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befindet sich auch das von Künstlern
und Aerzten seiner Schönheit und Origi«
nalität wegen als Meisterstück und Curio»
sum angestaunte Präparat: Die im
Skelett gearbeitete Gruppe des 3ao-
koon. Hyr t l 's eigene sehr werthvolle
Sammlung, an der er auch seit Jahren
qearbeitet und wofür ihm 1847 eine hohe
Summe angeboten ward, nebst seiner
an den seltensten und kostbarsten Fach«
werken reichen Bibliothek verbrannte in
dem Hause Nr. 29 in der Iägerzeile, als
am 28, November 1848 die Croaten
diese Vorstadt erstürmten, bei welcher
Gelegenheit dieses Haus in Flammen
aufging. Obwohl Hyr t l 's Name längst
im Auslande anerkannt und gefeiert war,
so verdankte er im Vaterlande seine
Erfolge weniger seinen bedeutenden Ver»
diensten, als dem Wohlwollen eines geist-
vollen Staatsmannes, des Fürsten Felix
Schwarzenberg, der sich zufällig um
die Wissenschaft, in welcher H. so Her-
vorragendes leistete, interessirte und dem
H. privative Vorlesungen und Demon«
strationen über Anatomie hielt. Nach
dessen Tode trat ein jahrelanger Stillstand
ein und im Vaterlande hörte man wenig
von dem Anatomen Hy r t l , nur vom
Auslande klang der Name des Gelehrten
in ehrfurchtgebietender Weise herüber.
Und in jüngster Zeit trat sein Name neuer-
dings helle in den Vordergrund, und
zwar als seine Präparate aus der mensch»
lichen und vergleichenden Anatomie auf
der Londoner Industrieausstellung 1862,
in der wissenschaftlichen Welt und auch
überhaupt großes Aufsehen erregten.
Aber schon früher und zwar in der
Iahressitzung der Pariser Akademie der
Wissenschaften vom 23. December 1861
wurde H. der Preis von 1361 für seine
Forschungen im Bereiche der vergleichenden
Anatomie zuerkannt. Einen ihm in jüng.
p. Würzbach, biogr. Lexikon. IX. ster Zeit in Iondon gemachten Antrag,
die Directorstelle eines der ausgezeich«
netsten Museen in London anzunehmen,
hat H. ebenso, wie fchon früher mehrere
andere Berufungen an auswärtige Uni»
verfitäten abgelehnt, da es H. vorzieht,
„in seinem Vaterlande zu wirken".
H.'s wissenschaftliche Arbeiten sind theils
selbftständige Werke, theils in den
Schriften der kaiserlichen Akademie
und in anderen Fachwerken abgedruckte
Abhandlungen. Die selbftständigen
Werke sind: „ ^nt^Tttta
1833,
80. ) mit 3 Taf.,
1837, xr. 40.); — „Ahrbnch der
Anatomie des Menschen mit Rücksicht out phtssm-
logische Negründnng nnb praktische Slimendnng"
(Prag 1846; 2. Auflage Wien 1850;
3. Aufl. ebd. 1833; 4. verm. Aufi. ebd.
1833, gr. 80.); dieses Werk H.'s wurde
auf allen Universitäten als Lehrbuch an<
genommen und ist bereits in fünf Spra«
chen, übersetzt; — „Bepidosinn pZrzMz.
UlllnoMphie" (Prag 1843. Fol. mit 3 K.
K.), ein Auszug davon in der „Isis"
1843, S. 869; — „Vergkichend-llnaillmiche
Untersuchungen über das innere Gehörorgan des
Menschen nnb der Skugethme" (Prag 1845,
Fol. mit 9 Taf.); — „HllMüch der tllzm-
graphischen AnlltllNie und ihrer praktisch-medi-
linisch'chirnrgiZchen Anwendungen". 2 Bde.
(Wien 1347, Wallishauser, gr. 8<>.;
2. Aufl. ebd. 1833; 3. Aufi. 1837;
4. Aufl. 1860, Braumüller, gr. 8".);
— „Ueber Selbststeuerung des Her^ns. Gin
Neitrag zur Mechanik der Aartenklappen" (ebd.
1833, Braumüller, gr. 8<>.); — „Handbuch
der praktischen ZergliederungzkunLt" (ebd.
3. Jänner 1863.) 39
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hibler-Hysel, Band 9
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Hibler-Hysel
- Band
- 9
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 518
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon