Seite - 161 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10
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den Tod. Als nämlich in Hallein die
Typhusepidemie ausbrach, besuchte er
ungeachtet seiner Scheu vor dieser Krank»
heit mit der Sanitätscommission die
Spitalslocalitäten, in welchen sich derlei
Kranke befanden, wurde in der That von
dem Uebel angesteckt und erlag demselben
nach kurzem Krankenlager.
Salzburger Zeitung. Nedigirt von Dr.
Ludwia Miel ich hofer. 1863, Nr. 6, im
Feuilleton: „Nachruf an Cajetan Iellmolli,
gewesenen Bürgermeister der Stadt Hallein".
Ieloußek (sprich Ielouschek), Franz
(Maler, gebürtig aus Kra in , wo er
zu Anfang des 18. Jahrhunderts gebo.
ren wurde). Wo und unter wem er sich
in der Malerkunst ausgebildet, ist nicht
bekannt; Baron Erberg, ein krainischer
Edelmann, bekannt durch seine Saniln»
lerlust und mehrere, freilich meist Hand-
schrift gebliebenen Arbeiten über Krain
hat in seinem Versuche eines Entwurfes
zu einer Literaturgeschichte für Krain die
Vermuthung ausgesprochen, daßIelou»
8 ek, nach den von ihm bekannten Bildern
zu urtheilen, in Italien gute Muster studirt
habe. Von seinen Arbeiten finden sich in
der St. Peterskirche in der Vorstadt Po«
lana zu Laibach ein Altarbild, die Mutter
Gottes mit dem Christuskinde und den
H. Joseph vorstellend. Unterhalb steht der
Name des Künstlers und die Jahreszahl
1736. Auch sollen sich noch andere Bll-
der dieses Künstlers in der genannten
Kirche vorfinden.
/^</^tt//6l'l^'Fa/cci7ls^/ </va?^), slovuik uiuM-
nilvük Mg'oälQvenLlcid, d. i. Lexikon der süd»
slavischen Künstler (Agram 1838. 3ex. l>".)
S. 4l7.
Iellltvicki, Eduard (polnischer In -
surgent, geb. zu Hubnik in Podolien
1803, erschossen im Stadtgraben Wiens
am 10. November 1848). Polnischer
Edelmannsfohn. der zugleich mit seinem
v. Wurzbach. biogr. Lerikon. X. Zewmicki
Vater Wenzel und seinen Brüdern
Alexander und Eustach bei der Er»
Hebung der Polen in Warschau im Jahre
1830 und 1831 eine Rolle spielte.
Eduard erhielt seine erste Bildung im
Vaterlande und beendete sie in der Inge«
nieur.Akademie zu Wien. Dann kehrte
er in seine Heimat zurück, wo er auf
seinen Besitzungen zugleich mit seinen
Brüdern mit Landwirthschaft und Studien
sich beschäftigte und thätigen Antheil an
den Vorbereitungen zur allgemeinen
Volkserhebung nahm. Als der Aufstand
in Warschau (29. November 1830) aus-
gebrochen war, erhielt Eduard die
Marschallwürde im Distrikte Haysyn, in
welcher Eigenschaft er sich an die Spitze
der Insurgenten dieses Bezirkes stellte.
Straszewicz in dem in den Quellen
bezeichneten Werke gibt ausführliche
Nachricht über Eduard's, seines Vaters,
welcher in der Ecklackt bei Maydon am
23. Mai 1831 den Tod auf dem
Schlachtfelde fand, und seiner beiden
anderen Brüder Verhalten in diesem
denkwürdigen Kampfe, in welchem die
Augen von ganz Europa theilnahmsvoll
auf die heldenmüthigen Kämpfer gerichtet
waren. Nachdem di.'r Aufstand durch
Rußland bezwungen worden war und
die Auswanderung begann. begab sich
Eduard auf österreichischen Boden und '
brachte Ein Jahr in Lemberg zu, wo er
die Emigranten mit allen ihm zu Gebote
stehenden Mitteln unterstützte, wohin ihm
aber auch die Reclamationen Rußlands
folgten und ihn erreichten. Er wurde ver>
haftet, nach Brunn gebracht, wo ihm
nach halbjähriger Gefangenschaft die
Flucht nach Frankreich gelang. In Frank-
reich war er zu Paris eines der thätigsten
Mitglieder der polnischen Emigration.
Als das denkwürdige Jahr 1848 anbrach
lund den Ereignissen in Paris die Mai«
:. 9. April 1863.) 1 !
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon