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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Band 9
Seite - 425 -
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Hummel 425 Hummel. siveren länger klingenden Tones auf dem Klaviere auszeichnete. Gesangvolle Spielart galt ihm als das höchste und ließ ihn auf die reichen und mannigfachen Complicationen schnell verfliegender Töne, wodurch Hummel fesselte und hoch ergötzte, verzichten.... Ein weites Feld der Erweiterung und Fortbildung bot dem Virtuosen das Gebiet der jogenanw ten Passagen, welche dei Mozart als Nebensache, als dienendes Beiwerk erscheinen, bei Hummel aber so vieles Neue enthalten, daß in ihnen vorzüglich der Beweis seiner Erfindsamkeit ruht. Wie kritisch er hier ver- fährt, um Langweiliges zu vermeiden, Gemein« Plätzen aus dem Wege zu gehen und Stei- gerung des Eindruckes hervorzubringen, dieß zu studiren, ist sehr der Mühe werth und wird schnell die Ueberzeugung liefern, daß er aus der polyphonen Schule Bach's seinem Talente dauernde Stützen geholt hatte. Allein in diesem Puncte stoßen wir auch auf Hummel's Schwäche, nämlich übertriebene Ausdehnung des Tonstüctes, Aufhäufung des Nebenwerkes und Hinneigung zu jenem gefähr-' lichen Auswuchs, der in der Rhetorik den Namen: „Phrase" führt. Von dieser Phrasen logie kann ihn nicht immer freisprechen, der seinen ordnenden künstlerischen Verstand, seinen wohlgepsiegten Sinn für Eurhythmie, mit einem Worte, seinen guten Geschmack, bewundert. I n ihr liegt der Grund, weßhald er vielen Hörern gegenwärtig veraltet er< scheint Hummel und Field starben beide in einem und demselben Jahre (l837). als diejenige Stimmung und Empfänglich' keit, die ihren Leistungen entgegengekommen und die sie gehoben und gefördert hatte, bereits aus der Welt geschwunden war, um einer neuen Platz zu machen. Vride gingen von verschiedener Ansicht über die Art das Clavier zu behandeln aus, beide aber hatten nichtsdestoweniger etwas Wichtiges mit ein- ander gemein, nämlich die Ancrkcnntniß von den Grenzen, oder von der naturgemäßen Sphäre, worin das Clavier herrscht." Hummel, Johann Ludwig Freiherr (Oberst und Ritter des Maria There« siM'Ordens, geb. zu Reutlingen in Württemberg 1744. gest. zu Gratz 18. September 1832). Soldatenkind, erhielt ei seine militärische Erziehung im Pettauer Militärstifte, trat, 46 Jahre alt, aus demselben als Tambour in das Infanterie-Regiment Nr. 14, damals Salm, und wurde nach ßjahriger Dienst» zeit in den Feuergewehrstand alg Gemei. ner übersetzt. In 10 Jahren brachte er es vom Gemeinen zum Regiments«Adju> tanten und wurde beim Ausbruche des bayerischen Erbfolgekrieges am 21. Juni 1778 Oberlieutenant in dem um jene Zeit errichteten Reichsvolontärcorps Walter. Im folgenden Jahre wurde er in das Infanterie-Regiment Nr. 16, damals Terzi, eingetheilt, in welchem er am 1. October 1787 zum Hauptmann vor- rückte. Im Türkenkriege, den er mit dem Regiments mitgemacht, zeichnete er sich zu öfteren Malen aus und wurde auch verwundet. In den Kriegen gegen Frank» reich gab er wiederholte Beweise seines Muthes, u. z. bei Einnahme der Weißen» burger Linie und im Schwarzhäuser Walde. 1793; dann beim Rückzüge unserer Armee aus dem Genuesischen, im November 1798, und wurde so schwer blesstrt, daß er, zum Dienste im Felde untauglich, um eine Friedensanstellung ansuchen mußte. Bis 1306, in welchem Jahre er am 1. Juli in den Ruhestand trat, diente er bei der MonturScom« Mission in Marburg (1796), dann bei der deutschen Garde, darauf als Ver» pflegsdirector in Dalmatien, bei welcher Gelegenheit er zum Major befördert wurde (1803), und als Generalcom» mando-Adjutant daselbst (1803), bis 1806 Dalmatien an Frankreich kam. Im denkwürdigen Jahre 1809 litt es ihn nicht mehr im Ruhestände, einer der sten reihte er sich unter die Fahnen, übernahm am 13. März das Commando des 2. Grccher Londwehr-Bataillons und erwarb sich als Vertheidiger des Meier« Hofes von Kis Megyer in der Schlacht von Raab am 14. Juni 1809 unver»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hibler-Hysel, Band 9
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hibler-Hysel
Band
9
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
518
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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