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Ivanovich 333 Ivaiwvich
seppe I . hatte nämlich einen Piraten,
der ihn angegriffen, zurückgeschlagen.
Um diesen Schkmpf zu rächen, rüsteten die
Piraten 1736 in Tripolis ein Schiff von
I IO Fuß Länge mit 40 schweren Geschützen
und 360 der entschlossensten Seeräuber
aus. und der Corsar segelte von Tripolis
nach dem Piräus vor Athen, wo an der
Nordseite des Hafens in der Nahe der
Dogana, wie der Pirat ausgekundschaftet
hatte. Giuseppe Ivanovich vor An<
ker lag. um Oel zu laden. Giuseppe's
Schiff hatte nur 9 Kanonen uud 46
Mann. Als die Nachricht von dem kreu-
zenden Corsaren sich verbreitete, ^csellte
sich zu Giuseppe noch sein Bruder
Marco mit seinen jüngeren Brüdern
Matteo und Raphaelund mit 6 Ma-
trosen. So verfügte Giuseppe über 9 Ge»
schütze und »3 Mann, meist todesmuthige
Bocchesen. Am 13. April 1736 wurde
von der Höhe des alten Minerventempels
die Ankunft des Piraten signalisirt.
Giuseppe erwartete ihn und begrüßte
ihn sogleich mit einer vollen Ladung,
welche den Piraten 40 Todte und dar«
unter den Capitan kostete. Der an die
Stelle des gefallenen gesetzte neue Capi»
tan versuchte nun Giuseppe's Schiff
zu entern, gab aber dabei die ganze
Breitseite seines Schiffes Preis, welche
von neun Kanonenkugeln durchbohrt
wurde. Das Corsarenschiff begann zu
sinken und hatte überdieß Feuer gefan»
gen. Die Mannschaft warf sich. um sich
zu retten, in die Boote; Giuseppe
rettete die Sclaven und führte sie nach
Venedig, wo er dem Senat die Flagge
des Piratenschiffes überreichte. Der Senat
zog bei dem französischen Consul in
Athen, welcher von seiner Wohnung aus
dem Kampfe zugesehen, genaue Erkundi»
gungen ein, und als der Heldenmuth
Giuseppe's, seiner Brüder und der Bocchesen amtlich bestätigt worden, erfolg,
ten die Belohnungen. Die Familie I v a»
novich wurde in den italienischen Gra»
fenstand (oonts) erhoben, Giuseppe er.
hielt die Ritterwürde und Raphael und
Matteo überdieß goldene Medaillen,
jede im Werthe von 40 Zecchinen. Außer
Marco Ivanovich waren9Bocchesen
geblieben, deren Familien eine jährliche
Unterstützung aus Staatsmitteln angewie»
sen wurde. Andrea Kacich-Miossich
in seinem „Na^ovor UFoäni na.roäa
3la.vin5lc0o-a" erzat)lt diese Begebenheit
in Versen. — Ein Marko Ivanovich
aus Dobrota war Canonicus und Gene»
ralvicar. und außer dem Andachtsbuche
18«3. neue Aufl. ebd. 1822) gab er das
Werk heraus: „
1799). worin die Geschichte
erzahlt wird. wie sich die Bocche nach
dem Falle Venedigs nach vorangegan»
gener Berathung mit den Cattaresern
freiwillig an Oesterreich ergeben haben.
Bei dieser Gelegenheit erwarb sich ein
anderer Ivanovich, der Conte Philipp
auS Dobrota, nicht unwesentliche Vei>
dienste, indem er die Parteien bei den
Verhandlungen beschwichtigte und den Nn»
ordnungen, welche drohten, vorbeugte. —
Ein Christoph Ivanovich, aus derselben
Familie, gleichfalls dem geistlichen Stande
angehörig, welcher im 17. Jahrhunderte
lebte und Canonicus zu St. Marco in
Venedig gewesen, war italienischer Poet
und gab seine Dichtungen, in welchen er
die Kriege von Candia und Cypern be«
sang. und seine anderen Schriften in dem
Werke: „Mne?-??«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon