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Kaltenbaeck 407
legte. Ja nach Ridler 's Tode. 1834,
übernahm Kaltenbaeck selbst die Re-
daction des Archivs, und ließ es unter
dem veränderten Titel: „Oesterreichische
Zeitschrift für Geschichts- u. Staatskunde"
in den Jahren 1 835—1837. vom 2. Jahr-
gange an mit der Beilage: „Blätter für
Literatur, Kunst und Kritik", erscheinen.
Er brachte mit der Herausgabe dieses
Blattes merkliche Opfer, aber theils die
damaligen Zeitverhältniffe, welche ernste«
ren Forschungen wenig geneigt sich zeig»
ten, theils der trockene, alles inneren
Lebens ermangelnde Ton des Blattes
kürzten dessen Dauer ab, da K. nicht
länger gewillt war, das Unternehmen
mit eigenen Mitteln zu halten. Im Jahre
1840 nahm er den Antrag, dem Erb»
prinzen des Fürstenhauses Schwarzen»
berg geschichtlichen Unterricht zu erthei»
len, an, und die Jahre 1840—1846,
in welch' letzterem sein Dienst endete,
zählte K. zu seinen freundlichsten Erinne«
rungen. Im Winter in der Residenz, im
Sommer auf einem oder dem andern der
herrlichen Schlösser des Fürsten, glaubte
K. von Neuem den Ruf der Muse zu ver«
nehmen und dichtete zwei vaterländische
Dramen: „Grnst der Gisrrne" und „Fnrdrich
der Schöne", welche wohl auf dem fürst«
lichen Schlosse zu Libiejitz das Licht der
Lampen, aber nie jenes der Oeffentlichkeit
durch den Druck erblickten. Am 9. Jänner
1846 wurde K. zum zweiten Archivar
deS k. k. geheimen Haus», Hof» und
Staatsarchivs ernannt. Er hatte bereits
das 42. Lebensjahr erreicht. Bis dahin
ist der größte Theil seiner Arbeiten in den
drei Jahrgängen seiner Zeitschrift, der
ungleich interessantere, aber in dem von
ihm und Professor Salomon 1840
begründeten National-Kalender„Auftria",
der mit dem Jahre 1839 zum letzten
Male erschient, niedergelegt. Unter dem Titel: „VaterländischeDenkwürdigkeiten"
begann er in diesem Kalender mit dem
Jahre 1842 (also mit dem 3. Jahrgange)
eine Reihe von Mittheilungen und Bei«
trägen zur Cultur« und Sittengeschichte
über Gewerbs- und Industriewesen, daS
Hofleben und die Hofsitte, über das alte
Wien, das religiöse und kirchliche Leben,
den Krieg und das Kriegswesen, von
Sagen und Legenden, Zeitftimmen, von
Biographien besonders interessanter Men«
schen. welche in der That eine wahre
Fundgrube österreichischer Specialge«
schichte bilden und wozu ihm seine über-
aus reiche und namentlich in der Partie
der VionnonZiI. starke
Bibliothek die schätz«
barsten Materialien lieferte. Im Jahr»
gang 1833 erschienen seine letzten, spater
von Schimmer wieder aufgenommenen
Mittheilungen nach dieser Richtung hin.
Kränklichkeit hinderte ihn an der Fort«
setzung derselben. Seine übrigen wissen«
schaftlichen Arbeiten sind die „MarieüMyen
in Oesterreich" (Wien 1846, 8o.). eine
Sammlung der auf die Mutter des
Erlösers bezüglichen, in deutscher Sprache
erschienenen Sagen, als deren Ergänzung
die chronologische Uebersicht der berühm«
testen Wallfahrtsorte und Gnadenbilder
im österreichischen Kaiserstaate anzusehen
ist, welche im vorgenannten Kalender
„Austria" (Jahrgang 1845, S. 149 bis
212; 1646, S. 97—128; 1847, S. 97
bis 112) erschienen ist; auch brachte die
„Austria" von ihm die höchst interes-
santen „Ethnographischen Schilderungen
aus Oesterreich", u.z. „Hochzeitsgebrauche
(1845, S. 213—268-, 1846. S. 433 bis
189); „Leichengebrauche" (1846. S. 189
bis 170) und „Volksfeste" (1847, S.113
bis 132; 1848, S. 401 —il)6); ferner gab
Kaltenbaeck noch heraus: „Nie Fener-
llrdnnng der Stadt Steqer mm 31. Grtuber 1608"
(Wim1842, tz".); — „OeZierreichigche Aechw
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon