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Aamenicky Aamieüski
Klunzinger's lexikalisches Werk: „Die
Künstler aller Zeiten und Völker" und
auch nicht Tschischka in seinem „Kunst
und Alterthum im österreichischen Kaiser
staate". Kamauf lebte in Preßburg und
Ballus gedenkt seiner als eines „glück«
lichen Nachahmers der Natur in stillste»
henden Sachen, als Obst: Fruchtstücken,
besonders Trauben, die auf seinen Gemäl-
den der Natur tauschend nachgemacht
sind", die er aber auch auf den reben
reichen Hügeln der Umgegend von Preß
bürg zu
studiren Gelegenheit genug hatte.
K. malte auch Porträte und war sehr
glücklich im Treffen. So ist z. B. das von
dem berühmten Kupferstecher Haid aus-
geführte Porträt deS Arztes Andreas
Hermann ^Bd. VIII, S. 378) nach
einem Gemälde von Kam auf gearbel
tet. Der tüchtige Porträtmaler Daniel
Schmidely war sein Schüler. Schließ
lich sei hier bemerkt, daß dieses Lexikon
auch schon eines Gam auf, der gleichfalls
in Ungarn (und zwar zu Güns) geboren
war, und als Naturforscher Mehreres
geleistet, im V. Bande, Seite 79, ge«
dacht hat.
Ballus (Paul von), Preßburg und seine Uni'
gebungen (Preßburg 1823, A. Schwaiger und
I. Landes. 3«.) S. l87.
Kamenickl), Franz Alois, stehe:
Wacek, Franz.
KlMl'ellskl, Mathias (Tondichter,
geb. zuOedenburgin Ungarn 13. Oc-
tober 1734, gest. zuWarschau 23. Iän<
ner1821). Von slovakischen Eltern, zeigte
er früh ein großes Talent für die Musik
und da Graf Henkel, der große Beschun«
gen in seinem Geburtsorte besaß, eine
Capelle unterhielt, fand er bald Gelegen-
heit, sein Talent auszubilden. Später
kam er nach Wien, wo er sich weiter in
seiner Kunst vervollkommnete. Längere
Zeit befaßte'er sich nur mit dem Unter« richtertheilen im Pianospiel, und da er
sich als Lehrer einen guten Ruf begründet
hatte, erhielt er einen Antrag nach War»
schau, den er auch annahm. Dort lebte
er auch einzig seinem Berufe. Als aber
im Jahre 1776 der König gleich den
Deutschen, Italienern, Franzosen, die
eine nationale Oper besaßen, auch eine
polnische Oper zu haben wünschte, und
von dem Abbe Bohomolec verlangte,
er mochte eine solche schreiben, dichtete
dieser den Text zu der Oper »UsHsH
«ssosssA'weonib", d. i. Das beglückte Un«
glück, und K. schrieb aus eigenem Antriebe
die Musik dazu. Die Operette kam nun
auck 1778 zur Aufführung und gefiel
sehr; es ist also dieß die erste polnische
Oper und Kamienski demzufolge der
Vater dieser Kunstrichtung in Polen.
Später schrieb er noch mehrere andere
Opern, u. z. „^oscka" oder „n^sHz'a sa-
/ ^ " , d. i. Leiden auf dem Lande (1779);
— ),^ ?-o6?oilcl. sscAsAiva") d. i. Die glück»
liche Einfalt; — „Fa?O ^aH^oc?a?-s^")
Der ländliche Ball; — „Monl'ä«, d. i.
Die Nachtigall — und „F^ach^a sa^aö-
«nona«, d. i.die erleichterte Ueberlieferung-,
auch zu zwei deutschen Opern componirte
er die Musik, u. z. zu „Snltlln Wampnn",
anläßlich welcher man aus K.'S eigenen
Aufzeichnungen erfahrt, daß unter dem
Sultan Wampun der König von Preußen
karikirt war; die zweite deutsche Oper
K.'s heißt aber: „Anwa und Antmnette".
Noch schriev K. mehrere Messen, Offer«
torien, Polonaisen und zurEinweihungS«
feier der Reiterstatue des Königs Jo-
hann III. Sobieski im Jahre 1792
eine Cantate, die öfters aufgeführt
wurde und wofür ihn und seinen Sohn,
der das Titelblatt des Widmungseiem-
plars geschrieben, der König Stanis«
laus August fürstlich belohnte. Ka«
mieiis ki, der in Warschau seine zweite
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon