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Gust. Heckenast. Ler. 8°) Bd. IV, S. 36l. —
Der Fortschritt (Wiener polit. Blatt)
1860. Nr. 90: „Baron I6sika". — Pester
Lloyd (Pesther polit. Blatt) 1860, Nr. 75
und 79 Gunter den Tages»Neuigkeiten .^ —
Presse (Wiener polit. Blatt) 1860, Nr. 90
Abendblatt ^in der „kleinen Chronik"^.
Iüsiuczy, siehe: Inczödy l^S. 203
im Textes.
Iosisiüviö (auch Iozipovich), Anton,
(Parteigänger, geb. zu Nagy.Go»
ricza in Croatien am 21. Juli 1306).
Entstammt einer croatischen Adelsfamilie,
beendete die vierte Grammatikalclafse und
trat dann in die kaiserliche Armee, in der
er eS bis zum Unterofficier brachte. Nach-
dem er einige Zeit gedient, trat er aus
und lebte auf seinen Gütern, die er selbst
bewirthschaftete. Im Turopoler Bezirke,
in welchem der niedere Adel — etwa wie
in Galizim die sogenannte Zslaolit»
Koä2.o2k0^va — haufenweise ansäßig ist,
spielte I . alsbald eine einflußreiche Rolle,
insbesondere dann, nachdem er zum Turo«
poler Landesgrafen (Oomes toilbstrig)
ernannt und 1839 in den Preßburger
Landtag berufen und 1843 zum Oberge»
span des Agramer Comitates ernannt
worden war. Der bekannte Zeichner der
„Neuen Croquis aus Ungarn" schildert
schon im Jahre 1844 Iosipoviö „als
energischen Charakter und thätigen Feind
deS Illyrismus. Obwohl Croate, ist er
doch genug der ungarischen Sprache
mächtig, um die Personen und Dinge
mit dem wahren Namen zu bezeichnen
und manchmal Unsinn zu sprechen". In
diesen wenigen Worten ist Alles folgende
erklart. Gegen seine eigenen Landslente
im blinden Fanatismus auftretend, griff
er, wenn es ihm nöthig erschien, zur
Gewalt, um entweder seinen Anhang zu
vergrößern, oder aber seine Gegner ein-
zuschüchtern und wohl gar zu vernichten.
Die Bestrebungen der südslavischen Volks- stämme, welche der magyarischen Bedrü«
ckungen müde sich zu fühlen begannen,
der
sich
ermannende I l lyr ismus, mit
welchem Worte damals die Reformbe-
strebungen der Südslaven kurzweg be-
zeichnet wurden, reizte auch Iosipovio
und seinen Anhang, zu energischerem
Widerstände. Das Wort Illyrismus
diente ihm trefflich zu Verdächtigungen
der Slaven, indem er dem Landvolke
die Zeit zurückrief, da Napoleon daS
Königreich Illyrien geschaffen, welche
Periode der großen Steuern wegen bei
den Landleuten in üblem Andenken stand.
Und so bot das in ganz anderem Sinne
zu deutende Wort Illyrismus dem
magyarischen Parteigänger Iosipovio
eine vortreffliche Handhabe zur Förde»
rung seiner Absichten. Der Illyrismus,
declamirte Iosipovio, habe nichts
geringeres vor, als das Landvolk mit
unbilligen Steuern zu belasten und Alles
zu germanisiren. Solche staatsmännische
Weisheit bei einem Volke, das auf einer
tiefen Stuft der Bildung steht, angebracht,
konnte ihre Wirkung nicht verfehlen. Als
Ende Mai 1842 die Neuwahl der
Stuhlämrer in Agram stattfand, erschien
auch Iosipovio mit seinen Turopolern
in der Stadt, und als er bei den Wahlen
gewaltthätig vorgehen wollte, wurden er
und die Seinen von der illyrischen Partei,
welche dießmal den Sieg behielt, auS der
Stadt gejagt. Für drei Jahre, so lange
blieben die Gewählten in Wirksamkeit, war
die Ruhe hergestellt; aber als die Zeit
zu neuen Wahlen heranrückte, begab sich
Iosipovio, der bis dähin in Zurückge«
zogenheit gelebt hatte, wieder nach Agram,
wo er für magyarische Zwecke offen und
heimlich warb, große Summen ver«
schwendete und Gewaltthätigkeiten aller
Art verübte. Im Jahre 1844 wurde
Franz Graf Haller von Hallerkeö
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon