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Aalchbcrg 379 Külchberg
17. Jahrhunderts) Burserus und der
in Host's „Synopsis" öfter erwähnte
Piarift Liborius Mi l le r in Weitra
botanisirt zu haben scheinen und der
ungeachtet seiner eigenthümlichen, von
den drei anderen Kreisen sehr abweichen»
den Vegetationsverhältniffe und der von
Lorenz. Fenzl, Welwitsch, A.
Pokorny, Or tmann, Zelenka und
A. Kerner in den Jahren 1830^-1832
unternommenen botanischen Ausflüge
noch immer der unbekannteste Theil Nie«
derösterreichs ist". Von Kalbrunner
sind in einigen Fachblättern botanische
Aufsatze im Drucke erschienen, und zwar
in den Verhandlungen des zoolo«
gisch.botanischen Vereins: „Ueber
die blutähnliche Färbung mehlhaltiger
Speisen" (Bd. I I ^183^. Sitzungsbe-
richte S. 113);— «Ueber die bei 3an-
genlois gefundene Oliimo^Iiil
lata" ^ebd. S. 14)' - „Ueber
oduL IiZU3tioi) einen dem Weinstocke
schädlichen Käfer" Md. H l ^18341.
Sitzungsberichte S. 134); — „Beitrag
zur Flora des V. U. M. B." (Bd. V
^833). Sitzungsberichte S. 130, Ab-
Handlungen S. 688). Wie Neil reich am
bez. Orte meldet, arbeitet K. an einer
Flora der ehemaligen Bezirkshauptmann-
schaft Krems.
Verhandlungen des zoologisch'botanischen
Vereins in Wien. Vd. V (1833). Adhandlun«
gen S. 63. im Aufsahe von August Nril«
reich: „Geschichte der Vowuik in Nieder«
Österreich".
Kalchlmg, Johann Nitter von (D i ch«
ter und Schriftsteller, geb. zu Pichl
im MürzthaleSteiermarks 13.März 17l).^l.
gest. zu G ratz 3. Februar 1827). Er ist
ein Sohn des wohlhabenden Gutsbesitzers
Joseph Erhard von K. aus dessen
vierten Ehe mit Kathar ina von S u m>
merstorf (gest. 1822). Das in einer der romantischesten und schönsten Gegenden
des herrlichen MürzthaleS gelegene väte»
liche Schloß Pichl. die reizende Umgebung,
bewohnt von den gemüthlichen Nawv
dichtern, welche mit ihrem Hackbrette
aus dem Stegreife dichten und fingen,
dieß Alles regte die Fantaste des Knaben
frühzeitig an, der im Schloße selbst an alten
Geräthschaften und Waffen genug Gele»
genheit fand, sich indiepoetisch-historische
Voi-zeit seines Vaterlandes zu vertiefen.
Den ersten Unterricht im Lesen und Schrei-
ben erhielt er von einer alten Tante, dle
ihn aber mit ihrer Frömmelei quälte;
um Latein zu lernen, wurde er in's
Pfarrhaus nack Hohenwang geschickt,
wo ihn der Pfarrer mißhandelte und ihm
drei schöne Jahre der Kindheit vergällte.
AlS 1779 sein Vater starb, war K.
14 Jahre alt, und nun kam er zur Fort-
seh ung seiner Studien in das k. k. Se«
nünar nach Grah. Die derbe natürliche
Weise d.'s LandjunkerS war nicht nach
dem Sinne seiner Mitschüler, die ihn
verspotteten und sich über ihn luftig
machten. K. wußte für diese uncamerad-
schaftliche Weise Rath, er zog sich zurück
und fand im geistigen Verkehre mit
Lefsing. Klopstock, Uz. Wieland,
Goethe einen mehr als genügenden Er«
satz für das lieblose Benehmen seiner
Collegen. Auch war der geistvolle KaS-
par Royko um jene Zeit noch Director
des (Brccher Seminars; dieser gewann sei«
nen Zögling lieb, verkehrte viel mit ihm,
machte ihn zu seinem Tischgenoffen und
gestattete ihm den unbeschrankten Ge»
brauch seiner Bibliothek. So geschah es
denn, daß K. bald das literarische Ge-
biet betrat. 21 Jahre alt, trat er mit dem
ersten dramatischen Versuche: „Zlgn^ GMn
nun Mbzbnrg. Schauspiel" (Gratz 1786) in
die Oeffentlichkeit. Dem Drama lag eine
wahre, aus den Stubenberg'schen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon