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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Band 9
Seite - 413 -
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413 Hugo 1, Karl (Schriftsteller, geb. zu Pesth 1808). Der Sohn armer israe- litischer Eltern in Pesth, hat er seinen wirk« lichen Namen Karl Bernstein mit dem obigen, Karl Hugo, vertauscht und mit demselben eine eigenthümliche Berühmtheit erworben. Schon in früher Jugend brach ein ungewöhnliches Talent hervor, aber da der Vater aus ihm einen Geschäftsmann macben, Kar l jedoch Schauspieler wer» den wollte, fehlte es nicht an Conflicten, welche die Mutter zu lösen verstand. Er beendigte die Studien zu Pesth und begann auf den Wunsch der Mutter das Studium der Chirurgie. Um die ihm fehlenden Mittel zum Rigorosum zu bestreiten, trat er für 20 Monate in das Militär ein und bezahlte mit dem Erspar» niß das Rigorosum, dem er sich sofort unterzog. Als im Jahre 1830 die pol- nische Insurrektion ausbrach und ganz Europa für die Polen Partei ergriff, trieb es auch ihn nach Warschau, wo er nun das Doctorat machte (?), zum Stabs« arzt in der polnischen Armee ernannt und für seine im Dienste bewiesene Uner» schrockenheit mit einem Ehrenzeichen belohnt wurde. Nach dem Falle War« schau's kam er in russische Dienste, in denen er aber nicht lange blieb, sondern in seine Heimat zurückkehrte und sich der ärztlichen Praris widmete. ES war Cholerazeit und da bei Behandlung dieser Seuche die ältere Heilmethode sich unzu> länglich erwies, studirte H. die Lehre Hahnemann's und wurde ein eifriger Anhänger derselben. Zu gleicher Zeit betrat er die schriftstellerische Laufbahn, vertheidigte das System Hahneman n's und polemisirte gegen dessen Gegner. Es erschienen um diese Zeit mehrere pole» mische, wenig gekannte Broschüren, als: „Mosaik", medicinischenInhalts, „Doctor Ego", „Saphir geschliffen und ä. '^ gefaßt", u. m. A. Hahnemann, auf seinen Anwalt aufmerksam geworden, lud ihn zu sich nach Paris ein, welcher Einladung H. auch 1839 folgte. Nur sein Unabhängigkeitsdrang war Ursache, daß H. auch seinen Lehrer nach einiger Zeit verließ. I n Paris waren es ins- besondere die Theater, die H.'s Aufmerk- samkeit fesselten und als er sah, wie an der Bühne der Seinestadt kleine Talente groß lebten, wuchs auch seine Zuversicht und er war entschlossen, seine Talente bestmöglich zu verwerthen. Von Paris begab' er sich, 1840, nach Ham- bürg. wo er auf Subskription seine gesammelten Gedichte unter dem Titel: „ZehllZnrhtKllinge eines Wandernden HllgrZtlllzeu" herausgab und von Veröffentlichung eines Pamphletes über die deutschen Bühnen, dessen Herausgabe er beabsich- tigte, nur durch Vorstellungen seiner Freunde, daß er sich dadurch mit allen Bühnen verfeinde, abgehalten wurde. Indessen wuchs seine Liebe für die Bühne, und in seinem reformatorischen Dränge, das deutsche Bühnenwesen vom Grunde aus zu verbessern, begab er sich nach Ber« lin, wo er kein geringeres Vorhaben ver< wirklichen wollte, als Shakespeare's Dramen nach einer eigenen Idee zur Darstellung zu bringen, zugleich aber die Hauptrollen Romeo, Lear, Shylok, Hamlet, u. A. selbst zu spielen. Aber die Berliner Theater wollten des Segens, der aus H.'s Reformen hervorgehen sollte, nicht theilhaftig werden. Er ver> ließ demnach Berlin und kehrte nach Hamburg zurück. Da indessen eine heilige Scheu vor seinem Namen sich allmälig zu entwickeln begann, bediente er sich der ersten Silbe seines wahren Namens, trat als Schauspieler Bern aus Linz auf und spielte in Altona den Rod erich in „Traum ein Leben". Wie günstig —andere
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hibler-Hysel, Band 9
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hibler-Hysel
Band
9
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
518
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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