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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10
Seite - 231 -
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Seite - 231 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10

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Jörger 231 Zörger Fernberger. Johann war anfänglich, 1382. Landrath. von 1598—i 603 Verordneter der Stände von Oesterreich ob der Enno, eifriger Anhänger der evanaelisch'lutherischen Kirche, und lvar dcln Bündnisse der protestantischen Herren mit jenem von Böhmen und Mähren auf dem Congresse zu Horn 1608 beigetreten. Auch hat er das Iörger'sche Stammschloß Tollet 1605—U',11 ganz neu erbaut. ^Wiß- gr i l l , am bez. Orte, IV, 50?. — Ersch und Gruder, Allgemeine Encyklopädie der Wissen« schaften und Künste, I I . Sect. 23. Thl. S. 34. — 5. Johann Ehriftoph Ghrenreich Graf von I . (geo. 1658, gest. 1681). gleichfalls von derHanns von Jörge r'schen Linie, ein Sohn desIohann Quint in Grafen von I . aus dessen erster Ehe mit Mar iaAnna Freiin von Königsberg. Der Graf trat jung in kaiserl. Kriegsdienste und wurde Oberst eines Infanterie'Rcgiments. als welcher er in Un- garn gegen die Türken, erst 33 Jahre alt, im Kampfe fiel. — 0. Johann Peter (geb. 1656. ermordet 13. Februar 166(1). ältere Vruder des Vorigen, war bereits im Alter vor 22 Jahren Regierungsrath. Srin Vater, de berühmte Johann Quin t in (oder wie auch genannt Ioh an n Qui r in), hatte einer Verwalter Namens Johann Gr ueber schlechter Aufführung wegen aus dem Dienste gejagt. Grueber sann nun aus Nache, und als des Grafen Sohn Johann Peter am 13. Februar l68U aus dem Rathe über den Michaelerplatz fuhr, sprang Grueber an den Wagen und schoß den jungen Grafen nieder. Grueber flüchtete sich nun in die Michaeler« kirche, wurde aber von der Wache heraus« geschafft. Die Geistlichkeit protestirte dagegen und Orueber wurde wieder in's Kloster ge- bracht. Endlich siegte doch die Gerechtigkeit. G ru eber wuroc ausgeliefert und am 8. März gerädert. sHüb ner auf seiner Tabelle 700, Wißgr i l l . IV, S. 51U. Stramberg in der Ersch und Gruber'schen Encyklopädie, I I . Sectwn. 23. Theil, S. 35, geben den l^l. Februar 1U5l) als den Tag des an Iörger verübten MordeS an; Franz G raffer jedoch, obne eine Quell? sonst anzugeben, bezeichnet als diesen Tag in seinen „Kleinen Wiener Memoiren" (Wien 1643. Beck, i>o., Bd. I, S. 1!)) den >6. Februar 1577.) — 7. Johann Kar l Graf I., ein Stiefbruder der zwei Vori< gen, blieb als Oberstlieutenant im Gefechte bei Kerkeret am 2«. August 1696. — 8. Johann Q.uentin (I.) Graf von I . (geb. 1624, gest. zu Wien 17. Februar 1705). gleichfalls von der Hanns von Iörger'schen Linie, Sohn des Johann Helf reich Freiherrn von I . aus dessen Ehe mit Elisabeth Po l yrena Freiin von Althann. und Vater der drei Borge- nannten lNr. 5. 6, 7). I oh a nn Que ntin trat zur katholischen Kirche über, wurde 1650 kaiserl. Kämmerer. 1651 Hofkammerrath, bald darauf Hofkammer-Viceprasident, 1681 wirkl. geheimer Rath. 168? Statthalter uon Oeste^ reich u. d. Enns; 1688 Ritter dcS goldenen Vließes und zuletzt k. k. Staats» und Conferen;- minister. Als Statthalter hat sich Johann Que ntin um die Polizei und SicherhcitS> anstalten Wiens große Verdienste erworben. Ihm verdankt Wien eine der nützlichsten Ein« richtungen. die Beleuchtung der Straßen bei Nacht, womit er den Kaiser überraschte, alü dieser nach längerer Abwesenheit von Wien am 26. Jänner 1688 dahin zurückkehrte; ferner hat er die Rumor» und Sicherheitswache (nicht wie Stramberg berichtet die Rumor» und Sicherheiisw eg e). die Marktordnungen, die Feuerlöschanstalten, eine bessere Pflasterung u. dgl. m. in Wien eingeführt. Durch seine Redlichkeit, Gerechtigkeitsliebe und seinen prak» tischen Diensteifer erwarb er sich ebenso dae allgemeine Vertrauen, wie die besondere Gunst und Liebe seines Monarchen des Kaisers Leo po ld I . Iörger hat auch Memoiren hinter- lassen, welche nicht weniger denn 8 Bände umfassen und von denen Bergmann meldet, daß sie die kais. Hofbibliothrk in Wien besitzen soll. Näheres darüber berichtet Graf Ma i l äth in der Vorrede zum IV. Bande (S. X—XIII) seiner „Geschichte deS österreichischen Kaiserstaa» teS". Johann Quentin wurde zugleich mit seinem Oheim Johann Sept imius mit Diplom vom 9. August 1659 in den erblichen Reichsgrafenstand erhoben. Er war zweimal »verheirathet, 1) mit Nana Anna Freiin von Aöniasöerg und 2) mit NliriaAosasiaGrafin von l.'oseu stein (gest. 3. Octobei- 17liO), von welchen zwei Frauen er 15 Kinder hatte. Der Graf liegt mit seiner zweiten Frau in der Profeßhauskirche der Jesuiten am Hofe in der unter dem Rosa« lien.Altare befindlichen Iörger'schen Fami» lieugruft bestattet, auf welcher nebst dem Wappen die Worte stehen: llsyuisZ Oomituin ^ör^üi- noviiiäiinuin äionl pi-asstolantium; pis «Io«u Voinino äoun eii> i'eguisili sein- vitsl-uam. ^All gemein es historisches Lerikon (Leipzig 1730-1740. Thomas Frit< schen's sel. Erben. Fol.) Bd. I l , S. t040. — Wißgr i l l , am bez. Orte, IV, S. :»w. — Ersch und Gruber, Allgemeine Cnlyklopä
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Band 10
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Jablonowski-Karolina
Band
10
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
524
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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