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Kärgling-Pacher 381 Kärgling-Pacher
Bestrebungen förderten. Als Wien von
den Franzosen beseht war, wurde K. viel
gesucht, weil seine Portrate sehr gefielen
und er die französische Sprache gelausig
sprach. Im Jahre 1809 begab er sich
nach Pesth, wohin er, um Jemand zu
portratiren, berufen wurde. Dort fanden
seine Arbeiten ebenfalls großen Beifall
und die Aufträge mehrten sich so sehr,
daß er Pesth zu seinem bleibenden Auf«
enthalte wählte, und daselbst durch
36 Jahre bis an seinen Tod verblieb. K.
malte sowohl in Miniatur, wie große
Bilder in Oel. Glückliches Treffen, Zart-
heit in der Ausführung und frisches
Colorit rühmt man seinen Miniaturen
nach. aber auch seine lebensgroßen, in
Oel ausgeführten Gemälde werden
gelobt. K. hatte sich in Pesth seinen
Hausstand gegründet und seine Kinder,
einen Sohn Franz und eine Tochter
Wilhelmine, selbst in der Kunst unter«
richtet. Doch wendete sich der Sohn
spater der Musik zu und wurde ein treff»
licher Pianospieler. Seine erste Compo«
sition. welche im Drucke erschien, ist „2)6
^aFl'Non. Z'öusls«. Die Tochter aber
erwarb sich in der von ihrem Vater so
erfolgreich geübten Malerkunst einen
ehrenvollen Namen. Der folgende Arti-
kel berichtet Näheres über sie. K. starb
in Folge falscher Behandlung plötzlich im
Alter von 63 Jahren.
Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar,
V. F. Voigt. 8«.) XXIII. Jahrgang (!843),
Theil I, S. 267. Nr. 77.
Kärgling-Pacher, Henriette (Male-
r in, geb. zuPesth um daS Jahr 1833).
Tochter des MalerS Johann Tobias
Kärg l ing j^s.d. Vorigen^ und führt seit
ihrer Verheirathung mit dem Pianisten
Pach er den zusammengesetzten Namen
Kärgl ing.Pacher. Den Unterricht in
der Kunst, für welche sie in erster Jugend eine ausgesprochene Begabung an den
Tag legte, erhielt sie von ihrem Vater, der
selbst ein tüchtiger Künstler war. Nachdem
sie bereits in der Kunst ziemlich vorgerückt
war, wurde ihr durch die Verwendung'
der Frau Erzherzogin Mar iaDorothea
^Bd. VI I , S. 43, Nr. 229) die Erlaub-
niß, in den kaiserlichen Gallerten in Wien
zu arbeiten, welche sie auch mit großem
Erfolge durch längere Zeit benutzte.
Sie arbeitete viele Jahre in Pesth, nach
ihrer Heirath aber in Wien. Sie malt
vorzugsweise Porträte sowohl in Oel wie
in Aquarell und ist sehr gesucht; aber es
finden sich von ihr auch ganz vortreffliche
Blumen» und Fruchtstücke, Genrebilder
u. dgl. m. Von ihren Bildern sind im
(neuen) österreichischen Kunstverein aus»
gestellt gewesen, im Jahre 1851: „Hie
GrllS5mnttrr" (280 fi.); — 1852: „Alnmen
und Frnchtkrllnj mit religiösen Ombltmen"
fl.)' - „Zuckermelllnen"; — „Wll53er-
(beide voll dem Kunstvereine
angekauft um 434 fl. und ersteres ge>
wonnen von FM3. Ritter von HauS»
lab. letzteres von Val. Wiesner in Pil.
lichsdorf); — 1353: „Stillleben" (60 st.);
— „HllnllkiZchc'Mnerin" (l20 fi.),—1854:
„Mädchen mit Kirschen" (180 fl.); — 1855 :
„Ner kleine Veilchcnhnildler" (300 st.); —
„"Trauben nnd Wll55crmrlllne" (160 st.)', —
„Vlmnrn um ein Crnciür" (120 st.); —
„Mürz-Veilchen" (60 fi.). Die „Ungarische
Malei'Revue" schreibt von ihr, daß sie
eine Künstlerin sei, „deren außerordentliche
Kühnheit, eigenthümlicheVollendung und
Originalität den Beschauer ihrer Werke
überrasche"; über ihre Porträte urtheilt
aber der mit dem Herausgeber der
„Maler-Nerme" identische Verfasser von
„Ungarns Männer der Zeit", „daß ihre
Porträts etwas grau im Ton, jedoch
scharf modellirt, sehr gewandt behandelt,
immer sehr ähnlich seien", auch tadelt er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon