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welcher er das sehr im Argen liegend,
Statistenwesen dieser Bühne zu refor
miren hatte. Und in der That hob e
Just; die feierlichen Aufzüge, Volksauf«
laufe, Zusammenrottungen, Rathfihungen,
Schlachtgetümmel u. dgl. m., bis vo
Just immer eine unerschöpfliche Quell
allgemeiner Heiterkeit, gingen nun mii
aller Präcision und stets ohne Störunl
von Statten, und dieses gar nicht s,
unscheinbare Moment der theatralischen
Kunst, als das es hie und da angesehen
wird, gelangte durch Just zu einer den
Leistungen der einzelnen Künstler diese!
ersten deutschen Bühne entsprechende:
künstlerischen Gestaltung.
Der Zwischenakt (Wiener Unterhaltungs
blatt, kl. Fol.) 1«6l, Nr. 89.- „Nekrolog". —
Europa, herausg. von Gustau Kühne,
1859. Nr. 33, S. 1207.
Ivacich, Stephan (Schulmann,
geb. zuSpalato in Dalmatien 6. Fe-
bruar 1801, gest. zu Zara 8. December
1838). Der Vater war Salzbeamter in
kais. Diensten, der, obgleich unbemittelt
und mit zahlreicher Familie belastet,
darauf bedacht war, seinen Kindern eine
gute Erziehung zu geben. Stephan
wurde als Zögling in das erzbischöfliche
Seminar zu Spalato aufgenommen, be»
endete als solcher die Grammatikalclaffen,
begann unter dem als Philologen ge>
schätzten Professor Bernhard Bicego
das Studium der schönen Wissenschaften
und kam 1818 nach Wien in das theo>
logische Convict, in welchem die dalma»
tischen Alumnen unentgeltliche Aufnahme
fanden. Aber das Klima sagte ihm nicht
zu. I mußte schon nach Ablauf eines
Jahres Wien verlassen und kehrte 1820
in sein Vaterland zurück. Dort ohne
eigene Hilfsmittel, war er bedacht, sich
einen Unterhalt zu verschaffen und er
eröffnete einePrivatscbule. Diese leitete er so lange, bis ihn im November 1821 der
Vicar und Prcifect Didos als zeitlichen
Grammatikallehrer am Gymnasium zu
Spalato anstellte. Im Jahre 1824 kam
I . als Humauitäts-Professor an das
Gymnasium nach Nagusa, aber schon im
December 1823 in gleicher Eigenschaft
nach Spalato. Im Jahre 1832. als Pro-
fessor Petruzzi von Zara an das Lyceum
in Laibach übersetzt wurde, kam I . an
Petruzzi's Stelle als Humanitats-
Lehrer nach Zara. Daselbst hoffte I . eine
bleibende Anstellung zu erhalten; aber
noch einmal wurde er nach Spalato über«
setzt, wo er endlich im Jahre 18A7 Prä»
fect des Gymnasiums wurde. Mehrere
Jahre versah I . seine Stelle, als ihn mit
einem Male eine tiefe Melancholie befiel,
die ihn ebenso seinem Amte als Schul«
mann, als seinen literarischen Arbeiten
entfremdete. I . war genöthigt, um eine
Versetzung in zeitlichen Ruhestand zu
bitten, worauf er im Jahre 1843 mit
einem Drittheil seines Gehaltes pen«
sionirt wurde. I . zog sich im letztgenann»
ten Jahre in das Franziskanerkloster in
Zara zurück, in welchem er zwei Jahre
zubrachte. Nun berief ihn der Bischof von
palato, Maria Luigi P in i , zu
sich
und
ernannte ihn zu seinem Kanzler. Seit
Jahren bereits litt I . an einer nicht un»
bedeutenden Augenschwäche, ja daS rechte
Auge hatte schon ganz die Sehkraft ver-
oren. Da befiel ihn im Jahre 1832 vol.
'ige Blindheit. Er suchte nun Heilung in
Venedig und bei den besten Aerzten Ita>
iens. aber vergeblich. Die Melancholie,
,u welcher er seit Jahren hinneigte, erfaßte
hn nun nur gewaltiger und dazu gesellte
'ich ein schweres physisches Leiden, dem
endlich im Alter von 37 Jahren erlag.
I . besaß eine gediegene classische Bildung
nd seine bei verschiedenen Anlässen gc«
»altenen Reden und gedruckten Dichtungen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon