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in den selbst erbetenen Ruhestand versetzt
wurde. Schon im Jahre 18!!s erhielt er
das Ritterkreuz des Leopold-Ordens. im
folgenden Jahre die geheime Rathswürde;
der kärnthnerische Landtag ernannte ihn
zum Landstande und als er die ihm 1849
übertragene Oraanisirung für Tirol und
Vorarlberg beendet hatte, belohnte ihn
Se. Majestät mit dom Großkreuze des
FranzIoseph-Ordens. Als Staatsbeamter
zeichnete sich I . dilrch seinen gediegenen
Chai akter, eine körnige Schreibart und
geniale Behandlung wichtiger Gegen-
stande aus. Die Muße seines amtlichen
Berufes widmete I . wissenschaftlichen und
literarischen Studien und Arbeiten. In
den Jahren 1814 und 1813 führte er
in Klagenfurt die Redaction des Wochen-
blattes „Carinthia" und enthalten diese
beiden Jahrgänge, wie auch die früheren
und spateren, mehrere Aufsätze vaterlän«
disch.historiscken, topographischen, stati-
stischen und politischen Inhalts; ja auch
Gedichte. Bedeutender ist, was unge«
druckt in Handschrift blieb, u. z. eine
Uebersetzung von Cicero: „Ueber die
Freundschaft"; — des Marc Aurel :
„Betrachtungen über stch selbst", ferner
Sammlungen für ein kärnthnerisches
Idioticon, und werthvolle Notizen zur
Geschickte der kärnthneriscden Landesver«
faffung, welche letzteren zwei nebst jenen
Büchern seiner Bibliothek, welche die
Geschichte Karnthens betreffen und die
eine reiche Lidliotkeoa. o2rintk.ig.o2, bil«
den, er im Jahre 1844 dem historischen
Vereine für Kärnthen schenkte. Die im
Jahre 1813 anonym erschienene Flug»
schrift: „Wer soll unter den gegenwär,
tigen Umstanden sich dem Soldaten-
stände widmen?" soll ihn zum Ver»
faffer haben, und auch die 1811 in der
„Carinthia" erschienene scharfe Beleuch-
wng von Sartor i 's „Neuester Reise durch Kärnthen" ihrem Hauptinhalte
nach von ihm sein. Noch erschienen im
Jahre 1833 im Drucke zwei seiner
Reden, die eine gehalten in der Gene«
ralversammlung des Tiroler National-
Museums, die andere bei Aufstellung des
Bildes Franz I. im Rathsaale des
Stadt- und Landrechts zu Innsbruck.
Nicht volle zwei Jahre genoß I . den
Ruhestand, als er, da ihm nur wenige
Wochen zum 80. Jahre fehlten, starb.
Aus seiner Ehe haben ihn nur zwei
Töchter überlebt. Der berühmte Crimi-
nalist Sebastian Ienu l l j^ s. d. folgen»
den^ j ist sein leiblicher Bruder.
Buzzi (And. R. v.). Nachruf an Dr. Johann
Ritter von Ienull (Klagenfurt 1839, Ioh.
Leon, 8".). — Hermann (Heinrich), Hand»
buch der Geschichte des Herzogthums Kärn»
ten in Vereinigung mit den österreichischen
Fürstcnthümern (Klagenfurt 1860. Leon, 8".)
Bd. I I , 2. 187. 403 l>ach diesem geb. am
20. April 1773). — Archiv für vaterländische
Geschichte und Topographie. Herausgegeben
vom Geschicht-Vereine für Karnten (Klagen»
fürt 1860, 8°.) V. Jahrg. S. 1-20: „Nach«
ruf". — 3i itte rstands» Dip lom vom
10. Jänner 1827. — Wappen. Ein blau quer
und halb in die Länge silbern und roth ge»
theiltcr Schild. Im oberen blauen Felde sind
drei silberne Sterne zwei über einem; im
unteren rechten silbernen Felde auf grünem
Boden ein hoher viereckiger gedeckter Thurin
mit geschlossenem Thore; das untere linke rothe
Feld ist von einem wellenden Flusse natürlicher
Farbe getheilt. Auf dem Schilde ruhen zwei
zueinandergekehrtc gekrönte Turnierhelme, über
der Krone des rechten Helmes schwebt zwischen
einem offenen schwarzen Adlerfiuge ein silberner
Stern; aus der Krone des linken erhebt sich
zwischen zwei roth und silbern abwechselnden
Büffelhörnern der Thurm des unteren rechten
Feldes. Die Helmoecken sind rechts blau. links
roth, beiderseits mit Silber unterlegt.
Ienull, Sebastian (Nechtsg elehr-
ter. geb. zu Winklern in Ober«
kärnthen 21. Jänner 4777, gest. zu Wien
28. December 1348). Bruder des Vori-
g ^ , gleich diesem von dem strengen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon