des Generalbasses. Nach
beendeten philosophischen Studien trat er
1811 in den Cisterzienser«Orden zu Rein.
den er aber nach anderthalb Jahren wie-
der verließ. Sich nun ganz dem Studium
der Musik widmend, begab er sich sofort
nach Wien, wo ihm Sal ier i durch fün
Jahre unentgeltlichen Unterricht in der
Composition ertheilte. Schon in jener
Zeit erschienen von H. einige Variationen
und ein Streichquartett im Stiche; 1819
componirte er auch die Oper: „Die fran-
zösische Einquartierung", welche jedoch
wegen Mangelhaftigkeit des Libretto nicht
zur Aufführung gelangen konnte. Nun
kehrte H. nack Gratz zurück, wo er fleißig
componirte und 1827 seine zweite Oper:
„Die beiden Viceköniginen", zur Auffüh.
rung brachte; fie fand beifällige Aufnahme.
Auch beschäftigte sich H. um jene Zeit
fleißig mit der musikalischen Kritik, und
der „Sammler", die Bäuerle'sche „Thea»
terzeitung". die „Wiener Musik-" und die
„Leipziger musikalische Zeitung" brachten
seit 18 l9 aus seiner Feder viele Concert-
und Opernkritiken, wie auch andere musi<
kalische Aufsatze. Am l. Juli 1824 würd?
H. Director des Musikconservatoriums
in Gratz und wendete als solcher den
Gesang, und Instrumentalschulen dessel-
ben seine besondere Aufmerksamkeit zu.
Auch gingen während der Zeit seiner
Leitung aus dieser Anstalt mehrere ganz vorzüglich gebildete Gesangschülerinen
hervor. Als H. in der Folge von der
Leitung des Konservatoriums zurücktrat,
lebte er ganz feiner Kunst und schrieb viel,
aber wenig für den Druck. Und selbst
dieß wurde ihm verleidet, seit die söge»
nannte „Zukunftsmusik", deren entfchie«
dener Gegner H. ist, sich immer mehr
und mehr Bahn bricht. Seither lebt H.
als Jäger und Landmann auf den Be»
sitzungen seiner Söhne bei Gratz auf der
Antritz. Hüt ten brenn er's Leben als
das eines Musikers aus ganzer Seele
geht in seinen Kompositionen auf. Ein
möglichst vollständiges Verzeichniß seiner
sowohl gedruckten und unged ruckten
Arbeiten wird im Folgenden zum ersten
Male mitgetheilt:Opern: „Nie fransöZiSche
(Einquartierung. Amniäche Oper in Z Arten.
«Deit nun Bchiih"; die Ursache, warum
diese Oper nicht gegeben wurde, ist bereits
oben erwähnt; — „Nie beiden Viceküniginen
llder Irmrlla. Komische Oper in 5 Acten.
Geit nun Nllllmllun", in Gratz unter
Director Stöger's Direction gegeben;
— „Aeimre. Opr? in 3 Acten. Gexi uan A.
G. Ritter uon Vritner"; in Gratz mehrere
Male mit großem Beifalle gegeben. Diese
Oper ist H,'s Hauptwerk. Bereits für
daS kais. Hofoperntheater in Wien unter
Duport '6 Leitung angenommen und
eigens zu diesem Zwecke neu bearbeitetet,
unterblieb die Aufführung in Folge des
mittlerweile eingetretenen Direclionswea>
sels; — „Gedip anf Ulllnnag. Gprr in 3 Zrten.
Ceit nllch Sllplillkleä". — Messen: „^//ssa
so^snnis in FK-H?t?-", — in „<7-c?«?-",
— in „<3-Hn?>", — in „V-ckn?'", — in
, — in „7^"/ — „M'ännerqnnrlett-
n 6-<!ul". — Requiems: „Nuppel-
Seelenmrzzr in 6-iuolI", nach Sa»
lieri 's und Beethoven's Tode auf.
geführt in Gratz, nach S ch u b er t's Tode
in der Augustiner Hofkirche in Wien; —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon