Seite - 373 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10
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Kaiser 373 Kaiser
Aristokratie liege der Hort des Conser»
vatismus, das freie Bauern« und Bürger»
thum aber seien die Grundsaulen, auf
welche sich in allen Königreichen und
Ländern das freie große Osterreich stützen
müsse. I n der 436. Sitzung (vomlä.Sep«
tember) sprach er wieder als Berichter«
statter über die Regierungsvorlage, betref»
fend die Einführung eines Handelsge.
sehbucheü, und vertheidigte wahrend der
ganzen Debatte Paragraph für Para»
graph die Anträge des Majoritätsaus,
schuffes. Als Redner behauptet K. stets
die Ruhe selbst dann, wenn er dem Geg«
ner starke Wahrheiten zu sagen genöthigt
ist. Er spricht nicht glanzend, aber über»
zeugend, hält immer die praktischen Ge-
fichtSpuncte fest im Auge, und zahlt zu
den Kapacitäten der großssterreichischen
Partei.
Der Neichsrath. Biographische Skizzen der
MitgliederoesHerren» und Abgeordnetenhauses
des österreichischen Neichsrcithes (Wien 1861,
8«.) Heft I, S. 42. ^Dahier heißt es: Kaiser
„absolvirtc die Studien 1832", also hätte er
sie, da er 185! Notar geworden, um 1 Jahr
spater absoloirt. als er Notar geworden. Das
wird wohl ein Druckfehler sein; welche Zahl
aber dem Jahre 1852 substituirt werden muß.
kann ich nicht bestimmen.) — Stenogra»
phische Protokol le des Hauses der Abge<
ordneten des Reichöratheö (Wien 1862. k. k.
Hof« und Staatsdruckerei, 40.) S. 24 spricht
über die Bildung der Abtheilungen); S. 143,
167, 179, 181. 191. 193, 202, 204. 1!31,
1141, 1l43 ^alS Berichterstatter in der Debatte
über dieImmunität der Mitglieder des Reichs-
ratheS und der Landtage); S. 467 j^in der De«
batte über die Geschäftsordnung); S. 588,
590. 720 Wer die Lehenallodialisiruna);
S. 826, 877. 913. 947, 4341 ^über das Aus«
gleichsverfahren); S. 1203, 1424, 1428, 1433.
1865 ftber das Gemeindcgcsch); S. 1646,
2362 ftber die Gewerbegenossenschaften);
S. 2430 ftber. die ohne Zustimmung des
Neichsrathes ergriffenen Finanzmaßregeln^;
S. 2539 , 2540 ftber die Besteuerung des
Weiw, Most« und Fleischverbrauchs); S, 2336
ftber die Zuständigkeit der Gerichte bei Ueber«
trctungen); S. 2826, 2843. 2844 Wer die politische Verwaltung); S. 3324 ftbcr das
Bergwesen); S. 3856. 3863,3869, 3877.3880,
3883, 3889—3892. 3895, 3897, 3901—3906,
3912, 3913, 3917. 39!8, 3921, 3923—3930
l^ als Berichterstatter über das Handelsgesetz);
S. 4064 ftber das Finanzgeseß für 1862);
S. 4494. 4316, 4576. 4378 ftber das Ge»
bührengesetz).
Außer den bisher angeführten Personen des
NamenS Kaiser sind noch bemerkenswerth:
1. A. Kaiser. Mit dieser Chiffre erscheint ein
Zcitgrnoß und ein geschickter Lithograph in
Wien, der mehrere hübsche Blätter nach Gau»
ermann u. A. und Ansichten nach Chapuy
(meist für Paterno's Kunstverlag) lithographirt
hat, z. B. „Die Mittagsruhe" nach Gau er»
mann, „Der Gewitterabend", „Heimkehrende
Postillons nach dem Regen", beide nach
Raffal t . Ansichten von Wien nach Chapuy,
als: „Der Michaelerplah". „Der Graben",
„Die Freiung", „DerHof", „Der neue Markt",
alle in Halbfolio. Ansichten der Städte: „Linz",
„Brunn", „Salzburg", „Innsbruck" und viele
andere. Obiger Künstler ist wohl ein und
dieselbe Person mit dem Maler Alexander
Baiser, der un österreichischen Kunstvereine
in der Decemberausstellung des Jahres 1860
(Nr. ?5) das schöne Aquarelldild „Der Brun.
ncn auf dem Neumarkte zu Wien" (Preis
120 fl. ö. W.) ausgestellt hat. ^Verschiedene
Kunstcataloge. — Paterno's Verlagscata,
log.) — 2. Cornelius Kaiser (geb. zu
Kuttcnplan in Böhmen §5. Jänner 1738, gest.
zu Tcpl 18. August 1802). Capitular des Prä<
monstratensl'rstiftes Tcpl in Böhmen; ansang«
lich versah er im Stifte das Amt eines SecretärS
und lchrtc zugleich die Philosophie, später kam
er nach Prag, wo er in dem sogenannten
stuclio Ftiueraii der Prämonstratenser und
(Zisterzienser das Kirchenrecht vortrug. Zuletzt
war er Pfarrer in der Stadt Tcpl, und wurde
zu seiner Zeit die Pfarre zur Dechantei erhoben.
K. war Tonkünstlcr und Gelehrter und im
Drucke erschien von ihm die Schrift: „vs
prHLrogKtivil; oell108iö,o 1^2302212" (Prag
1781, Rosenmüller, 8«.). ^Annalen der
österreichischen Literatur (Wien. Anwn Doll,
40.) Jahrg. 13U2 . Intclligenzblatt für den
Monat November (Nr. 12) , Sp. 92.) —
3. Eduard Kaiser, Zcitgenoß, Lithograph
und Porträtzeichncr und vielleicht nach Kr ie»
hub er der gesuchteste seines Faches. Er ist
auch ein trefflicher Miniaturmaler, wie dieß
mehrere seiner Miniaturen beweisen, welche in
den Ausstellungen des österreichischen Kunst»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon