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Aäkonyi 376 Aä.K.0!!l)i
Juni 1798 kam er als Rittmeister in das
neu errichtete 8. Huszaren-Regiment,
jetzt für immerwährendeZeiten R a detzky
HuSzaren. Den Feldzug deS Jahres
1799 machte das Regiment in Italien
mit. Dort bewährte er seinen alten Ruf.
Der Feldmarschall.Zieutenant Friedrich
Franz Xaver Prinz von Hohenzol'
lern M . IX, S. 2 l ^ hatte sich im
November g. I . an der Bormida bei
Alessandria festgesetzt. Bei den verschie«
denen Bewegungen, welche Statt hatten,
erhielt Rittmeister Kakonyi den Befehl,
mit einem Flügel HuSzaren und 80 Mann
Infanterie in das Thal der Lemma vor»
zudringen und die Anhöhen von Franca»
Villa und von da weiter bis Pasturana
zu besetzen. Käkonyi entledigte sich des
Auftrages mit aller Präcision. I m Jahre
1803, als unsere Armee nach der Schlacht
von Caldiero den Rückzug antrat, befand
sich K. bei der Nachhut, und versah, als
sich daS Heer am 11. November hinter
Codroipo aufstellte, die Vorposten. Der
siegreich vordringende Feind hatte die
Absickt unsere bereits im Gefechte begrif«
fenen Truppen zu überftügeln. Käkonyi
vereitelte diese Absicht. Mit seiner Mann-
schaft, nachdem er die sonst nöthigen
Vorsichtsmaßregeln durch Aufstellung ein-
zelner PiketS an wichtigen Puncten
getroffen, griff er die einzeln vordrin«
genden feindlichen Abtheilungen an. Der
Kampf schlug zu seinen Gunsten auS, der
Feind wurde geworfen und mußte seine
Absicht einer Ueberflügelung aufgeben.
Die Armee setzte indessen ihren Rückzug
fort und kam am 13. November über
Palmanuova und Gonarso gegen Cor«
mons. Käkonyi stand in Gonarso. Plötz»
lich wurde der Corporal H orky, der
auf dem äußersten Posten stand, von dem
Vortrabe der feindlichen Reiterei, die
800 Mann stark war, angegriffen. Horky hielt muthig Stand und den
Feind im Vordringen so lange zurück, bis
Käkonyi seine Schwadron, die 63 Mann
zahlte, gesammelt und zum Kampfe auf
Leben und Tod in begeisterter Rede
angefeuert hatte. I n 4 Zügen zu 16 Mann
stellte er seine Leute auf der Straße
schachbrettförmig auf, den Kampf mit
dem 13mal überlegenen Gegner ent>
schloffen aufnehmend. Der feindliche Ge«
neral Mer l in ließ nun seine Cavallerie»
maffe vorrücken. Käkonyi führte selbst
jede seiner 4 Abtheilungen einzeln in's
Gefecht und so oft eine vor dem überle«
genen Gegner weichen mußte, erneuerte
er mit der nächstfolgenden den Angriff,
so hatte er 11 mal den Feind angefallen
und endlich war es dem Rittmeister
Püspoky gelungen, mit seinem Flügel
die feindliche Maffe zu durchbrechen. Die
Vordersten wurden von den HuSzaren
von den Pferden gehauen, die Nachfol.
genden wollten umkehren, waS ihnen
aber, da General Mer l i n die Hintersten
zum Kampfe anzutreiben versuchte, nicht
gelang. Schreck und Verwirrung bemäch'
tigen sich der feindlichen, in einen Knäuel
zusammengetriebenen Reiter. WaS sichrer«
ten konnte, rettete sich. Diesen Augenblick
benutzten Kakonyi's Huszaren und hiel«
ten eine blutige Ernte. Die französischen
Reiter sprangen von den Pferden und
suchten Rettung in den längs der Chaussee
laufenden Gräben. I n wenigen Augen«
blicken war der Boden weit und breit
mit Todten und Verwundeten bedeckt;
9 Officiere, 33 Mann und 300 Pferde
sielen als Gefangene und Beute in die
Hände der Unseren, welche bei CormonS
zum Regimente stießen. Käkonyi erhielt
für diese herrliche Waffenthat in der
7l . Promotion (April 1806) das Ritter-
kreuz des Maria Theresien«Ordens, außer<
dem 1 Wachtmeister und Gemeiner die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon