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Joachim 22tt Joachim
Joachim, Wilhelm (Arzt und Fach.
schriftsteller, geb. zu PreĂźburg
4814, gest. 47. Sept. 1838). Stammt
von jĂĽdischen Eltern, welche ihn die
Talmudischen Studien vollenden laffen
wollten. I . aber widmete sich, nachdem
er daS Gymnasium in seiner Vaterstadt
besucht, dem Studium der Medicin. 1838
erlangte er die medicinische DoctorwĂĽrde
zu Pesth, worauf er sich
nach Wien begab
und dort die Spitalspraris begann, dann
im Militärspitale als Aspirant Dienste
leistete, bis er nach wenigen Monaten als
Feldarzt in kais. Dienste trat und zur
Armee in Italien eingetheilt wurde.
Nach mehrjähriger Dienstleistung in Dal»
matien kehrte er in seine Heimat zurĂĽck,
begann in Sarvär in der Eisenburger
Gespanschaft seine Praxis auszuĂĽben,
und mit solchem Erfolge, daĂź er schon
im Jahre 4847 zum zweiten Physikus
der Eisenburger Gespanschaft ernannt
wurde. Im Jahre 4833 legte er seine
Physikatsftelle nieder und ĂĽbersiedelte
nach Pesth, wo er sich ausschlieĂźlich der
Privatpraris widmete, aber schon in
wenigen Jahren — in der Vollkraft seines
Lebens. I . zählte erst 47 Jahre — starb.
Joachim, ganz seinem Berufe hingege»
ben, widmete die ihm ĂĽbrigbleibende MuĂźe
der schriftstellerischen Thätigkeit in seinem
Fache. I n Dalmatien, wo er ftationirt
war, beobachtete er die klimatischen Ver»
haltniffe dieses Insellandes, und erprobte
deffen Milde fĂĽr besonders heilsam bei
Brustleidenden. SeineBeobachtungen ĂĽber
die miasmatischen Salinen zu Pago ver.
öffentlichte er in der magyarischen Medi»
cinal'Zeitung „Orvasi tai". Später
bereiste er zu Sanitätszwecken Croatien
und das ungarische Littorale und unter»
- suchte die Thermen zu Topusko, Teplih
bei Warasdin, deren regelwidrige Ver«
waltung im Interesse der leidenden Menschheit er dringend einer Reform
anempfahl. Als er sich in der Folge fast
ausschlieĂźlich der Balneologie zuwendete,
veröffentlichte er in der „Balneologischen
Zettschrift" und in der „Zeitschrift für
Natur« und Heilkunde in Ungarn" eine
Folge von Darstellungen ĂĽber ungarische
Bäder und Badegegenden, als: „Der
Neusiedler See"' — „Die Bitterwässer
Pannoniens";— „Säskut"; — „Tar-
csa";— „Ugod"; — „Die ungarischen
Schlammbäder"; — „kia äesiäeria von
FĂĽred". u. dgl. m., in deren treuer und
unparteiischen Schilderung er auch unver«
hohlen auf die Mängel und Gebrechen
ihres Zustandes hinwies und dadurch
zur Abstellung derselben in den meisten
Fällen wesentlich beitrug. Außer obigen
und vielen anderen in den zwei genannten
Fachblättern enthaltenen Aufsätzen hat er
selbstständig herausgegeben: „Ver Gesund-
liritgfrkiind der menschlichen Seele" (Stuttgart
4843, Ebner und Seubert, 8".); —
") d. i. KurzgefaĂźte
gerichtliche Medicin für Aerzte und Advo«
caten(Pefth4833. 8o.); — „Netrachtnngen
über die Hämarrhaidalzustände und deren Hei«
lnng" (Pesth 1833, gr. 8" . ) ;— „Nie Nitter-
mässer Pannnniens in
chemischer,
phqsilllllgischer
nnd vorzüglich in therapeutischer Neziehnng" (eöd.
1833); beide frĂĽher in Dr. Wachtel's
„Zeitschrift für Natur« und Heilkunde in
Ungarn"; — „Air Nillglwstik. nnd Therapie
der Zlbsresse" (Wetzlar 4836, Rathgeber,
gr. 80.). Joachim war Mitglied des
norddeutschen Apothekervereins, der Leo»
poldinischen Akademie, des Pesth-Ofner
k. k. Vereines der Aerzte, der deutschen
balneologischen Gesellschaft und der
Naturforschergesellschaft zu Breslau.
Reich (Ignaz), Vstk-LI. Ehrentempel verdien-
ter ungarischer Israeliten (Pesth, Bucsansky.
4°.) I I I . Heft (l860). S. 66. - Auch dürfte
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Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon