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Illner, Ignaz (Schauspielei und
Mechaniker, geb. zu Oels im böhm.
Riesengebirge im ersten Iahrzehend dieses
Jahrhunderts, entleibte sich selbst in der
Nähe vonPrag am Allerseelentage 1861).
Der Sohn eines geachteten Schulmannes,
unter dessen Leitung I . den Studien oblag,
bis er, um die Rechte zu studirm, sich nach
Prag begab. Da er eine schöne Bariton»
Stimme besaß und des Gesanges kundig
war, wurde er bald für die Bühne ge«
Wonnen und gab das Studium der Rechte
auf. Mehrere Jahre sang er als Bariton
in deutscher und öechischer Sprache auf
der Prager Bühne; nachdem aber Stoe«
ger die Leitung derselben übernommen
hatte, machte I . eine Kunstreise nach
Deutschland und nahm zuletzt einen vor»
theilhaften Antrag der Höfbühne zu Co>
bürg an. I n Coburg war I . sehr beliebt
und der regierende Fürst gab dem Kunst«
ler mannigfache Beweise seiner Huld.
Aber die Sehnsucht nach der Heimat
überwog, und als H offmann Md. IX,
S. 472, Nr. 23) im Jahre 4846 Di-
rector des Prager Theaters wurde, ließ
sich I., dessen Stimme bereits abgenom«
men, für Rollen zweiten und dritten
Ranges engagiren. Unter Thom6
wurde I . nicht wieder engagirt. Er
errichtete nun eine Gefangsschule, welche
jedoch wenig bekannt geworden zu sein
scheint. Wie schon früher in Coburg,
errichtete er nun auch in Prag — denn
I . war ein vortrefflicher Schwim»
mer — eine Schwimmschule, aber zwei
auf einander folgende nasse Sommer
machten auch dieses Unternehmen I.'s
scheitern. Ein von ihm gefaßter Plan,
ein stehendes Theater für Karolinenthal
und Smichow zu gründen, kam gar nicht
zur Ausführung. So scheint denn die
Verzweiflung, etwas zur dauernden Ver-
sorgung seiner zahlreichen Kinder begrün« den zu können, ihn zum Selbstmörder
gemacht zu haben. I . war ein erfinde»
rischer Kopf, der viel gelernt hatte und
manches Zweckmäßige ersann. Namentlich
ist es eine von seinen Erfindungen, die
selbst in weiteren Kreisen bekannt wurde,
nämlich eine Vorrichtung, welche daS
Leckwerden und Untergehen eines Schiffes
verhindern und unmöglich machen sollte.
Ein Linienschiffmodell mit dieser Vorrich«
tung wurde in Prag öffentlich gezeigt,
und I . stand längere Zeit wegen dieser
Erfindung mit dem belgischen, dann mit
dem holländischen und, wenn wir nicht
irren, mit dem französischen Marinemini'
sterium in Unterhandlungen. Vielleicht
wurde er oder wird er auch wie Nessel
um seine Erfindung bestohlen werden.
I l lner hatte auch medicinische Kenntnisse
und war im Besitze einiger Geheimmittel.
Aus seiner Ehe mit der Schauspielerin
Al l ram hinterließ er eine zahlreiche und
unversorgte Familie. Ein Sohn ist Pianist
und hat bereits mehrere Tanzcompositio-
nen veröffentlicht, eine Tochter betrat im
Jahre 1839 die schauspielerische Lauf.
bahn.
Bohemia (Prager Journal, 4».) Jahrg. t86t,
Nr. 261. S. 2471. — Fremdend latt (Wien.
4".) l861, Nr. vom 5. November.
, Franz, siehe: Ielousek,
Franz sS. 461^.
Illucz, Olah Johann (Public ist,
geb. zu Tiszg.Tokaj im Zempliner
Comitate 4847). Nachdem er im Eltern,
hause, auf dem Gymnasium zu Ujhely
und auf dem Lyceum zu Kaschau seine
Studien beendet hatte, betrat er die juri»
dische Laufbahn und begab sich zu diesem
Zwecke nach Pesth. Auch begann er um
diese Zeit literarische Arbeiten und trat
zuerst in der von Johann Garay
M . V, S. 87) redigirten Zeitschrift
ö) d. i. Erzähler, mit der Novelle
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon