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Hummel 428
Mlltik". 2 Theile (Wien !842, gr. 8".. 1. Thls.
2. Auflage !8äl); der erste Theil enthält die
Arithmetik, der zweite die Geometrie (mit
eingedr. Holzschn.) - und „Physische Geogra«
phie" (Gratz l8Ü». gr. 8°.). ' '
Hummel, Karl, siehe S. 427 in den
Quellen Nr. 3.
Hunczovsky, Johann (Arzt, geb. zu
Czech in Mähren 13. Mai 1732, gest.
zu Wien 4. April 1798). Der Sohn
eineS Barbiers, der den ersten Unterricht
in seinem Geburtsorte von einem ihm
verwandten Geistlichen erhielt; in Olmütz
studirte er die Philosophie und kam,
19 Jahre alt, 1771. arm an Geld und
ohne Aussichten, nach Wien, um die
Chirurgie zu studiren. Die Fürstin Ta«
^ roucca und die Gräfin Burghausen
nahmen sich
deS vielversprechenden Jung'
lings an und sorgten für sein Fort«
kommen. Erstere schickte ihn auf Bram>
billa'S M . I I , S. 108^> Rath nach
Mailand, wo er sich
unter MoScati in
der Chirurgie weiter ausbilden sollte.
Aber der schon zwei Jahre später erfolgte
Tod der Fürstin nöthigte ihn, nach Wien
zurückzukehren, wo er anfänglich in der
chirurgisch'praktischen Schule des spani»
schen Spitals dem Professor Steidele
assistirte; und spater unter gleichen Vor«
theilen zu Brambil la überging, der
ihm in theilnehmender Weise in seinem
weiteren Fortkommen behilflich war. Als
Kaiser Joseph befahl, daß mehrere junge
Aerzte zu ihrer wissenschaftlichen Ausbil-
dung auf Staatskosten Reisen in's Aus»
land machen sollten, siel unter Anderen
aufBrambilla'sEmpfehlung die Wahl
auch aufHunczovsky. ImIahre1777
trat H. die Reise an, besuchte Paris, wo
er zwei Jahre verweilte und sich mit
Professor 3 ouis, damaligen Secretär der
königlichen Akademie der Chirurgie, des.
sen Vortrage er steißig besuchte, befreun- dete; von Paris ging er nach London,
wo er über Ein Jahr zubrachte, Lehran-
stalten und Spitäler besuchte und den
Unterricht und Umgang von Männern,
wie Alanson,Brownefield, Cläre,
Cruikshank, Else, John Hunter.
Pott, Ware u. A. genoß. In Ply-
mouth und Portsmouth besichtigte er
die zwei großartigen Matrosenspitäler,
an letzterem Orte die Erfahrungen des
berühmten Dr. Lind benutzend. Auch
fällt in seinen Londoner Aufenthalt
eine merkwürdige Episode seines Lebens,
die seinen Namen in ehrenvoller Weise in
der Londoner medicinischen Welt bekannt
machte ssehe die Quellens Auf seiner
Rückreise über Frankreich besuchte er
noch die berühmtesten Seehafen des Lan-
des, u. z. zu Rouen, Brest, La Rochelle,
Rochefort, Bordeaux, Toulouse, Mont»
pellier, Marseille und Toulon, und
studirte fleißig die Einrichtungen der in
denselben befindlichen Hospitäler. Ende
1780 reiste er über Turin und Mailand
nach Wien zurück. Ein Jahr später befahl
Kaiser Joseph die Einrichtung einer
medicinisch'chirurgischen Schule im Mili«
tärspitale zu Gumpendorf, an welcher
Hunczovsky als ordentlicher Professor
angestellt wurde. Er lehrte daselbst
anfänglich Zergliederungskunde in Ver»
bindung mit Physiologie, allgemeine
Pathologie und Therapie, die Opera»
tionslehre. übernahm einen großen Kran«
kensaal im Militarspitale und trug auch
die
chirurgische
Klinik vor. Als im Jahre
1784 die Anstalt erweitert und an ihr drei
Professoren bestellt wurden, übernahm H.
bloß den Unterricht in den Operationen
der Geburtshilfe, der gerichtlichenSemiotik
und Medicinalpolizei. Im Jahre 1791
unternahm er im Gefolge des Kaisers
Leopold I I . eine gelehrte Reise durch
ganz Italien, und lernte auf derselben
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon