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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10
Seite - 214 -
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Zwaghi 244 Zwaghi Inzaghi, Karl Vorromäus Graf (Oberster Kanzler der vereinigten Hofkanzlei, Humanist, geb. 3. Decem- ber 1777. gest. zu G ratz 17. Mai 1836). Sohn des Grafen Johann Repomuk I., k. k. innerösterr. Gubernialrathes und Ober-Berginspectors zu Idria, aus seiner Ehe mit der Grasin Attems. Graf Kar l trat in Gratz in den Staatsdienst, ging von da nach Galizien, wurde dann Kammerherr Sr. kön. Hoheit deö Erzher, zogs Rainer, Vicekönigs in Italien, unter Einem k. k. Cabinetssecretär und später Obersthofmeister des Vicekönigs. Im Jahre 1813 begleitete er die Armeen der Alliirten als österreichischer Armee« Intendant auf ihrem Siegeszuge; 1818 wurde er Gouverneur in Laibach, von wo er in gleicher Eigenschaft nach Venedig und. da ihm die Lust daselbst nicht zu- traglich war. nach Brunn kam. Brunn vertauschte er mit Wien, um als erster Hofkanzler bei der vereinigten Hofkanzlei eines der höchsten StaatSämter anzutre- ten, worauf er nach dem Tode des Gra« fen Mit trowSky deffen Nachfolger in dcr Stelle des obersten Kanzlers wurde. Auf diesem Posten beging er noch das 30jährige Dienstjubiläum, dann aber fiel auch er gleich vielen Andern, ein Opfer der mit den Märztagen 1848 hereinbre« chenden neuen Zeit mit den alten Men> schen. Graf Inzagh i , welcher mit der Würde eines obersten Kanzlers, jene eines Präsidenten der Studien.Hofcommisfion, k. k. Kammerers und geheimen Rathes verband, besaß das Großkreuz des Leo» pold-Ordens und war Großkreuz. Ehren- bailli des souveränen Iohanniter»Ordens. Nach seinem Austritte aus dem Staats- dienste begab er sich nach Gratz, und wie überhaupt weniger seine staatsmän» nische Wirksamkeit in einer Oesterreichs unwürdigen Zeit in Anbetracht kommt, so war es ebenso damals, als er nach dem Staatskanzler das höchste Staatsamt in der Monarchie bekleidete, wie. spater, nachdem er in den Ruhestand übergetreten und nach Gratz sich zurückgezogen hatte, vornehmlich das echt humane, nur das Menschenwohl, und zwar mehr im Gehei- men als öffentlich, fördernde Wesen, wel- ches ihm das Andenken vieler einzelner, von ihm dauernd Unterstützten, wie jener Stadt sichert, die er zum Mittelpuncte sei- ner Wohlthätigkeitsacte gemacht hat. Es gab kein Wohlthätigkeitsinstitut in Gratz, das er nicht reichlich unterstützt hätte, und so feiern das Gratzer Kinderspital, die Kinderbewahranstalten, die Krippen, das Witwminstitut für Bürger, der Invali- denfond in Pettau, das Institut der barmherzigen Schwestern sein Andenken als das eines ihrer edelsten Wohlthäter. Für das Waiseninstitut Bor romäum, des von ihm gegründeten katholischen Männervereines, kaufte er ein Haus um mehrere Tausend Gulden, ließ es zweck» mäßig umbauen, mit Betten, Kleidungs« und Einrichtungsstücken versehen, fun« dirte es mit einem Capital zur Erhaltung des Hauspersonales, was Alles wieder einen Betrag von mehreren Tausend Gul' den ausmachte. Im Jahre 1856 schenkte der Graf das vollendete und völlig ein- gerichtete Haus dem katholischen Män- nerverein und, um dessen Erhaltung zu sichern, fügte er zu dieser Schenkung eine neue von 20.000 fl. hinzu. Seine im Stillen geübten zahllosen Wohlthaten übersteigen aber weit die oben angeführten Summen. Wien und Gratz haben den edlen hochherzigen Cavalier zum Ehren- bürger ernannt. Er starb im hohen Alter von 79 Jahren. Auf seinen Wunsch wur- den seine irdischen Reste von Gratz in die eigene Gruft auf dem Fried Hofe zu Wäh< ring bei Wien überführt und dort bei-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Band 10
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Jablonowski-Karolina
Band
10
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
524
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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