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Mai 247 Iükai
gen protestantischen Familie; sein Vater
Joseph (gest. 1337) war Fiscal und
seine Mutter Mar ia (gest. 1836) ist eine
geborne Palay. Iäka i besuchte die
Schulen zu Komorn. Pä.pa und Kecske
inet. Sein poetisches Talent erwachte
früh; als Knabe mit 6 Jahren schrieb er
Verse, von denen Proben in der Zeitschrift
^kkZ^iö" abgedruckt erschienen. Spater
jedoch wendete erfich von der rhythmischen
Behandlung der poetischen Stoffe ab und
schrieb nur in Prosa. Auf der Schule in
Päpa. 1844. befreundete sich Iäka i mit
Alexander P etö fi und SamuelP e t r i c s-
Orlay. Diese Verbindung trug nicht
wenig zur geistigen Ausbildung der drei
strebsamen Jünglinge bei, deren je5er,
so jung sie waren, die Preise des Pävaer
Ausbildungs-Vereins, Petöf i und Pe-
tr ics für Gedichte, I äka i für seine
Novelle: „^sisnHe/s?", d. i. Das Gottes«
gericht. erhielt. Im Jahre 4843 kam
Iokai nach Pesch und hat sich daselbst
bleibend niedergelassen. Bajza ^Bd. I,
S. 427^ und Vörösmarty habenden
vielversprechenden Dichter liebevoll auf«
genommen. Ein Drama: „AnÄ6 F?/",
d. i. Der Iudenjunge, welches er l844
der Akademie eingereicht, wurde von der«
selben mit der ehrenden Belobung aus<
gezeichnet; 4846 — 24 Jahre alt — gab
er seinen ersten Roman „NötköTnapok",
d. i. Die Wochentage, heraus. Auch trat
er im genannten Jahre dem von Petöf i
gegründeten Vereine der „Dezemvire"
bei, der im Iungungarn eine reformi«
rende Fortschrittspartei. wie etwa das
junge Deutschland in den Dreißiger Jah-
ren, reprasentirte. I n dieser Zeit erschie«
nen von ihm in den magyarischen belle«
tristischen Journalen. Novellen und Er»
zählungen, die seinen Namen bald bekannt
und seine Arbeiten beliebt machten. I m
Jahre 4847 übernahm er endlich selbst die Redaction der 4842 von Franken«
bürg gegründeten und tonangebenden
Wochenschrift „Hi6tk6xek«) d. i. Lebens-
bilder. Das Jahr 4848 warf aber wie
so manches andere auch dieses Blatt über
den Haufen, und der Romantiker I äka i
wurde wie viele Andere Politiker. Bevor
er jedoch die Redaction deS „?e2ti
Naxlo", wie es im Werke war, übernahm,
flüchtete er anfangs 4849 mit dem Reichs-
tage nach Debreczin. wo er die Zeitschrift
„ALti lapok«, d. i. Abendblatter. b>
gründete, welches die Partei MadaräS
und ihr maßloses Organ „Der fünf-
zehnte März" mit Humor geißelte. Nach
der Waffenftreckung von VillagoS kehrte
I . nach Pesth zurück und kam in kriegsrecht«
licbe Untersuchung, welche jedoch nur von
kurzer Dauer war. Seit dieser Zeit lebt
Iäkai , der sich schon im Jahre 4848 mit
der berühmten dramatischen Künstlerin
Rosa 3ä.borfalvi Benke ^s. die Fol-
gende^ vermalt hatte, ausschließlich der
Literatur, und schrieb anfänglich unter dem
Namen Sajä, später unter eigenem. Den
Winter über bringt er in Pesth zu. im
Sommer aber lebt er auf seinem Land-
hause im Ofener Gebirge auf dem soge>
nannten „Schwabenberge". Obgleich I .
in seinen Romanen, Novellen und Erzähl
lungen Menschen und Gegenden aller
Zeiten und Länder mit einer bewunde«
rungswerthen Genauigkeit schildert, ist er
doch aus seinem engeren Vaterlande noch
nicht herausgekommen .und war sein wei-
tester Ausflug eine Reise nach Siebenbür-
gen, die er 4833 unternahm und die von
Dorf zu Dorf einem Triumphznge glich.
DieseThatsacheseinenRomanen gegenüber
gestellt, die sich in aller Welt abspielen,
beurkundet einen Reichthum der Fantasie
ohne Gleichen. Von frühester Zeit mit
einem nicht gewöhnlichen Kunfttalent be-
gabt und besonders geschickt in Darstel«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon