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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Band 9
Seite - 438 -
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Seite - 438 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Band 9

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Hurban 438 Hurt» an gegen H. und seine Anhänger. Die Vev haltniffe begannen schon so bedenklich zu werden, daß es gefährlich war, als Hur- bans Anhänger zu gelten und daß viele seiner Kollegen, slovakische evangelische Geistliche, theils aus eckler Wohldienerei, theils aus Furcht, einige Wenige auch aus Ueberzeugung, sich von ihm los- sagten und in's Lager seiner Feinde übertraten. Der nächste Anlaß zum voll- standigen Bruche war auch bald gegeben, als am 4. Mai 1848 mehrere Gardisten im Städtchen Senic dem slovakischen Studenten Branko Abafy den Hut mit roth'weißen Federn vom Kopfe rießen. Abafy suchte Schutz bei Hur ban in Hluboka. Dieser verlangte Federn und Hut von den Gardisten, an deren Spitze ein Baron Schm er- zin g gestanden, zurück. Die Ungarn erwiederten auf diese Forderung, Hur- ban möge sie sich selbst holen. Diesem Ansinnen nachzukommen war H. ver« hindert, weil auf den 3. Mai eine Natio» nalversammlung in Liptau stattfand und er derselben beiwohnen wollte. Kaum hatte sich Hurban von Hluboka ent« fernt, als die ungarische Partei Militär dahin schickte, welches die ungarische Fahne mitten im Orte ausstanzte, gegen die Bewohner verschiedene Gewaltthaten verübte und gegen Hurban, den es nicht fand, einen Haftbefehl erließ. Selbst Hur ban's Gattin, die zurück« geblieben war, wurde in roher Weise mißhandelt und aus dem vorrathigen, zum Schulbaue bestimmten Holze wurden vor der Pfarrerwohnung Galgen aufgerichtet, an welchen, wie die Ungarn schrieen, die slovakischen Priester aufgehängt wer» den sollten. Da auch die Behörde in Hluboka es mit den Ungarn hielt, so wäre eS für Hur ban gewagt gewesen, dahin zurückzukehren. Im Lande war er auch nicht sicher, er floh also aus demsel- ben, unterhielt aber einen ununterbroche- nen Verkehr mit seiner Partei und arbei- tete vereint mit den öechen, Croaten und Serben an der Erhebung seines Volkes gegen die Ungarn. Er hatte dem Slavencongreffe in Prag beigewohnt. Bereits war auf seinen Kopf von den Ungarn ein Preis gesetzt; dieß bestimmte ihn nur zu noch energi. scherem Handeln. Er begab sich in die serbische Wojwodschaft, nach Belgrad, nach Slavonien und feuerte die Slaven zum Kampfe an; er schaffte Schuß. Material herbei und in Wien berieth er sich mit Hodza, Stur , Bloudek, Zach und Ianecek, die sämmtlich daselbst versammelt waren. Sobald die Slaven sich erhoben hatten, wurde H. an die Spitze des slovakischen National, rathes gestellt. Der Kampf der Slaven gegen die Ungarn siel zum Nachtheile der Ersteren aus, da ihr Gegner ihnen weit überlegen war. Nichts destoweniger war H. unermüdet thätig, sein Volk zu einer zweiten Erhebung zu ermannen. Am 13. October 1848 kam er nach Prag und rüstete im Verein mit Stur und Hodza eine zweite Expedition gegen die Ungarn aus. Während Fürst Win« dischgratz, der damals in Prag befeh. ligte, über Ie l laöio 's Verwendung diese Werbungen geschehen ließ, wurde H. von der „81oxva.nLka I^ipa", einem slavischen Verein, auf das kraftigste unterstützt. Der Erfolg war, daß am 11. December 1848 die Ungarn hinter die Waag zurückgedrängt wurden. Am 14. Jänner 1849 hatte H. sein Lager in Mosovce, am 8. Februar in St. Niclas, wo ihm Freiwillige aus der Neutraer, Trentschiner, Turczaner und anderen Ge> spanschaften zuströmten. Der weitere Gang der Ereignisse, der Einmarsch der Russen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hibler-Hysel, Band 9
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hibler-Hysel
Band
9
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
518
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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