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Zorger 232 Jörger
die der Wissenschaften und Künste, I I . Sect.
23. Theil, S. 35.) — 9. Johann Ouen-
tin (II.) Graf I . lsiehe die Biographie des
Franz Anton GrafI.. S. 227. zu Ende^.—
10. Johann Septimius GrafI. (geb. 1594.
gest. zu Nürnberg 1662), gleichfalls von der
Hanns von Iörg er'schen Linie, Oheim des
Johann Quentin ss. Nr. 8 .^ Johann
Sept imius wurde 9. August 1659 zugleich
mit seinem Neffen in den Reichsgrafenstand
erhoben. Er lebte mehrere Jahre in Steier«
mark auf der mit seiner Gattin Amm j)oten»
ziana Freiin Ho/mann von ÄrechlM erheiratheten
Herrschaft Strechau, welche er aber 1629 dem
Stifte Admont verkaufte, und dann der freien
Religionsübung wegen nach Frankfurt, später
nach Nürnberg auswanderte. Jörg er war
ein großer Kunstfreund, der selbst mehrere
Blätter radirt hat; diese sind sehr zart und
nett in Math. Meri an's und Sa ftlev en's
Manier ausgeführt. Eine Folge von 6 Blät-
tern (Qu. 120.) Landschaften trägt auf dem
Titel das Bildniß des Grafen in ganzer Figur
und reich gekleidet, wie er an dem Stücke eines
Architravs gelehnt zeichnet; neben ihm steht
ein Page und noch ein Diener; auf dem Steine
steht die Inschrift: „In yuarto ßioruo a I^so-
Mäo äiae. etc. 0. ss^t. ^o'i-FLi- oomss 1662";
diese Blätter sind schon sehr selten. Miß»
gr i l l . IV, S. 508. —Bergmann, S. 150.
— Nagler (G. K. Dr.). Neues allgemeines
Künstler-Lexikon (München 1838, E. A. Fleisch«
mann, 8<>.) Bd. V I , S. 464. — Porträte.
1) I . Sandrar t 20. 1653 (8«.); — 2) G.
Strauch äsl., I . Sandra rt se. 1662 (4°.);
- 3) Ipse äei. 1645, A. Khol so. (Hüft-
bild, eine Zeichnung in der Hand, 4".); —
4) Seb. Fürck 20. 1649 (Hüftbild. 4«).) —
11. Mar ia Iosepha Gräfin I . (geb. 1667
gest. 10. März 1?4L), älteste Tochter des Gm»
fenIohannQuentin (I.) aus dessen zweiter
Ehe mit Maria Rosalia Gräsin Losen»
stein. Sie war seit 4. Mai 1689 Gemalin
des berühmten k. k. Feldmarschallö und Helden»
müthigen Vertheidigers von Wien Ernst Rü«
diger Grafen von Starhemberg und nach
dessen Tode seines Halbbruders Gundaker
Thomas Grafen Starhemberg. —
12. Maximil ian Kar l (gest. 1697), von der
Hanns von Iörger'schen Linie; Sohn des
Andreas Christian Grafen I . aus dessen
Ehe mit der Freiin von Gehbeck. Mari»
mil ian diente in der kaiserlichen Armee,
wurde Oberst und Commandant des Ernst
Rüdiger Starhemberg'schen Regiments und siel in der Schlacht bei Zenta. Aus seiner
Ehe mit Aalyarina Tökölu, Schwester des be-
rühmten Emerich und Witwe des Grafen
Franz Eßterhäzy, hatte er keine Kinder. —
13. Wolfgang Jörg er (gest. 15. März
1524), dessen Söhne die drei Linien.- die Chri-
stophorische, Hanns'sche und Hille«
pra nd'sche (II.) Linie stifteten. Wolfgang
war ein Sohn Hilleprand's (l.) von I .
aus dessen Ehe mit Benigna Anhanger. In jün<
geren Jahren war er Truchseß, Landrath ob
der Enns, 1305—1508 Salzamtmann. In den
Jahren 1485 und 1486 half. er bei der Ver-
theidigung der von Mathias Corvinus
belagerten Stadt Wiener Neustadt, im letztge-
nannten Jahre erhielt er vom römischen Könige
Mar am 5. April zu Aachen den Ritterschlag.
Im Jahre 1511 wurde er Landeshauptmann
in Oesterreich ob der Enns, legte aber Alters-
halber l520 sein Amt nieder. Seit 1497 war
er mit Dorothea von Raming oermält. Die
verwitwete Frau Dorothea war eine merk«
würdige und geistvolle Frau. Einen großen
Theil ihres Vermögens verwendete sie
für arme
Gesellen, welche zu Wittenberg die Bibel stu-
dirten. Von 1534 bis 1544 stand sie
mit Luther
in Briefwechsel und Martin Moseder, der
bei ihr einige Zeit Prediger gewesen, ließ diese
Briefe drucken. Trotz des strengen Befehles,
den Kaiser Fer dinand I. mit 3. April 1539
erlassen hatte, schickte
sie zwei ihrer Enkel, A b r a«
h a m und seinen Vetter Ladislaus, 1242
nach Wittenberg, wo
sie Luther dem Doctor
der Theologie Georg Majer anvertraute.
Dorothea hatte ihrem Gemal Wolfgang
11 Kinder, u. z. 6 Söhne und 5 Töchter, ge«
boren und 3 der Söhne, wie schon bemerkt,
stifteten die 3 Zweige der jüngeren Linie.
^Bergmann (Joseph), Medaillen auf be-
rühmte und ausgezeichnete Männer des öster-
reichischen Kaiserstaates vom XVI. bis zum
XIX. Jahrhunderte (Wien 1844, Tendier, 4«>.)
Vd. I, S. 146. und Taf. XI der Abbildun«
gen wo unter Nr. 49 eine Medaille abgebildet
ist, welche auf der Kopfseite Wolfgang's
Brustbild, und auf der Kehrseite das Iör<
ger'sche Wappen weist.^ — Wappen. Das
Stammwappen ist ein der Länge nach herab
getheilter Schild, rechts Silber, links schwarz;
im silbernen Felde eine schwarze, im schwär»
zen Felde eine silberne Pflugschaar. Bei der
Erhebung in den Grafenstand ist das Wappen
beträchtlich vermehrt worden; aber Heraus»
geber pflichtet der Meinung Stramberg's
ganz bei, und diese lautet: „Ein altes verühm.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon