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Irinyi 288 Iränyi
nsp^V und im Vasärnapi uF«^3 Nr. 48. —
Vemerkenswerth ist es, daß, während Ipo l y i
von Dan i r l i t als der Sohn adeliger
Eltern ausdrücklich bezeichnet wird. was auch
in der Oberstuhlrichterwürde, die sein Vater
bekleidete, seine Bestätigung findet, Ivan
Nagy in seinem Werke: 5l»F?krol-82ä3 osa-
lääai e2ilnerekke1 e» Isü-Heuiä-äsi täblalc-
Ic»l, d. i. Die ungarischen Familien mit ihren
Wappen und Stammtafeln, einer AdelSfami«
lie Ipo l y i gar nicht gedenkt
I länyi, Daniel (ungarischer Depu>
tirter auf dem Landtage 1848/49. geb.
zu Toporcz in der Zips 1820). Sein
früherer Name war Halb schuh. Die
Schulen besuchte er zu Eperies, dann
ftudirte er die Rechte und wurde 1842
zu Pesth Advocat. Einige in Zeit-
schriften abgedruckte Abhandlungen, in
welchen er auch eine genauere Kenntniß
der ausländischen Literatur beurkundete
und mehrere bei öffentlichen Gelegen«
heiten gehaltene Reden, welche eine
glanzende Rednergabe verriethen, lenkten
K ossuth's Aufmerksamkeit auf ihn, der
ihn bald für seine Zwecke gewann. Von
der Leopoldstadt in Pesth fürden 1848ger
Landtag zum Abgeordneten gewählt,
spielte er bald im Abgeordnetenhause
eine hervorragende Rolle. Die Haupt-
momente seiner revolutionären Thätig»
keit sind: Als am 29. September 1848
Kossuthim Landtage den Antrag stellte,
die Versammlung möge dem Kaiser ihre
Betrübniß über die Ermordung deS
Grafen Lamberg aussprechen und der
Pesther Magistrat eine strenge Unter»
suchung dieses Verbrechens einleiten, trat
I r äny i mit der teufelischen Ansicht auf:
„eS sei bloß ein Formfehler unterlaufen;
La mberg hatte allerdings hingerichtet
werden sollen (der Gesandte des Kaisers!
ungarisches Staatsrecht!). aber eS hätte
auf gesetzlichem Wege geschehen muffen, es
rnöge daher von einer Untersuchung Ab»
stand genommen werden". Dieser Antrag fiel und jener Kossuth's wurde ange-
nommen. Als am 10.Mai 1849 Hentzi
Pesth bombardirte und viele Leute die
Stadt verließen, gabIranyi , der schon
am 23. April von Kossuth in Debreczin
zum Regierungscommiffär ernannt wor«
den war. den strengen Befehl, daß kein
Garde und Beamte die Stadt verlassen
dürfe, und selbst in der Gefahr auf seinem
Posten zu verbleiben habe. Den Pesthern,
welche durch das Bombardement Schaden
gelitten hatten, sicherte er Unterstützung
von der revolutionären Regierung zu.
Auch proclamirte er in seiner Eigenschaft
als Kofsuth'scher Regierungscommiffär in
Pesth einen aus Militär, und Civilpersonen
zusammengesetzten standrechtlichen Ge-
richtshof. befahl alle Embleme Oesterreichs
und des Kaiserhauses an öffentlichen Orten
abzunehmen und durch das ungarische
Wappen o hne Krone zu ersetzen. Nach der
Katastrophe rettete auch I . gleich anderen
sich durch die Flucht, begab
sich nach Paris,
wo er noch jetzt als eines der Häupter der
magyarischen Emigration thätig ist. und
vor einigen Jahren in Verbindung mit
Charles Louis Chasin die Schrift ver»
öffentlichte: „Uistoirs xoliti^us äk la.
Hon5li6 1347—1849, I partis.
1«. suftri-6" (?2ri8 1839,
deren Verbreitung erst jüngst mit Erlaß
des k. k. Landesgerichtes in Strafsachen
vom 17. December 1862, weil mit der«
selben daS Verbrechen der Störung der
öffentlichen Ruhe begangen sei, verboten
wurde. Als im Jänner 1851 I . mit noch
vielen Anderen vor Gericht geladen
wurde, um sich zu verantworten und
nicht erschienen war, wurde über ihn und
die übrigen das Urtheil in oontum2o53.ni
ausgesprochen, welches auf den Tod mit-
telst deS Stranges lautete.
Leoitschnigg (Heinrich Ritter von), Kossuth
und seine Bannerschaft. Silhouetten aus dem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon