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innerhalb der Arbeit auch dichterische Stim-
mungen und glückliche Momente." ^Letzteres
ist eine ebenso gewagte als ganzlich unbe»
gründete Ansicht; ein Mensch, der auö solchen
Lebenstampfen wie I . . Alles verlierend, sich
selbst zu retten verstanden, auf den das
Horazische „ ^ 5; lraotug iladatur orki5
impkviäuin, lsi-isut ruina^" anzuwenden,
wie nur auf sehr wenige Zeitgenossen, ist,
wenn man seine künstlerische Thätigkeit —
die politische kann dabei in keine Betrachtung
kommen — aufmerksam würdigt, wirklich au ch
ein Dichter an sich.)
IV. Zur Genealogie der Freiherren von Iüsika.
DieIusika sind ein altes siebenbürgischeS
Adelsgeschlecht, dessen ununterbrochene Folge
sich bis in's 16. Jahrhundert, und zwar zum
ersten berühmten Sproßen dieses Namens, zum
Kanzler Stephan I os ika. zurückführen läßt.
Dessen zwei Urenkel, die Söhne Gabriel 's (I.)
s^iehe die nebenstehende genealogische Tafel),
bildeten die noch heute blühenden zwei Haupt»
linien, nach ihren Stiftern Gabriel (II.)
und Stephan die I. Vabrielische und die
I I . Stephanische genannt. Gabr ie l und
dessen drei Neffen. Stephan's Söhne
Gmerich, Daniel und Stephan, erhielten
1698 von Kaiser Leopold I. das Baronat.
I. Die von Gabriel gegründete Linie spaltete
sich mit seinen zwei Söhnen Gabriel (III.)
und Samuel noch in zwei Zweige, aber schon
mit der Enkelin Gabriel 's, mit Susanna,
nachmals vermalten Czoöel, erlosch der eine;
der zweite Zweig der Gabrielischen Haupt«
linie blüht noch zur Stunde in den Nach»
kommen Samuel's. Dessen Ururenkel sind
der Baron Samuel h'. unten die bes Biogra»
phie^l, Baron Ludwig, k. k. Kämmerer und
Präsident des Urbarial'Obergerichts in Sieben«
bürgen, und Baron Johann, t k General»
Major und Brigadier beim 4. Armeecorps in
Lemberg. Während Samuel und Johann
unvermält sind. hat Baron Ludwig in einer
zweimaligen Ehe: 1) mit Franziska Gräfin
Hasser und 2) mit Adelheid Gräfin Bethlen,
vier Söhne: Joseph, Samuel, Ludwig und
Gabriel. — I I . Auch die Stephanische Linie
bildete in Stephan's Söhnen Emerich (I.)
und Stephan zwei Zweige; aber der
Stephan's erlosch schon mit seiner Tochter
Agnes, während die Nachkommen Eme«
ri ch's (I.) fortblühen. Emerich's Enkel, Eme-
rich (II.) und Daniel, bildeten neuerdings
zwei Zweige; jener Daniel 's erlosch jedoch
schon in seiner Enkelin Thecla, während der Enkel Emerich's (II.). Baron Nikolaus,
der berühmte Romandichter s^iehe die Biogra»
phie S. 2711. zur Zeit das Haupt der Ste,
vhanischen Linie ist. Ein Bruder des Baron
Nikolaus. Baron Emerich (III.), bildete
eine neue Linie, die zur Stunde in Einem
Sproßen. dem Baron Coloman, blüht.
V. Denkwürdige Sproßen der Iüsika. 5. Baron
Coloman I6sika. ein Neffe des Roman-
dichterS Baron Ni to lauS; ist ein Sohn
Emerich's aus dessen Ehe mit Anna Gin«
gely. Baron Coloman ist selbst Poet und
liebt die Musik. Im Jahre 1857 gab er heraus:
„Novswk", d. i. Novellen. 2 Bde. (Pesth).
und in R6zsuuölgyi 's Musikalien» und
Kunstverlage erschien seine Compofition, die
Romanze „^u uis ooiv.v?su68" (ts summst
6!-t652). Baron Coloman ist mit Minna
Gräfin Vlttl vermalt. — 2. Jul ie, Gemalin
des Baron Nikolaus ^s. 0. besondere Bio-
graphie S. 270). — 3. Nikolaus ls- d. be.
sondere Biographie S. 27l). — 4. Samuel
l^s. unten d. bes. Biographie). — 5. Stephan
I. lebte im i6. Jahrhunderte und war einer
der einflußreichsten Magnaten seiner Zeit.
Sigmund Bathory zählte ihn zu seinen vrr»
trautesten Rathgebern, spielte aber mit ihm
wie mit'Kaspar Kornis und Stephan Bocs»
ta i , deren Jedem nach der Reihe er das
Großfürstenthum antrug. aber Jeden einzeln
ermähnte, vor den beiden anderen auf der Hut
zu sein, ein falsches Spiel. Als endlich 1597
Erzherzog Maximi l ian die Regierung Sie.
benbürgenS übernehmen sollte, schickte Kais«
Rud 0 lph eine zweite Gesandtschaft, bestehend
auö Stephan Sz« hay. Bischof von Waitzen.
Nikolaus Istvanfy unoBartholomäus Pek.
in's Land. um die Verhandlungen zu Ende zu
bringen. Nach mancherlei Hin» und Herreden
gaben die überraschten Stände ihre Einwilli»
gung und Kanzler I6s i ta wurde gefangen,
worauf Bathory das Land den Commis-
sären des Kaisers übergab.
Iosikll, Samuel Freiherr (Staats,
mann, geb. zu Klausen bürg 7. Juli
1803, gest. zu Pesth 28. März 1860).
Der Sohn des Freiherrn Johann
aus dessen Ehe mit Rosa Grafin
Csäky. Trat nach beendeten Studien
1826 als Honorar«Hofconcipist bei der
siebenbürgischen Hofkanzlei ein. 1828
wurde er Honorar «Hofsecretar und im
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon