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tisch u.A. unter Bopp, Petermann,
Schott, Schwartze und Stuhr aus«
bildete. Seine Studien brachten ihn auch
mitAlexander von Humboldt, mit
dem Geheimrath von der Gabelentz in
Altenburg, mit den russischen Akade«
mikern Staatsrath I . I . Schmidt und
Fraehn in nähere Verbindung. Durch
von der Gabelenh und I . I . Schmidt
wurde Iü lg auf einen bis dahin nock
nicht grammatisch bearbeiteten Dialect des
Mongolischen, auf das Kalmückische
hingelenkt, und auf eine kalmückische Ueber»
schung des Matthüug.EvangeliumS basi.
rend, entwarf er 1847 der Erste die
Grundzüge der kalmückischen Sprache:
„^nl'ie'a ö«'»ze?«HS Oa^mneol'eas". Die
Arbeit fand ihre gerechte Würdigung und
eS war damals im Werke, den jungen
Gelehrten als Adjuncten für ostasiatische
Sprachen in die Akademie von St. Peters»
bürg zu berufen, aber Schmidt'S Tod,
im September 4847, vereitelte diesen Plan.
Ende 1847 nach Heidelberg zurückgekehrt,
wirkte er bereits seit Anfang 1843 als
Lehrer am Lyceum daselbst. Nachdem er
im September 1848 das philologische
Staatseramen zu Karlsruhe abgelegt,
kam er sofort als Lehrer an das Lyceum
zuFreiburg im Breisgau; er hatte daselbst
an den mittleren und oberen Classen zu-
gleich vorzutragen. Im März 1830 kam
er nach Heidelberg, um die Leitung der
obersten Classe zu übernehmen und noch
im Herbste d. I . in gleicher Eigenschaft an
daS Lyceum in Rastatt. Da erging zu
Ostern 185 l von Seite des österreichischen
Unterrichtsministeriums an ihn der Ruf
die Professur der classischen Philologie
und Literatur an der Universität in Lem-
berg zu übernehmen, welchem I . auch
folgte. Bis Ende 1832 in Lemberg. wo
er zugleich Mitdirector deS philologischen
Seminars war, thätig, kam er Anfang 1833 als Professor der classischen Philo-
logie und Literatur und als Director deS
philologischen Seminars an die Iagel-
tonische Universität in Krakau. an welcher
er noch zur Zeit Hälsg ist^und unter
Einem auch die Leitung der mit der Uni«
versitat verbundenen sogenannten aka«
demischen Bursa (eines Convictes armer
Studirender aller Kategorien, durchschnitt»
lich 80) seit l836 über sich hat. Neben
den Vorträgen der classischen Alterthums.
Wissenschaft hält er Vorlesungen über
Sanskrit, Vergleichung des Slavischen
mit den classischen und übrigen indo«
europäischen Sprachen, über allgemeine
Sprachwissenschaft u. dgl. m. Auf dem
Gebiete der Wissenschaft, welche I . zu
feinem Berufe gewählt, ist I . auch schrift.
stellerisch thatig. Außer der schon er«
wähnten Preisschrift und kalmückischen
Sprachlehre gab er heraus: „Litteratur
der Grammatiken, Aeiira und Wärterzlltllmlungen
nller Sprachen der Orde. Nach der Anlage nun
I . S. Vater nrn bearbeitet und herausgegeben"
(Berlin 1847. Nicolai. 8".); — ,H«
Märchen des «sidahi-Knr. Ralmukisch. X. Gr-
zählnng (als Probe einer Oezammtanzgane), Fest-
gruzg ans Oesterreich an die I I . Versamllllnllg
deutscher Philulagen, Schulmänner und Grien-
talisteii zn Frankfurt a. M. uam 2-l.—27. Sep-
teml,er586i" (Wien 1861. StaatSdruckerei.
Fol.); hier muß bemerkt werden, daß zur
weiteren Ausführung der kalmückischen
Studien unserem Gelehrten erst dieIaz^.-
Staatsdruckerei Gelegenheit bot. da die-
selbe den Guß kalmückischer Lettern über«
liahm, die in Deutschland nirgend exi>
stirtm. I ü l g , der fast den größten Theil
der kalmückischen Litteratur theils in Ori»
ginal-Handschriften, theils in Copien
besitzt, die er auS der Sammlung der
königl. Bibliothek in Dresden selbst ge-
macht, kann erst jetzt an eine Herausgabe
derselben denken. In gelehrten Zeitschrif.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon