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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10
Seite - 266 -
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Seite - 266 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10

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Jordan 266 Jordan Erste, der die Volkslieder der Lausitzer Serben sammelte. Endlich begründete er in Leipzig ein Organ für slavische Interessen in deutscher Sprache — es ist dieß bemerkenswerth, weil gewiß noch keinem Deutschen es eingefallen ist, ein Organ für deutsche Interessen in slavischer oder irgend einer andern Sprache zu begrün« den — und begann in Leipzig 1842 die Heraus» gäbe der „slavischen Jahrbücher", welche durch ihre erclusioe Haltung, durch die von slavi» scher Seite den Deutschen in deutscher Sprache gesagten Insulten bald in Ruf, um nicht zu sagen, Verruf kamen. Auch hielt er in Leipzig Vorträge über die Slaven, ihre Cultur und Literatur,- seinen Uebergriffen trat endlich ein deutscher Mann, Heinrich Laube entgegen; nun sah man solchem Treiben im Herzen Deutschlands nicht mehr gleichgiltig zu und Jordan wurde von der Leipziger Universität ausgeschlossen. Die Ereignisse, welche 1848 in Oesterreich stattfanden, ließen ihn denKaiserstaat und in diesem Böhmen als das Land erkennen, wo seine panslaoiftischen Tendenzen einen frucht- baren Boden finden tonnten. Jordan ging also nach Prag, und nachdem die „slavischen Jahrbücher" zu erscheinen aufgehört hatten, begann er in Prag die Herausgabe einer poli» tischen Zeitschrift unter dem Titel: „Slavische Centralblätter"; diese redigirte er bis Ende 1849, worauf sich die Centralblätter in das Blatt „Union" verwandelten; aber obgleich die Redaction wechselte, blieb doch Jordan die Hauptseele derselben. Auch redigirte I . zu Anfang 1849 durch vier Monate das Prager Gemeindeblatt, welches im Auftrage des dor« tigen Stadtrathes herausgegeben wurde. Von der slovanslc» I^ixa in Prag wurde Ior« dan in den Ausschuß gewählt und in diesem arbeitete er die Statuten des Vereins aus. Seit dieser Zeit ist sein Name und selbst auf dem Büchermärkte verschollen. Die auf Oester« reich und zunächst Böhmen bezüglichen Schrif» ten Jordan's sind: „Böhmen. Geschichte des Landes und seines Volkes von der frühesten bis auf die neueste Zeit". 3 Bde. (Leipzig 1844, Slavische Buchhandlung, gr. 160.. mit 10 Stahlst.; 2. (Titel,) Ausgabe 184?); — ,Die Vorläufer des Hussitenthums in Böhmen. Aus den Quellen bearbeitet" (Leipzig 1846. Keil, gr. 8«.); — „Die slavischen Sprachdia« lecte in kurzer Grammatik, Chrestomathie und dem nöthigen Wöneroerzeichniß. I.Theil: Die polnische Sprache. 2. Theil: Die polnische Sprache für Böhmen" (Leipzig 1845, Engel« mann, 8».); — „Vollständiges Taschenwörter« buch der böhmischen und deutschen Sprache". Stereotyp'Ausgabe auch mit öechischem Titel (Leipzig 1847. Tauchnih, 16v); — „Akten, mäßiger Bericht über die Verhandlungen des ersten Slavencongresses in Prag" (ebd. 1348, gr. 80.); — „Nicht Deutsch! Nicht Russisch! Nur Oesterreichisch! Offenes Sendschreiben an Herrn Franz Schuselka" (Prag 1849, Salve, 8".). sHi'tts^Ss^, KaFSSui slovuioslc uovi- uiirskF a koQvsrssöui, d. i. Kleines Taschen« Conversations'Lerikon (Prag 1850, PospiZil, i2°.) Theil I, S. 88t.) — 4. Peter Jordan (Landwirth, geb. zu Sellrain in Tirol 1751, gest. zu Wien 6. Juli 1827). Beendete in seiner Heimat die Studien, wendete sich der Natur« Wissenschaft und von dieser dem Lehrfache zu. Nachdem er mehrere Jahre das Lehramt ver- sehen hatte, wurde er ökonomischer Director der t. t Patrimonialherrschaften Larenburg und Vösendorf und k. t. Regierungsrath. Ior» dan ist es, der die Oekonomie mit großem Scharfsinne und zu einer Zeit auf chemische und physiologische Grundsähe zurückgeführt hat, da derlei Gedanken noch neu waren; der Landwirhschaftslehre Trautmann's sind mit Jordan's Bewilligung seine schriftlichen Abhandlungen und öffentlichen Vorträge zu Grunde gelegt. Jordan wurde mit dem Ritterkreuze des Leopold<Ordens ausgezeichnet. ^Schreibers (Ios.Ritt. o.), Darstellung der Gründung und Entwickelung der k. t. Land« wilthschaftS<Gesellschaft in Wien (Wien 1837, Staatsdruckerei. Lex.8«.) S.3—5. — Staff» l er (Ioh. Iac.). Das deutsche Tirol und Vor» arlberg, topographisch mit geschichtlichen Bemer» tungen (Innsbruck 1839.8".) Bd.I, S.523.— Porträt. I . Capeller Mx . . D. Weiß »c. (4«.).) - 3. Thomas Jordan (geb. zu Klau- senburg in Siebenbürgen 1539. gest. zu Brünn 1085) studirte Medicin zu Paris unter Go u» pylus «Ad Duretus und zu Montpellier untrr Zaubert und'Ro ndeletiuS, machte dann Reisen in Italien und kam nach Wien, wo er die ärztliche Doctorwürde erwarb. In Wien befreundete er sich mit Julius Alessan» dr in i , Crato von Kraftheim und Fran< ciscuS Parthinus. Im Jahre 1566 wurde er Felonrzt im kaiserlichen Heere, welches nach Ungarn gegen die Türken zog, und 157U Pro« tomedicus in Mähren. Jordan entfaltete als Arzt eine ruhmvolle Thätigkeit. In Ungarn beobachtete er die sogenannte „ungarische Krankheit" Hagymatz; Mähren bereiste er nach allen Seiten, untersuchte seine Gesund« brunnen und gab sein Werk zuerst in böhmi«'
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Band 10
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Jablonowski-Karolina
Band
10
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
524
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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