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nach Dresden und von dort 1789 nach
Berlin in gleicher Eigenschaft. Daselbst
feierte H. mit seinem Gesänge groß«
Triumphe. Gerber, sein Zeitgenosse,
der ihn selbst gehört, schreibt über ihn
„Seine Declamation, sein empsindungs<
voller Vortrag in sanften und traurigen,
sein Feuer in heftigen Sätzen, sein Flug
in den gewaltig hinströmenden Passagen,
sein Rollen durch unübersehbare Ton»
reihen rissen das Gefühl und die Bewun»
derung des Zuhörers in gleichem Grad«
hin, so daĂź er aus sich selbst geseh
wurde (sio); wenigstens war dieĂź bei mn
der Fall". Wahrend seines Aufenthaltes
in Berlin stand er auch mehrere Jahr,
hindurch an der Spitze des zu jener Zei
viel gerĂĽhmten groĂźen Concertes in der
Stadt Paris. Zugleich war H. ein sehr
beliebter Liedercomponist und sind viele
seiner Compositionen, theils einzeln,
theils in größeren Sammlungen im Stiche
erschienen. Gerber führt dieselben ein»
zeln auf. Darunter sind: „scherz nnd
Grn5t. SmiM Neder" (2. Aufl.. Dresden
1789, bei Hilscher); ein zweiter Theil
mit ebenso viel Liedern (Mainz 1793),
und ein dritter (Berlin 1795); — „Nie
Farben in tünt Mdern" (ebd. 1793); —
„Fnnhehn tllntsche Meiler mit Begleitung t>e5
Fortepiano" (1797); — „Sech5 GüNllN5 iiir
drei singstimmen mit dem Fortepiano"; —
„C-llntüte", 1801 zu Berlin bei Meier«
otto's Grabesfeier aufgefĂĽhrt; auch
wird ihm die Compofition der Oper:
„Nü5 wüthende Heer", zugeschrieben. Unter
den von Hurka componirten Liedern
befinden sich auch mehrere von Schil»
ler, alS: „WZ Ved an die Freude"; —
„Nu5 Mädchen aus der Fremde", u. dgl. m.
H.'s im besten Mannesalter von 43 Iah.
ren erfolgter Tod soll theils durch zu
große Anstrengung beim Gesänge, theils
durch unregelmäßigen Lebenswandel ver« anlaßt worden sein. — Friedrich'sBru«
der Joseph (geb. 1758) war gleichfalls
Sänger bei den Kreuzherren in Prag und
nachdem er die Stimme verloren, Tenor«
sänger, der auch trefflich das Violoncell
spielte. 1780 unternahm er eine musi.
kalische Reise in's Ausland, wurde —
die Gründe sind unbekannt — Fran«
ziscaner, später Minorit in Spanien,
verlieĂź aber wieder beide Orden und
nahm Kriegsdienste in Portugal. Ueber
seine weiteren Schicksale ist nichts bekannt.
Joseph setzte gleich seinem Bruder
mehrere Lieder, auĂźerdem Sonaten
und Solo's fĂĽr das Violoncell und
befanden sich seine Compositionen Hand»
schriftlich in den Händen seiner Freunde
in Böhmen. — Iranz^ ein Onkel Väter»
licher Seits der beiden Vorgenannten,
war Lehrer zu Blowitz, ein ausgezeich»
neter Organist und hat viele — wie sein
Biograph berichtet — „im echt Bach'»
fchen Geiste ausgeführte Kirchenmusik»
stücke" geschrieben. — Dlabacz gedenkt
auch noch eines vierten, Johann H.,
der 1768 in Prag lebte und sich
in der Musik ausbildete; 1789 in den
Pramonstratenserorden trat, ihn aber
wieder verlieĂź. Er nennt ihn einen
guten BaßsänHer und vortrefflichen Vio«
loncellspieler, weis jedoch nicht, ob er
auch componirte. Aus Melancholie soll
er Prag verlassen und auf das Land
sich zurĂĽckgezogen haben.
Leipziger allgemeine musikalische Zei-
tung, Bd. XII I , S. 649; Bd. XVI, S. 878.
— Berliner Haude'« und Spener'sche
Zeitung 1805, Nr. 149. — Baur (Samuel).
Allgemeines historisch-biographisch-literarisches
Handwörterbuch aller merkwürdigen Personen,
die in dem ersten Iahrzehend des neunzehnten
Jahrhunderts gestorben sind (Ulm 1816, Stet'
tini, gr. 8») Bd. I , Sp. 661 ^nach diesem
geb. 1761). — Milde (Theodor), Ueber das
Leben und die Werke der beliebtesten deutschen
Dichter und Tonsetzer (Meißen 1834, Gödsche,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon