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der Abzug aus Venedig gestattet wurde.
I n die Heimat zurückgekehrt, übernahm
Iovanov io das Commando über das
4. Peterwardeiner Grenz-Bataillon, an
deffen Spitze er sich im Banate ehrenhaft
schlug. Zum Major der serbischen Natio»
nalmiliz ernannt, führte er das 4. und
3. Bataillon an. I n der dritten großen
Schlacht bei Szent.TämaS am 59. (nach
Anderen am 21.) September siel er der
ungarischen Heeresmacht unter Meszä.»
ros und Blagojev io in den Rücken
und trug so wesentlich zum Siege der
Serben bei. Noch schlug er sich bei vielen
Gelegenheiten heldenmüthig im Banate.
Im November und December 1848 war
er Anführer des serbischen Lagers in
Alibunar. Am 30. November eroberte
er Karlsdorf und jagte den Feind bis
Nikolinec. Dreimal schlug er den Angriff
auf Alibunar zurück, konnte aber seine
Stellung gegenüber der feindlichen Ueber«
macht nicht behaupten; seiner Rasch«
heit und Bravour endlich gelang es, sich
durchzuschlagen. Noch einmal kämpfte
Michael bei Arad. Mit zwei Bataillonen
nahm er den Ungarn 24 Geschütze und
warf sich in die Stadt. Hier aber wurde
er überfallen und fand seinen Tod im
Barrikadenkampfe. Einige Zeit hindurch
konnten die Serben gar nicht erfahren.
ob Iovanov iä todt oder gefangen sei,
und nachdem sie seinen Tod erfahren, ver»
suchten sie Alles, seinen Leichnam von den
Ungarn zurück zu erhalten — aber der»
gebens.
g. kouvsi'äaein, d. i. Kleines Taschcn«Con«
oersations-Lerikon (Prag 1330. 12« ) Theil I,
S. 889. — Obiger Michael Iovan oui6 ist
nicht zu verwechseln mit einem zweiten
Michael desselben Geschlechtsnamens, im
Volke gewöhnlich Mio genannt; er war Bul-
jukbascha der Serben hinter der Donau, welche
im Jahre 1848 der Woiwodschaft gegen die
Ungarn zu Hilfe kamen. Mio spielte eine große Rolle in den Kämpfen an der unteren
Donau und befehligte in der Schlacht bei
Elemir am 12. September 1848 jene aus Czaj.
listen, Sensenmännern und jenseits der Donau
wohnenden Serben (sogenannten Serbjancen)
zusammengesetzten Schaaren, welche aus Bos«
nien heranzogen. Auch leitete erden bald darauf
erfolgten Angriff von Groß'Becskerek.
Außer diesen beiden Michael Iovanov iu
sind noch mehrere dieses Namens, von denen
der größere Theil sich insbesonders in den
Kämpfen des Jahres 1818 und 1849 gegen
die Ungarn hervorgethan, erwähnenswerth:
I.Anastastus I . (Malerund Lithograph, geb.
zu Vratza im Jahre 1817). Ueber diesen bringt
Kukuljevi<5 in dem weiter unten bezeich«
neten „Lerikon der südslavischen Künstler" aus«
führliche Nachrichten. Sie werden hier in kur<
zem Auszuge und mit der Bemerkung mitge»
theilt, daß dahier mindestens eine Namens«
Verwechselung stattfinden müsse, da den Ser»
ben selbst ein Künstler dieses Namens und
dieser Bedeutung nicht bekannt ist. Obiger
Anastasius I . begab sich «tlso, wie Ku»
ku l jev iä berichtet, nachdem er einige
Jahre zu Hause unterrichtet worden, 1826
nach Belgrad, wo er die Studien fortsetzte.
Der Tod seines Vaters, 183l. beraubte ihn
der Mittel, sich weiter auszubilden. Der Um<
stand, daß der Fürst M i losch in Serbien
ordentliche Druckereien und Schriftgießereien
einzuführen bedacht war und befahl, geschickte
Leute aus der Fremde anzuwerben, war für
Anastasius förderlich; es gelang ihm, die
Aufmerksamkeit deö Fürsten Milosch auf sich
zu ziehen. Der Fürst schickte ihn nach Wien,
wo er zu dem Kupferstecher Rahl in die Lehre
kam. Auch bildete sich I . in Sprachen und
mit solchem Erfolge, daß er. als im Jahre
1839 zehn Serben nach Wien gesendet wurden,
um dort erzogen zu werden, zu ihrem Sprach»
lehrer bestellt wurde. Iovanooiä hatte in<
dessen drei Jahre die Akademie der bildenden
Künste in Wien besucht, eine besondere Fer»
tigkeit im Porträtmalen sich angeeignet und
angefangen zu lithographiren. Es erschien nun
cine Folge von Porträten südslavischer Nota«
bilitäten, als Musicki, Vuk'Karadzi«.
Fürst Michael, Patriarch Rajaöi6, Peter
Petroviä Njegosch von Montenegro,
Ban Ie l laö iä , St ra t imi rov io , Kni»
öanin, Fürst Dani lo u. A., welche ein
Pantheon der Südslavcn bildeten. Als Zeich»
ner und Lithograph derselben wirdIouano«
o ic genannt. Besserunterrichtete melden ab^r,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon