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die berĂĽhmtesten Aerzte und Heilanstalten
der Halbinsel kennen. Nach seiner Rück«
kehr ernannte ihn der Kaiser zum k. k.
LeibchirurguS. Nun blieb er in Wien als
Arzt und Lehrer thätig. Als Fachschrift,
steller veröffentlichte H. mehrere Werke
und trat zuerst mit einer Uebersehung:
„Grlnnternng ürr chimrgiZchen Lehrsätze de5
Hippotnlltes W5 dem Italikilischen des Bernhard
<5lngn" (Wien 1777, Gräffer, 8o.). vor
das gelehrte Publikum; nun folgten:
„Mediciimch-chirurgische Neabachtungen über die
neuere Geschichte der Chirurgie in den K. k.
Staaten" (Wien 1783. ebd.. 8".); —
„Medirinisch'chirnrgiZche Neoliachtungen nnt den
Ansen dmch Gngland und Frankreich" (Wien
1783, ebd., 8".); — „Anweisungen zn chirur-
gizchen Operationen" (Wien 1783, vierte
Auflage 1808, gr. 8".); — „Teller die
PĂĽichtrn eines Wundarztes. Zlus dem Englischen
de2 Zllriander Hamiltan ĂĽbersetzt" (Wien
1790, Schaumburg, gr. 8v<). und mit
seinem Freunde Johann A. Schmidt
begann er die Herausgabe der „NilMthrk
der neuesten medirimsch-chirargischen Nteratnr"
(Wien 1791—1793. Blumauer. gr. 8".).
welche mit deS 4. Bandes 1. StĂĽck zu
erscheinen aufhörte. Auch war er fleißiger
Mitarbeiter an der Ienaischen Literatur«
und Wiener Real«Zeitung, verließ aber
spater ganz daS schriftstellerische Gebiet.
In Handschrift find seine „ Grknlirunaen in
der Ohirnrgie" und „Nellullchtnngen über die
Spitäler HtulienZ" verblieben. Als Opera«
teur war er ausgezeichnet und im Ganzen
glĂĽcklich, aber ein paar Operationen,
ungeachtet welcher die Operirten nicht zu
retten waren, hatten ihn ängstlich gemacht
und er wich später in zweifelhaften Fallen
allen ĂĽber Leben und Tod entscheidenden
großen Operationen aus. Seine Charak«
teristik als Mensch liefert in geistvoller
Weise sein Freund und Fachcollege
Schmidt in der dem Hndenkm Hun- czovsky's gewidmeten Rede. Der Tod
ereilte ihn im schönsten Mannesalter von
46 Jahren, u. z. starb er in seinem Berufe
an den Folgen einer Fingerverlehung. die
er sich bei einer chirurgischen Operation
zugezogen hatte. I n seinem Nachlaffe
befanden sich kostbare Sammlungen von
selbst verfertigten Präparaten, von Bü-
chern, Mineralien, und da er ein groĂźer
Freund der Kunst war, von Gemälden
und Kupferstichen.
Schmidt (Ioh. Adam). Rede zum Andenken
des k. k. Raths und Professors Hunczovsky
(Wien, 1798). — Schlichtegroll (Fried«
rich), Nekrolog auf das Jahr 1793 (Gotha
1803, Iustus Perthes, kl. 8".) Neunter Jahr«
gang, 2. Vd. S. 299, — Oesterreichische
National 'Encyklopädie. herausg. von
Gräffer und Czikann (Wien 1833, 8".)
Bd. I I , S. 666. — Hecker ( I . F. C.Dr.).
Geschichte der neueren Heilkunde (Berlin
i839. Enslin. s°.) S. 349. — E. M. Oet-
tinger in seiner „LioUoArapkie bio^i-kpiii'
yus« (LruxellLä 1834, stiZuou, I^ex. s".),
S. 791. gibt den 25. Mai 4752 als H.'s
Geburtstag an. — Oesterreichische
Biedermanns-Chronik. Ein GegenstĂĽck
zum Fantasien» und Prediger-Almanach (Frei»
heitsburg Mademie in Linz) 1783.8".) S. W4.
— Salzdurger medi cinisch » chirur»
gische Zeitung, redigirt von Harten»
keil, 1798, Juni. — Ersch und Gruber,
Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften
und KĂĽnste, I I . Section. 12. Theil, S. 46.
— Meusel (Johann Georg), Lexikon der
uom Jahre 173U bis 1800 verstorbenen teut»
schen Schriftsteller (Leipzig 1806. Gerh.
Fleischer. 8°.) Bd. VI, S. 179. — Allge.
gemeiner literarischer Anzeiger 18W,
S. 1990.— Porträt. H. Füger i»., F. Wren t
««. 1792 (Schwärzt.. Fol.). — Aus Sun-
yovskn'5 Lelien. Während seines Aufenthaltes
in London wohnte H. einer öffentlichen
Criniinaloerhandlung bei. Ein 1?jähriges
Mädchen wurde des vorsätzlichen Kindes»
mordes beschuldigt. eS war ihr nämlich im
siebenten Monate ihrer Schwangerschaft wäh»
rend einer Diarrhöe die Frucht entgangen;
diese wurde dann vor ihr selbst todt aus dem
Nachtstuhle hervorgezogen und versteckt. Einer
der Geschwornen, den sich das Mädchen, die
des TodeSurtheils schon gewärtig war, zu
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon