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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Band 9
Seite - 440 -
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Hurka 440 Hurka nach Dresden und von dort 1789 nach Berlin in gleicher Eigenschaft. Daselbst feierte H. mit seinem Gesänge groß« Triumphe. Gerber, sein Zeitgenosse, der ihn selbst gehört, schreibt über ihn „Seine Declamation, sein empsindungs< voller Vortrag in sanften und traurigen, sein Feuer in heftigen Sätzen, sein Flug in den gewaltig hinströmenden Passagen, sein Rollen durch unübersehbare Ton» reihen rissen das Gefühl und die Bewun» derung des Zuhörers in gleichem Grad« hin, so daß er aus sich selbst geseh wurde (sio); wenigstens war dieß bei mn der Fall". Wahrend seines Aufenthaltes in Berlin stand er auch mehrere Jahr, hindurch an der Spitze des zu jener Zei viel gerühmten großen Concertes in der Stadt Paris. Zugleich war H. ein sehr beliebter Liedercomponist und sind viele seiner Compositionen, theils einzeln, theils in größeren Sammlungen im Stiche erschienen. Gerber führt dieselben ein» zeln auf. Darunter sind: „scherz nnd Grn5t. SmiM Neder" (2. Aufl.. Dresden 1789, bei Hilscher); ein zweiter Theil mit ebenso viel Liedern (Mainz 1793), und ein dritter (Berlin 1795); — „Nie Farben in tünt Mdern" (ebd. 1793); — „Fnnhehn tllntsche Meiler mit Begleitung t>e5 Fortepiano" (1797); — „Sech5 GüNllN5 iiir drei singstimmen mit dem Fortepiano"; — „C-llntüte", 1801 zu Berlin bei Meier« otto's Grabesfeier aufgeführt; auch wird ihm die Compofition der Oper: „Nü5 wüthende Heer", zugeschrieben. Unter den von Hurka componirten Liedern befinden sich auch mehrere von Schil» ler, alS: „WZ Ved an die Freude"; — „Nu5 Mädchen aus der Fremde", u. dgl. m. H.'s im besten Mannesalter von 43 Iah. ren erfolgter Tod soll theils durch zu große Anstrengung beim Gesänge, theils durch unregelmäßigen Lebenswandel ver« anlaßt worden sein. — Friedrich'sBru« der Joseph (geb. 1758) war gleichfalls Sänger bei den Kreuzherren in Prag und nachdem er die Stimme verloren, Tenor« sänger, der auch trefflich das Violoncell spielte. 1780 unternahm er eine musi. kalische Reise in's Ausland, wurde — die Gründe sind unbekannt — Fran« ziscaner, später Minorit in Spanien, verließ aber wieder beide Orden und nahm Kriegsdienste in Portugal. Ueber seine weiteren Schicksale ist nichts bekannt. Joseph setzte gleich seinem Bruder mehrere Lieder, außerdem Sonaten und Solo's für das Violoncell und befanden sich seine Compositionen Hand» schriftlich in den Händen seiner Freunde in Böhmen. — Iranz^ ein Onkel Väter» licher Seits der beiden Vorgenannten, war Lehrer zu Blowitz, ein ausgezeich» neter Organist und hat viele — wie sein Biograph berichtet — „im echt Bach'» fchen Geiste ausgeführte Kirchenmusik» stücke" geschrieben. — Dlabacz gedenkt auch noch eines vierten, Johann H., der 1768 in Prag lebte und sich in der Musik ausbildete; 1789 in den Pramonstratenserorden trat, ihn aber wieder verließ. Er nennt ihn einen guten BaßsänHer und vortrefflichen Vio« loncellspieler, weis jedoch nicht, ob er auch componirte. Aus Melancholie soll er Prag verlassen und auf das Land sich zurückgezogen haben. Leipziger allgemeine musikalische Zei- tung, Bd. XII I , S. 649; Bd. XVI, S. 878. — Berliner Haude'« und Spener'sche Zeitung 1805, Nr. 149. — Baur (Samuel). Allgemeines historisch-biographisch-literarisches Handwörterbuch aller merkwürdigen Personen, die in dem ersten Iahrzehend des neunzehnten Jahrhunderts gestorben sind (Ulm 1816, Stet' tini, gr. 8») Bd. I , Sp. 661 ^nach diesem geb. 1761). — Milde (Theodor), Ueber das Leben und die Werke der beliebtesten deutschen Dichter und Tonsetzer (Meißen 1834, Gödsche,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hibler-Hysel, Band 9
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hibler-Hysel
Band
9
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
518
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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