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Kaltenbrmmer 410 Aaltenbrunner
Seiten hin immer von Erfolgen beglei
tete Anläuft genommen. So gab er im
Jahre 4843 unter Mitwirkung vater>
ländischer Dichter und Schriftsteller „Za5
Mnm an5 Gber-Gesterreich" (Linz, be
Vinc. Fmk) zum Besten der durch Brand
verunglückten Bewohner von Spital am
Pyhrn und in den Jahren 1844 und
1843 zwei Jahrgänge des von ihm
begründeten „Oberösterreichischen Jahr
buches für Literatur und Landeskunde"
(ebd. und bei demselben) heraus, welches
erst 18d'4 wieder durch den Volkskalender
«Der Oberösterreicher" (ebd.) fortgesetzt
wurde. Nach mehrjähriger Unterbrechung
erschienen wieder seine Dichtungen, und
zwar jene im Dicüccte unter dem Titel:
5<bbbrrenu2i5che Ueber" (Linz 1846, Vinc.
Fink), an welche sich zwei spätere Samm«
lungen, und zwar: „Alm und Äther"
(Wien 1846, Haas) und „Gesterrriäüäche
FMechrn" (Nürnberg 1837. Ebner) als
2. und 3. Band der Dialcctdichtungen
anschließen. In die Zwischenzeit fallt noch
die Aufführung seines Drama's „Tlrike",
welche im October 1843 im k. k. Hof»
burg-Theatcr stattfand, und die Heraus»
gäbe der „Geinmuirlien (ßedichle Matljin3
3e°M Schleilrr'5" (Wien 1846. Karl
Haas), welchen er die Lebensbeschreibung
seines väterlichen Freundes voranschickte.
Nach einem mehrjährigen Schweigen
begann K. im Jahre 1360 im „Volks-
kalender des Vereins zur Verbreitung
von Druckschriften für Volksbildung" die
Veröffentlichung oberösterreichifcher Dorf«
geschichten, denen bald mehrere derselben
im Feuilleton der „Wiener Zeitung"
folgten. Spater erschienen sie gesammelt
unter dem Titel: „Ans dem Grnnngnn. Ober-
iiztlrrrichigche Nllrf-nlld VMzgttchichten" (Wien
1863, Zamarski und Diitmarsch, 8°..
mitIllustr.), die Erzählungen „Die Ahnl
Regina", „Der Lotterie-Spieler" und „Der räthselhafte Schuß" enthaltend,
welche zu dm besten unverdorbenen
Producten dieses durch Hypersentimen-
talität und Unnatur verkrüppelten Zwei»
ges der Dichtung zählen und aus der
vollen Kenntniß des Volkes, dem er selbst
angehört, mit dem er Jahre gelebt, stam»
mend, ein treues und doch poetisches Bild
desselben geben. I n jüngster Zeit erst.
im Winter 1862, kam sein Volködrama:
„Nie drei Ganiltn", auf dem Carl-Theater
in Wien zur Aufführung, fand unge«
theilten Beifall und wurde viele Male
wiederholt. Ein zweites Volksstück: „Nie
beiden VurmnÄer", liegt für die Aufführung
bereit. Druckfertig und der Herausgabe
harren ein vierter Band seiner obderenn»
fischen Gedichte, ein zweiter Band Dorf.
geschichten, ein Band hochdeutscher Ge>
dichte, ein Band geschichtlicher Dramen
und ein Werk: „Ueber die Sprichwörter
und Redensarten nach der alten Volks»
spräche im Lande Oesterreich ob der
Enns". Theils aus früherer Neigung,
hauptsächlich aber angeregt durch die
prachlichen Aufgaben und Leistungen
der großartigen Anstalt, an welcher K.
bedienstet ist, beschäftigte er sich stets
mit Sprachstudien, namentlich über die
alte Volkssprache seines Heimatlandes,
gleichwie über daS Sanskrit, über wel«
ches er in den Jahren 1846 und 1847
die Vorlesungen Bol ler 's an der Wie.
ner Hochschule, hörte. Kaltenbrun«
ner ist zum zweiten Male vermalt.
Seine erste Frau, Paul ineKner , die
geist» und gemüthvolle Schwester des
Zoologen Dr. Rudolph Kner, war
»ereitS im ersten Jahre von K.'s Ueber»
etzung nach Wien gestorben; worauf
K. zur Beruhigung seines, durch diesen
Verlust tief ergriffenen Gemüthes in Ge»
meinschaft mit Otto Prechtler eine
Reise durch ganz Deutschland bis an die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon