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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Band 9
Seite - 420 -
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Hummel. 420 Hummel zählte, bis zum Jahre 1814 vor. In diese Periode fallen von seinen Arbeiten, die in Haydn's Geiste gehaltene und ihm auch zugeeignete „Zaimte wU" (0p. 13), welche Hummel's Ruf als Com- ponist eigentlich begründete; die „Phan- taste in k" (0p. 18)', die „Zonate in k-mll" (0p. 20), und daS „Canrert in c" (0p. 34). Nach seinem Austritte aus des Fürsten Diensten, also von 1811 an, ließ sich H. in Wien nieder und war daselbst bis 1816 als Lehrer des Clavier- spiels und zwar in einer Weise thätig, daß er manchen Tag 10 Stunden Unter- richt ertheilte. I n diese Zeit fällt die Composition der „(Kaprice" (0p. 49), und das „Nandu in ä" (0p. 36), womit Musik« kenner gewissermaßen einen Wendepunct in Hummel's Compositionsweise be- zeichnen und in ihr zum ersten Male jene brillante Satzart erblicken, die nach» mals lange die Hauptnorm aller Piano« fortemusik geblieben ist. Im Jahre 1816 folgte er, einem Rufe als Kapellmeister nach Stuttgart, nahm nun daS seit seiner Rückkehr von den Kunftreisen ver« nachlässigte Clavierspiel wieder auf und begann, obgleich nach nicht geringem Kampfe und nach langem Zureden seiner Freunde, Concerte zu geben. Nach dieser langen Ruhezeit brach aber auch ein neues Talent hervor, jenes der Impro« vtsation oder freien Phantasie, welches sich zu einer Bedeutenheit steigerte, daß es seinem Namen neuen Glanz verlieh. Auch erschien um jene Zeit das berühmte „Aptett" (0p. 74), welches in der Mufikwelt die beifälligste Aufnahme fand. Nur vier Jahre blieb er in Stuttgart, schon 1820 nahm er einen Antrag nach Weimar an, der ihm unter den ehren» vollsten und vortheilhaftesten Bedingun. gen gestellt wurde und ihm eine freie unabhängige Stellung sicherte. Die Groß» fürftin Maria Pawlowna, selbst eine Freundin des edlen Clavierfpieles, wählte H. zu ihrem Begleiter auf der Reise nach St. Petersburg, 1822, und hier feierte H. Erfolge, welche diese Epoche seines Lebens zur glänzendsten machen. Am kais. Hofe mit Auszeichnung aufgenommen, wurde H. bald der Mann des Tages und seine Concerte wurden zahlreich besucht. Aus der ersten Zeit seines Weimarer Aufenthaltes bis zur Petersburger Reise stammen mehrere der beliebtesten von Hummel's Werken, die „Sanate in kiz" (0p. 81), das „Concert in H-Mll" (0p. 83), das „Quintett in L-mli" (0p. 87), die zwei „Grio'Z in L" und „Lz" (0p. 83 u. 93), die „Vierhändige Sonate in ^" (0p. 92), das „Nunda in L" (0p. 98), und die „Sonate in N" (0p. 106). Nach seiner Rückkehr von St. Peters» bürg, wo auch die pecuniäre Ernte beträchtlich ausgefallen war, machte H. alljährlich Kunstreisen, 1823 nach Paris, wo sich die Petersburger Triumphe wie» derholtcn und er Ritter der Ehrenlegion wurde; für diese Kunstreise schrieb er das „Hanrert in L" (0p. 110); 1826 nach Holland und Belgien; 1827 nach Wien, aus welcher Zeit das große „ Onnrert in Hz. äur" (0p. 113) stammt; 1828 nach War. schau; 1829 wieder nach Frankreich, und 1830 nach England, für welchen Kunst- ausflug er das große „Ks^stt m?27?'iw>6" (0p. 114), die „Phantasie Gbrruns Sander- harn" (0p. 116), und die „Varilltiunen le relour l!e loullrez" (0p. 119) schrieb, in welch' letzteren Werken die Kunstken. ner zwar nicht mehr den Schwung der Phantasie seiner früheren Arbeiten, aber noch immer dieselben Schönheiten der Form entdecken. Wahrend seines Aufent- Haltes in London im Jahre 1833 leitete H. die deutsche Oper. Aber schon begann seine Gesundheit merklich abzu«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hibler-Hysel, Band 9
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hibler-Hysel
Band
9
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
518
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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