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Jeneivem 163 Jeuisch
in's Deutsche des Pater M arin Werk: „VW
ginia, eine schöne romanische Geschichte",
welche in zwei Bänden (in Linz, Jahr unbe»
kaunt) erschienen ist.
Ienelveill, Jacob (Maler. geb. zu
M ieders im Stubay in Tirol, lebte um
die Mitte des 18. Jahrhunderts). Ueber
diesen Künstler, der sowohl in Oel. wie
in Fresco malte, ist wenig bekannt. Er
war einige Zeit zu seiner Ausbildung in
Nom. Tschiscbka gedenkt eines Altar-
bildes seiner Hand, des „H. Sebastian",
in der Kirche zu Mieders im Nnterinn-
thale Tirols, deren schöne Fresken und
Stationsbilder gleichfalls feine Werke
sind, und ferner die von ihm gemalten
Stationsbilder zu Telfes im Stubay.
Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in
dem österreichischen Kaisersiaate (Nien 15:.l:,
Fr. Beck, gr. 8°.) S. 130, 15 l, 36?. — Tiro-
lisch es Kunst! cr 'Zerikon oder kurze Le»
densbeschrt'ibung jener Künstler, welche geborne
Tiroler waren u. s. w. (Innsbruck 1830, Fel.
Rauch. 8v.) S. 1l)3. — Nagler (G.K. Vi-.),
Neues allgemeines Künstler'Lerikon (München
!838. E. Ä. Fleischmann, 8°.) Bd. VI, S 438
Ienisch, Bernhard Freiherr von
(Orientalist, geb. zu Wien iO. No<
vember 1734, gest. ebenda 22. Februar
1807). Entstammt einer angesehenen
Familie, welche in der ehemaligen Reichs»
stadt Kempten ansäßig war. Schon sein
Vater stand in kaiserlichen Diensten und
war Hofsecretär in Wien. Der Sol)n
besuchte die sechs unteren Schulen im
Profephause der Jesuiten in Wien, hörte
dann Philosophie und Rechtswissenschaf,
ten an der Hochschule und kam, als 1784
von der Kaiserin MariaTheresiadie
orientalische Akademie begründet ward.
als erster Zögling in dieselbe. Schon im
Jahre 1733 wurde er als Sprachknabe
nach Constantinopel gesendet; 1737 als
Grenzdolmetsch in Temesvär angestellt;
1770 Hofsecretär bei der geheimen. Haus-, Hof» und Staatskanzlei, nach.
dem Baron Thu gut zu dem Congresse
nach Fokschan abgegangen war: 1772
Geschäftsträger bei der ottomanischen
Pforte; 1773 Grenzberichtigungs'CoM'
mifsär in der Bukowina und 1791 Hof»
rath in der Slaatskanzlei. Staats«
Ofncial und Referent der orientalischen
Akademie. Indem er schon im Jahre
1790 in den ungarischen Adelstand, im
Jahre 1809 aber in den Freiherrnstand
erhoben wurde, erfolgte nach Van
Swieten's Tode (1803) seine Ernen-
nung zum Hofbibliotheks'Prafecten. und
fallt in die Periode seiner Präfectur die
Anstellung des berühmten Geschichtschrei'
bers I o h a n n e s v on M üller als ersten
Cusios an der Hofbibliothek. Bot ihm
seine Laufbahn genugsam Gelegenheit, sich
als praktischer Staatsmann zu bewahren,
so benutzte er doch auch, ein Freund der
Wissenschaft, dieselbe ;u gelehrten For-
schungen. Er ist Verfasser mehrerer auf
die orientalische Literatur sich beziehender
Werke und Abhandlungen, wie z. B. der
„^«?H<^oFm ^67-H/l?a") die er im Namen
der von Mar ia Theresia gestifteten
Akademie (Wien 1778. 8«.) herausgab.
Dieselbe enthält Fabeln aus dem Behari»
stän des Dschami. Sentenzen, kleinere
Gedichte und Biographien.Umfassender ist
seine'.
7-/?'s« (Vionnae 1782, 4".). Sein wissen-
schaftliches Hauptverdienst aber besteht
in der Ausführung der zweiten Auflage
des arabisch'persisch'türkischen Wörter-
buches von Meninski, welche er auf
Veranlassung des Freiherrn Binder
von Kriegelstein ^Bd. I, S. 399^ in
den Jahren 1780—1802 in 4 Folio-
bänden in Wien besorgte. Er schrieb dazu
eine gelehrte umfassende (l65 S. starke)
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon