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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10
Seite - 321 -
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Jung mann Zungmann angeführten Arbeiten, namentlich das letzte genannte Literaturwerk Jung. m a n n's smd—die sämmtlich das Gepräge des gediegenen gründlichen Forschers, des Gelehrten von Gottes und nicht von Volkes Gnaden, der nicht nationalen Hader stiften, sondern sein Volk und dessen Sprache heben und fördern wollte, an sich tragen— sie werden alle überboten durch sein letztes und größtes Werk, mit welchem er sich nicht nur ein Denkmal im Herzen seiner Nation, sondern in der ganzen gelehrten Welt gesetzt hat. Es ist damit sein böhmisches Lexikon gemeint. Schon im Jahre 1800 hatte I . mit dieser schwierigen Arbeit, freilich damals noch nicht im Hinblicke auf eine Herausgabe, begonnen. Er hatte nämlich Tomsa's Lexikon zu seinem eigenen Gebrauche ergänzt. Förderlicher für sein Unternehmen war seine 1816 erfolgte Nebersetzung nach Prag, wo ihm die literarischen Hilfä- mittel für dasselbe reichlicher zu Gebote standen und er auch manche junge und tüchtige Kraft gewcinn, die später sich auf literarischem Gebiete vortheilhaft bekannt gemacht; hier werden nur Anton Märet, Kramar, Kare«, Hajek u. A. ge> nannt. Wohl auch sein Sohn Joseph entfaltete dabei eine rastlose Thätigkeit, aber Jung mann mußte auch das tiefste Seelenleid erfahren und seinen Sohn, den übergroße geistige Anstrengung auf das Krankenlager geworfen, in der Blüthe seines Lebens (1833) dahin schwinden sehen. Nach 30jahrigem Fleiße und be- wunderungswürdiger Ausdauer ging I . an die Herausgabe seines Lexikons, wel- ches mit der Unterstützung des damaligen Erzoischofs von Prag, Wenzel Ritter Ch lumczansk^ , unter dem Titel: „MonwzA esHHO-ns/nsoH?/", in 3 Theilen (Prag 1835—1839. 4".) erschien. Es ist dieses Werk ein wahrer Schatz von Ge- v. Wurzbach, biogr. Lerilou. X. ^Ged lehrsamkeit und eine Zierde der Üechischen Literatur, das in der polnischen dem Leri» kon der polnischen Sprache von Linde und in der deutschen jenem der Gebrüder Gr imm an die Seite gestellt werden kann. Die in Zeitschriften und anderen Sammelwerken zerstreuten Arbeiten Iungmann's, darunter die trefflichen Uebersetzungen von Bürger'S „Lenore", von Schiller'S „Lied an die Freude" und „Lted von der Glocke" u. a. find in einer schon früher veröffentlichten Sammlung seiner Schriften unter dem Titel: „^os. «/«NFmanna ssö?-a?ls «Mz/ «)S)'ss)?2 a^osan" (Prag 1841. Verlag des böhmischen Museums, 8<>.) und als I.Band der „Novoö^kä. didliotkka« erschienen. Philologische Arbeiten, so ge> nußreich sie in ihren letzten Ergebnissen sein mögen und wie sie doch nur in der traulichen Stille der Gelehrtenstube ge« pflegt werden können, sind aber nicht selten der Anlaß zu bitteren Kämpfen, die gewöhnlich auf dem offenen Markte der Gelehrten > Republik ausgefochten werden müssen. Auch Iungmann's Leben ward auf diese Weise wiederholt verbittert. Zuerst gerieth er, weil er die verbesserte Orthographie Do brovsky's vertrat, in einen heftigen Streit mit Nej edli, in welchem der Unverstand so weit sich vergaß, den friedlichen harmlosen Gelehrten selbst in politischer Hinsicht zu verdächtigen. Und semevonD ob rowSky abweichende Ansicht in der Accentlehre verwickelte ihn mit diesem in eine Pole« mik. Diese Schatten aber fliehen vor der leuchtenden Anerkennung, welche I . von der Mit« und Nachwelt in seiner Heimat und selbst in weiteren Kreisen gezollt wurde. Im Jahre 1840 bekleidete I . die höchste akademische Würde als Rector der Prager Hochschule, bei welcher Ge» legenheit der interessante Fall sich ergab, iö. Juni 1863.) 21
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Band 10
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Jablonowski-Karolina
Band
10
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
524
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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