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Kadas 346 Kadlik
wardein, wo er zngleich als akademischer
Prediger thalig war. AlS 1831 in Folge
der Unterrichtsreformen im Kaiserstaate
an die Stelle der bisherigen Gymna
sial«, Humanitats« und Lycealclajsen das
Obergymnasium trat, wurde K. in Groß
wardein Clafsenlehier in der 8. Classe,
und trug als solcher bis 1836 philoso
phische Propadeutik und griechische Philo>
logie vor. Im August des letztgenannten
Jahres kam er nach Pesth als Vice«
director deS St. StephanvereinS. wel»
cher Verein vornehmlich die nationalen
Tendenzen unter der ungarischen Geist-
lichkeit und jenem Theile deS Volkes, der
von derselben noch stark beeinflußt wird,
rege zu erhalten bestrebt ist. Noch als K.
Profeffor war. hat er wahrend der
Ferienzeit sein Vaterland und die Fremde
bereist und 1847-1830 mehrere deutsche
Staaten und Italien besucht. Als Schrift,
steller war er zum großen Theile in Zeit«
schriften, u. z. in der «kkliFio" und vor
Allem fürdaS Schulfach thatig. Von seinen
größeren Abhandlungen sind erwähnens«
werth: „I'g.melorln Icörü'li nöxLtolc",
d. i. Ansichten über die Nnterrichtsreform;
d. i. Ansichten eines Mönches;
trei renäüek ^eiet^oxess", d. i. Neber
die Entstehung des Domherrn«, vor«
nehmlich über jene deS Prämonstraten-
serordens; — „^ s^L^etesciic iskola.!
uillIcö<1uL6 eileni panHLAO^i'oi"? d. i.
Von den Klagen über das Unterrichts«
wesen der Mönche; dieser Aufsatz steht im
1. Bande von Johann Danielik's
„Tmlokkön^v" abgedruckt. Das erste
Programm des Großwardeiner Obergym«
nasiums enthält seine Abhandlung über
den Hauptvorzug des neuen Unterrichts
systems. Auch gab er für die studirende
Jugend ein Gebetbuch uujer dem Titel: 65
1848) heraus.
kötst, d. i. Ungarische TchriftsteUrr. Sammlung
von Lebensbeschreibungen. Zweiter, den ersten
ergänzender Band (Pesth <«38. 8".) S. lW.
Kadlik, Franz (Maler, geb. zu
Prag 1787. gest. ebenda am 17.. nach
dem historischen Erinnerungskalender am
16. Jänner 1840). Er hieß eigentlich
Tkadlik. schrieb sich aber selbst, wenig,
stens auf Schriftstücken, der leichteren
Aussprache wegen Kadlik, daher er
hier, obgleich er in mehreren Werken
als Tkadlik aufgeführt wird, nach der
von ihm angenommenen Schreibweise mit
dem K. erscheint. Er war für den geist«
lichen Stand bestimmt, doch seine Nei>
gung für die Kunst erhielt den Sieg und
durch die thätige Theilnahme des kunst<
sinnigen Grafen Johann Rudolph
Czernin ^Bd. I I I , S. 101), der sich
seiner auf das Edelste annahm. wie des
DirectorsBerglerdesIüngeren Md. I,
S. A(>9 ,^ der ihn unterrichtete, wurde er
ihr. wenngleich in etwaS vorgerückteren
Jahren, aber doch bleibend gewonnen.
Auf der Prager Kunstakademie seine Aus-
bildung beginnend, erhielt er mehrere
Preise und 1813 den großen mit dem
Bilde: «Hagar und Hsmnrl in drr iVüLte er-
schrint der Gngel ulz Netter". Im Jahre
1817 berief ihn der Graf Czernin
nach Wien, damit er daselbst seine Studien
fortsetze, und ernannte ihn 1824 zu seinem
Kannnerinaler', 1823 ging er als kaiserl.
Pensionär nach Rom. Als Bergler im
Jahre 182!) starb, wurde K. sein Nach-
solger in der Directorstelle der Prager
Kunstakademie. Obwohl K. verschiedene
Richtungen der Malertunst pflegte, so
hatte er doch für religiöse Stoffe eine
Vorliebe und war vornehmlich Kirchen»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon