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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10
Seite - 197 -
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Seite - 197 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10

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197 macht, daß sein Sturz beschlossen wurde. Die Cabale wirkte rührig im Geheimen. Man hatte es verstanden, den Kaiser R ud o lph gegen den Grafen zu erbittern; der kaiserliche Kammer» Präsident Wolfgang Unverzagt, eine jener erbärmlichen Creaturen, deren es zum Wehe der Menschheit zu allen Zeiten gegeben hat, hatte Alles bereits zur Vernichtung Ste- phan's eingeleitet, als dieser von einem Freunde gewarnt, noch rechtzeitig durch die Flucht nach Polen der verderblichen Wirkung dieser schändlichen geheimen Umtriebe sich ent« zog. Nun hatte Stephan durch die Flucht seine Freiheit, wohl auch sein Leben gerettet, aber als des Hochverrathes schuldig erkannt, ward er seiner Ehren und Güter verlustig (1603). Erst als 1604 unter StephanBocö. kay die Unruhen in Oberungarn ausbrachen und Bocskay den unverdient Gekränkten und im Volke beliebten Stephan für sich zu gewinnen suchte, ging auch Erzherzog Ma» thias, der mit der Bewältigung der Unru» hen beauftragt war, ernstlich daran, Stephan in sein Interesse zu ziehen. Dieser aber war auf daS sorgsamste bemüht, seinem Vaterlande hilfreich zu sein, bewirkte, daß Bocskay Frieden machte, schloß mit den Türken den 20jährigen Waffenstillstand ab und machte auch sonst noch in segensreicher Weise seinen Ein< siuß geltend. Die Macht seiner Gegner war gebrochen, Stephan ward in alle seine Ehren und den Besitz ftines ganzen Vermögens wieder eingesetzt, ja noch mehr, er wurde zum Palatin erwählt, nachdem diese Würde seit Thomas Nadäsdy's Tode durch 46 Jahre unbesetzt geblieben war. Verehrt im Lande, in welchem die Erinnerung an sein segens- reiches Walten noch heute lebendig ist, starb er im Alter von 79 Jahren, nachdem er vor» her, kinderlos aus zwei Ehen, den Sohn sei« nes Bruders Franz (II.), Kaspar sNr. 4), an Kindesstatt angenommen und zum Erben seines großen Vermögens eingesetzt hatte. ^Taschenbuch für die vaterländische Ge- schichte, herausgegeben von Hormayr und Mednyanöky (Wien, 12«.) n . Jahrg. (1821), S. 288—300: „Stephan Illeshazy"; — Dasselbe. Neue Folge, I. Jahrg. (1830), S 18—22. — Porträt. Eine schlecht aus» geführte, nichtsdestoweniger jedoch sehr charak- teristische Lithographie, im Jahrgang 1821 des Hormayr'schen Taschenbuches.) — 7. Ste- phan (III.) (geb. zu Preßburg 30. April 1762, gest. 30. Juli 1838). Der letzte dieses Geschlechtes, war ein Sohn des Grafen < Johann, aus dessen Ehe nut Sidonie Gräsin Batthyany. Schon unter Kaiser Joseph wurde er zugleich mit dem Schatz« meister Anton Graf Iankoviu s^iehc d. S. 74) zur Unterdrückung des durch Hor« jah und Klocska ^Bd. IX, S. 272) an< gezettelten Bauernaufruhres entsendet. 1790 wurde er Reichstags«Abgeordneter des Comita» tes Trencsin, und spielte eine einflußreiche Nolle- 1797 , als die ungarische Insurrcction in's Leben trat, ward er Major des Toma-Liptauer Regiments. Nach dem 1800 erfolgten Tode seines Vaters erhielt er die Obcrgespanschasts» würde der beiden Comitate Trencsin und Lip» tau, welche bei seiner Familie erblich war. Indem er schon 1792 k. k. Kammerer ge- worden, wurde er 1801 geheimer Rath, 1808 Ritter des goldenen Vließes, war 1813 bei der zur Entschädigung der Ueberschwemmten zusammengestellten Commission thätig. Im Jahre 1830 Mitglied des leitenden Senates der k. ungarischen Akademie, legte er 1832 seine Obergespanschaftswürde nieder und ver- kaufte, da er aus seiner Ehe mit Theresia Gräsin VarliolM (vermalt mit ihr seit 1786) keine Kinder hatte, 1836 seine Güter, be- zahlte seine Schulden und lebte ganz zurück» gezogen auf seiner Besitzung Sarua auf der Insel Schütt, wo ihn zwei Jahre später im hohen Alter von 76 Jahren der Tod heimsuchte und mit ihm eines der mächtigsten und glor- reichsten Adelsgeschlechter Ungarns im Man- nesstamme, mit seiner Schwester aber Jose» phine, verheiratheten Gräsin Franz Win- disch» G ratz, der weibliche Stamm erlosch. s^aFz, /"Ivan), NIa,3Mi'or522F CLklääm csi- inerLkksi äs i622äl-m.a2äLi täbläkkai, d. i. Die ungarischen Familien mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1839. Moriz Räth. gr. 8«.) Vo. V, S. 228. — Hz2dd !2M6rotok tära (Pesth, 8".) Bd. IV, S. 424. — 5la- 3?2r N6piäi> 1857, Nr. 3, S. 21. daselbst des Grafen Stephan (III.) Porträt.) III. Wappen. Nach Nagy und Hormayr im blauen, nach Kneschke's „Grafenhäustr" (II I , 173), im silbernen Felde ein zum Fluge sich anschickender, schwarzer gekrönter, nach rechts sehender Adler, welcher auf einer golde« nen Krone stehend von einem goldenen Pfeile am Halse schräglinks durchbohrt ist. Den Schild bedeckt die Grafenkrone, auf welcher sich der Adler des Wappenschildes in ganz gleicher Nich« tung erhebt. Helmdecken schwarz, rechts mit Gold, links mit Silber unterlegt. Zu geden» ken ist hier, daß dieses Familienwappen der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Band 10
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Jablonowski-Karolina
Band
10
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
524
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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