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Schullehrer zu GotteSgab und unterrich.
tete seinen Sohn. der Talent für die
Musik zeigte, in derselben. Im Jahre
1841 wurde er in das Prager Conscr.
vatorium aufgenommen und bildete sich
im Spiele des Waldhorns aus. Als er
im Jahre 1319 aus der Anstalt trat,
kam er als erster Hornist zum Theater in
Pcsth, und,von dort 1822 in gleicher
Eigenschaft zum Hof»Operntheater nach
Wien. Von da wurde er 1826 als erster
Hornist bei dem königl. ständischen
Theater in Prag und als Lehrer für
daS Flügelhorn, die Trompete und
Posaune am Conservatormm angestellt,
welche Stelle er noch zur Stunde beklei-
det. K. hat sich durcb manche Verbesse,
rungen an den genannten Instrumenten,
die er mit Meisterschaft spieli, verdient
gemackt. An der
chromatischen
Trompete
beseitigte er die Klappen und ersetzte sie
durch eine Hebelvorricktung, durck welche
die Stimmung des Instrumentes reiner
und seine Behandlung leichter geworden
ist; auch die sogenannte Zugposaune hat
er beseitigt und für dieselbe eine andere
Vorrichtung erfunden. welche die Erler»
nung ihres Spiels erleichtert und ver«
kürzt.
Ambros (August Wilhelm Di'.). Das Conser»
vatorium in Prag. Eine Denkschrift (Prag
i858. G. Haase Söhne. 3°.) S. 77 und l45
^nennt ihn auf erstgenannter Seite Johann
K. und gibt Graslitz als seinen Geburtsort
an; auf letzterer Seite aber Josephs. —
Schil l ing (G. Oi-.), Das musikalische Eu»
ropa (Speyer 1842. F. C. Neidhard. gr. 8°)
S. ls0. — Gaßner (F. S. Dr.). Uni.
versal'Lerikon der Tonkunst. Neue Handaus-
gabe in einem Bande (Stuttgart 1349, Franz
Köhler. Zer. s°.) S. 47<. — Universal«
Lerikon der Tonkunst. Angefangen von
Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von
Ed. Bern 6dorf (Dresden l356.R. Schäfer,
gr. so.) Yd. I I , S. 535. — Dlabacz in
seinem „Künstler-Lexikon für Boomen" gedenkt
eines Phil ipp Kai l (geb. zu Chisch in Böh' men, gest. zu Prag 23. Mai l?4?), der auch
ein tresslicher Musikus und Choralsänger in
der Metropolitankirche in Prag war.
Kaillt, Conrad Valentin Ritter von
(Feldmarschall» Lieutenant und
Ritter des Maria Theresien>Ordens. geb.
zu Offenburg im Breisgau 173t, gest.
in I ta l ien 16. Februar 1801). Der
Sohn eines Bäckers, der anfänglich in
französische Kriegsdienste trat, in densel«
ben den 7jährigen Krieg mitmachte,
darauf aber in österreichische Dienste
übertrat. Zuerst Major im Infanterie«
Regimente Plunkett Nr. 41. wurde er im
November 1783 Oberst. Zur Zeit des
Aufruhrs in den Niederlanden deckte er
mit seinem Regimente die Festung Lurem»
bürg und vereitelte 1789 die Anschläge
der Malcontenten auf diesen Platz. Auch
im folgenden Jahre focht er mit Bravour
gegen die Rebellen. Im ersten Feldzuge
gegen die Franzosen 1792 nahm er am
13. Mai die mit Wall und doppelten
Graben geschützte und von 70Q Mann
vertheidigte Stadt Orchies mit nur
4 Compagnien im Sturme. Als am
7. September d. I . der Feind das ver»
schanzte Lager bei Maulde verließ, ver»
folgte ihn K., holte ihn bei Montagne
ein, stellte ihn bei Chateau d'Abaye
und brackte ihm eine starke Niederlage
bei; auch hatte er den Feind in seiner
Gegenwehr so gelahmt, daß K. Tags
darauf sich der Stadt St. Amand sammt
allen dort befindlichen großen Vorräthen
bemächtigte. Für diese Waffenthat wurde
K. außer Capitel in der 24. Promotion
(vom 19. November 1792) mit dem
Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens
ausgezeichnet. Im Jahre 1793 ward K.
mit einem Theile seines Regiments bei der
Belagerungstruppe vor Mainz eingetheilt
und that sich bei der Erstürmung der
Weißenburger Linien, 27. auf den
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon