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Jungmann 322 Jungmann
daß ein Bruder dem andern in dieser
Würde unmittelbar folgte. Indem ihn
Se. Majestät Kaiser Ferdinand früher
schon mit einem werthvollen Brillant,
ringe ausgezeichnet hatte, wurde er im
Jahre 1839 noch mit dem Ritterkreuze
des Leopold«Ordens geschmückt. Die
königl. böhmische Akademie der Wissen-
schaften, die Iagellonische Akademie in
Krakau haben ihn zu ihrem Mitgliede
erwählt und die kaiserliche Akademie zu
St. Petersburg ihm die goldene Medaille
für Wissenschaft verliehen. Im Jahre
1843, in welchem der rastlos thatige
Gelehrte jenen Abgang seiner Kräfte
fühlte, der es ihm nicht mehr gestattete,
noch ferner die Stelle des Prafecten zu
versehen, trat er als 72jahriger Greis in
den Ruhestand über. Er genoß ihn nur
ein paar Jahre; denn schon 4847 enb
schlief er im Alter von 74 Jahren. Sein
Tod war ein Nationalereigniß und die
Trauer im Lande allgemein. Jung»
mann hatte in friedlichster Weise die
neue historische Epoche feiner Nation ein.
geleitet und begründet, wohl nicht ahnend,
zu welchen Ausschreitungen sich Undank,
Dünkel und Selbstüberschätzung vergessen
würden. Neue Ideen, neue Bestrebungen
hat er einem neuen Geschlechte und eilier
neuen Zeit Hinteilaffen, und diese werden
erst dann zu glücklichem Ergebnisse ge>
langen, wenn sie auf dem friedlichen
Wege ihres Meisters das Werk ihrer
weiteren Entwickelung und Fortbildung
vollenden. Bald nach seinem Tode
wurde von den Prager Schriftstellern
beantragt, ihm in seinem Geburtsorte
Hudlitz einen riesigen Grabhügel nach
Art des Czestemirhügels zu errichten:
dieser Gedanke scheint in Folge der
48ger Wirren vergessen oder aufgegeben
worden zu sein. Auf seinem Grabe wurde
ihm aber ein stattliches Denkmal gesetzt und sein Geburtshaus in Hudlitz im
Jahre 1860 mit einer Gedenktafel ge»
schmückt, bei welcher Gelegenheit eine
erhebende Feier stattfand, an welcher
sich viele Gemeinden der Umgebung und
viele Ortschaften Böhmens durch dahin
abgesendete Vertreter betheiligten.
I. Ziograpl)ien und Biographisch«. Lib ussa,
Jahrbuch, herausgegeben von Alois Klar,
Jahrg. 184?, S. 442—473; — dieselbe 1851,
S. 463. — Fl«6?'sö6?-<?, kapsäni Llovniäelc
N0vnia.rsk^ i koiiverLkoni, d. i. Kleines Ta-
schcn-Conucrsations'Lerikon (Prag 1850. 12«.)
Theil I, S. 901—909. — Novon. 2al)Hvni
i pouöni Ü5t, d. i. Neuen. Zeitschrift für
Belehrung und Unterhaltung (Agram, 8".)
Jahrg. 1833. Nr. 19. S. 295. — I.umii-
(Prag. gr. 8«.) 186(1, Nr. 29, S. 693: „Llav
nost v Huäliaick". — Voutüik oä Otuv/,
d. i. Der Wanderer von der Otawa (Pisek.
4<>.) 1860. S. 21 lmit der Abbildung des Ge-
burtshauses Iungmann's in Hudlitz^. —
Odra-^ Z^^ota, d. i. Bilder des Lebens,
herausgegeben von Jan Neruda (Leitomischl.
4«.) Jahrg. 1860. S. 9 ^nnt der Abbildung
des Grabdenkmals I u ngmann's auf dem
Wolschaner Friedhofe in Prag^Z. — Leip«
zig er Nepertorium für deutsche und aus«
ländliche Literatur l8t8.' Heft 4, S. 136. —
Jahrbücher für slavische Literatur, heraus»
gegeben von I. P. Jordan. Jahrg. 1848.
Heftl, S. 4. — Deutsche Vierteljahrs«
schrift 1818. Jänner bis März. S. 337. —
Erschund Grub er, Allgemeine Encyklopä-
die der Wissenschaften und Künste, I I . Sect.
29. Theil. S. 59 ^nach dieser gest. zu Prag
14. November 18i8. was falsch ist, da I .
schon 1847 gestorben isy. — E. M. Oettin<
ger in seiner „Vidlio^raDkie diol;rÄFd.iHU(i"
(LruxeUsii 153., stiönon), Columne 669,
führt (^elakows ky's „Doä,u.vk5 ks «wv^iku
^UQFMKNUU,", d. i. Zusätze zu Iungmann's
Lexikon, als Biographie an.
II. Porträt. F. T. Mayer äol., W. C. Wranb
more äa. (4".).
III. Grabdenkmal. Obgleich I u ngmann selbst
immer gewünscht hatte, auf dein Friedhofe
seineS heimatlichen Dorfes Hudlitz begraben
zu werden, so liegt er doch auf dem Wolschaner
Friedhofe bei Prag bestattet. Auf seinem
Grabe ist wohl ein stattliches, aber wenig
geschmackvolles Denkmal errichtet, von öem die
von Johann Neruda reoigirte Zeitschrift
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon