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Humburg 419 Hummel
Oberwundarzt zu Wien, später kais. Rath
und Leibarzt. Seine medizinischen Schnf>
ten sind: „ Oöss/'Vattanss cis /^ H?-o<36?ss
(^Vi6n 1761, 8«.); —
c>" (ebd. 1763)
— und „Onttnnrk jnr Mferziehnng der N3ai5-
lein m,d Findlings" (ebd. 1783, 8".). H.
wurde am 6. November 1776 als nieder-
österreichischer Land mann unter die neuen
Ritterstands > Geschlechter aufgenommen,
starb aber ohne Descendenz.
sDe Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Ver-
such (Wien l776. Ghelcn'sche Schriften, 8".)
I. Bandes 1. Stück. S. 206 Erscheint da als
Houmbura und ist nach diesem am 20. Juli
5731 geboren). — Meusel (Ioh. Georg),
Das gelehrte Teutschland (Lemgo 1783. Meyer,
L«) 4. Ausg. Bd. I I , S. lU7; __ Dessel-
ben !. Nachtrag, S.302. — Wappen. Weißer
Schild, mitten mit einem breiten rothen Val«
km belegt, in dessen Mitte ein weißes Oster«
lamm erscheint, das ein über die Schulter ge-
lehntes weißes und mit rothem Kreuze belegtes
Fahnlein tragt. Don Schild bedeckt ein gekrön-
ter Helm, aus dessen Krone erhebt sich ein
doppelter Federbusch von rothen und weißen
Straußenfedern. Schild Halter. In beiden
Seiten ein aufsteigender weißer Windhund mit
rothem von Gold eingefaßten Halsbande. Die
Helmdecken sind roth und silbern.
'Hummel, Eugen,
siehe S. 427 in den
Quellen Nr. !.
Hummel, Ignaz, siehe ebenda Nr. 2.
Hummel, Johann Nepomuk (Ton>
küustler, geb. zu Preßburg 14. No>
vember l77tt, gest. zuWei m a r 17. Octo-
ber 1837). Sein Vater Johann H. war
selbst ein guter Musikus uud Musiklehrer
auf der Militärstiftung zu Wartberg.
Vier Jahre erhielt der Sohn bereits
Musikunterricht; ohne besondere Fort»
schritte zu machen, zeigte er doch offenbar
ein hübsches Talent. Als Kaiser Joseph
1783 diese Lehranstalt aufhob, begab
sich der alte Hummel nach Wien und ! wurde Orchesterdirector bei dem nm
erbauten Schikaneder'schen Theater. Um
diese Zeit zog der 7jahrige Hummel
schon die Aufmerksamkeit der Musik»
kenner auf sich, und als er einst eine
Bach'sche Sonate vor Mozar t spielte,
wurde letzterer so von dieser Leistung
zufriedengestellt, daß er sich, ungeachtet
seines Widerwillens gegen jedes Unter«
richtertheilen, entschloß, den jungen H u m»
mel zu unterrichten, doch nur unter
der Bedingung, daß er ihm gänzlich
übergeben werde und sogar bei ihm
wohne. Zwei Jahre genoß Hummel
Mozart 's Unterricht, dann machte der
Vater auf deffen Nath mit dem 9jährigen
Knaben eine Kunstreise, auf welcher er
Deutschland, Dänemark, England, Schott»
land und Holland besuchte und überall
außerordentlich gefiel. Schon während
dieser Zeit versuchte sich der junge Hurn»
mel in der Compofition und gab auch
seine ersten Kompositionen, ohne die
Satzkunst gelernt zu haben, in Schottland
in Druck. Nach seiner Rückkehr von der
Kunstreise, welche 6 Jahre gedauert
hatte, lernte er aber den Coutravunct,
und zwar studirte er die Composition
unter Albrech tsberger, später genoß
er auch den Unterricht S ali e ri's. Hum
mel bildete sich sofort im Stillen und
erst seine „Fugen" (0p. 7) und „Variatia-
nen" (0p. 8) lenkten die öffentliche Auf-
merksamkeit auf ihn. Durch Haydn's
Empfehlung erhielt Hummel im Jahre
1803 einen Ruf nach Stuttgart, jedoch
zerschlugen sich die Unterhandlungen wie»
der, weil der Herzog keinen Capellmeister
aus Wien nehmen wollte. So trat H.,
ebenfalls auf Haydn's Empfehlung,
als Concertmeister in die Dienste des
Fürsten Nikolaus Eßterhö.zy und
stand deffen berühmter Musikcapelle.
welche nicht weniger denn 100 Personen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon