Seite - 417 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Band 9
Bild der Seite - 417 -
Text der Seite - 417 -
Duhndorf 41? Humbracht
mancher Scene glaubt man zwei Dr. Bern»
steine mit einander reden zu hören. Immense
Selbstüberschätzung und drmüthiges Beiteln
um Zuwerfung eines Lobeöalmosen ließen
ihn den Tagesruhm als das höchste Ziel der
Poesie erscheinen und bewogen ihn. weil er
in Deutschland nicht die verdiente Anerken-
nung zu finden wähnte, ungarische Dramen
zu schreiben. Der niedere Standpunkt, auf
welchem noch die ungarische Aesthetik steht,
verhalf ihm dort zum Namen eines Shake-
speare (!). Vom selben Geiste, nicht des
Ehrgeizes, sondern der Ruhmesbettelei, sind
seine „Psalmen eines armen Poeten" dictirt."
Hllhlldorf, Ulrich (Benedictiner
und philosophischer Schrif tstel ler,
lebte im 48. Jahrhunderte und starb um
1760). Er war Benedictiner zu Neres»
heim und Professor der Philosophie zu
Salzburg. Er hat folgende Werke her
ausgegeben: „/A'sion'w
b. 1745, 8".); —
(ebd. 1746,
(ebd. 1747, 8«.).
Baader (Klement AloiÜ Dr.), Das gelehrte
Baiern (Nürnberg und Sulzbach l«04, Sei'
del, 4".) Erster (und einziger) Band. Sp. 343.
— Meusel (Ioh. Georg), Lexikon der vom
Jahre l7öo biö 180l) verstorbenen teutschen
Schriftsteller (Leipzig «80«. Oerh. Fleischer,
li".) Bd. VI , S. l7l).
Hlllllllracht, Alexander August Chri-
stian Freiherr (Oberst und Ritter des
Maria Theresien-Ordeüö. geb. zu Arol-
sen im Waldeck'schen 1727. gest. zu
Hermannstadt 27. Februar 1774).
Trat, 17 Jahre alt, in das Infanterie-
Regiment Nr. 23, damals Piccolomini.
Schon bei Keffelsdorf, Rocour, Laffeld
und bei der Belagerung von Bergen op
Zoom hatte er Beweise seines Muthes
gegeben. Nach dem Aachener Frieden
war er Grenadier«Hauptmann. Erneuerte
Beweise feines Muthes gab er im sieben«
jährigen Kriege. In der Schlacht bei
v,. Wurzbach, biogr. Lexikon. ?X. ' G^ed Breslau (22. November 4737) eroberte
er im persönlichen Kampfe eine Fahne.
I n der Schlacht bei Leuthen (8. Decem»
ber d. I.) stand daS Regiment Huni '
bracht's auf dem linken Flügel, den eben
der Feind mit ganzer Stärke angriff.
Nachdem sich das Regiment bereits län»
gere Zeit standhast gehalten hatte, gerieth
es, von dem stark überlegenen Feinde
hart bedrängt, in Unordnung und in
Gefahr aufgerieben zu werden. I n diesem
verhängnißvollen Augenblicke munterte
H. seine Grenadiere auf, muthig Stand
zu halten. Durch das. Beispiel ihres
Führers ermuthigt, leisteten sie entschie»
denen Widerstand und hielten durch ihr
wohl unterhaltenes Feuer die feindliche
Reiterei so lange auf, bis das Regiment
sich wieder formirt hatte und geordnet
den Rückzug antreten konnte. Bei Hoch-
kirch (13./14. October 1738) stand H.
mit seiner Compagnie in einem jener
Bataillone, welche den ersten Angriff
unternehmen sollten. I n der festgesetzten
Zeit stellte er sich an die Spitze der
Colonne, erstieg der Erste die Anhöhe,
ordnete rasch die ihm folgende Mann-
schaft und führte sie mit größter Ent-
schloffenheit gegen den Feind. H. war
auf diese Art in der Armee ebenso durch
seine Tapferkeit, als durch die zahlreichen
Wunden, die er erhalten hatte, bekannt
geworden. I n der fünften Promotion
(23. Jänner 1760) wurde H. mit dem
Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens
ausgezeichnet. Später focht er noch bei
Meiffen. Torgau, und von Stufe zu Stufe
steigend, wurde er am 1. August 1770
Oberst im Infanterie-Regimente Nr. 49.
Aber schon wenige Jahre später erlag er
zu Hermannstadt, wo sein Regiment
stationirt war, im Alter von 47 Jahren
den durch seine vielen Verwundungen ver«
anlaßten Leiden. Bereits im Jahre 1763
12. Dec. 1862.) 27
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon