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K«minski 419
oz's") d. i. Herr Peter aus Pod>
lachien. Ein Faschingsftück (Lemberg
4848, mit Illustrationen), ein Gedicht;
") d. i. Die Seele betrachtet
als Gedanke. Wort und Zeichen. Eine
psychologisch«etymologische Untersuchung
(ebd. 4831). Von den in Zeitschriften
und Jahrbüchern zerstreut gedruckten be>
deutenderen Abhandlungen sind anzu
führen im „ Hallos anin", Bd. I : ^^^
^62^ NH82 HkLt ÜI020ÜC2N)?'?" d. l. Ist
der Geist unserer (der polnischen) Sprache
philosophisch? — im Bde. I I : „'W^ää
K1oL0Ü02N080i N2.826S0 ^27-^2") d. i.
Philosophische Ausführung unserer Spra«
che, und ^N^sli 0 uniniot^vio äramatiQ^-
n^m"^ d. i. Gedanken über die Schau-
spielkunde (unter diesem uumiotno ver«
stand K. die Gesammtwiffenschaft der
Dramatik, also etwa das, was wir unter
Dramaturgie verstehen). Ueberdieß redi»
girte K. vom Jahre 1827 bis 1834 die
Lemberger polnische Zeitung (6226t2.
Inonska) mit der Unterhaltungsbeilage
die MiScellen (Ko2ui2it0Loi). Ungleich
größer aber ist die Zahl seiner unge«
druckten, meist dramatischen Arbeiten,
theils Originalien, theils Uebersetzungen,
welche in der That den Wunsch nach
einer gut redigirten AuSgabe seiner
Werke (natürlich mit Ausschluß aller jener
für die Bedürfnisse seiner Bühne bear-
betteten Stücke, bei welchen der Werth
einer geistvollen Uebersetzung wegfallt)
rege machen. Von seinen ungedruckten
Werken sind anzuführen die Original-
stücke: „KölHokta 02^31820^2.", d. i. Der
Zinsadel; — „2är^oa kraHu", d. i. Der
Landesverräther; — „8i52.irQi6r23.nki",
' d. i. Die Mädchen von Skalmierz; — d. i. Krähwinkelei und der Fortschritt der
Zeit; — „Xos^nisr", d. i. Der Sen«
senmann; — „i'^aräo^vL^i na Tr26-
mionicacili«, d. i. Twardowski auf Krze»
mionka; — „I^iZtoxaä", d. i. Der No>
vember; — „N2,M2.ma.o^ 112. H1cr2.ini6",
d. i. Die Hajdamaken in der Ukraine; von
seinen durch ihre Schönheit und Sorgfalt
hervorragenden Uebersehungen, die Dra>
men Schiller's; darunter außer dem
erwähnten Wallenstein: „Don Carlos",
wovon mehrere Fragmente auch gedruckt
erschienen sind; „Die Jungfrau von Or«
leans". „DieRauber", „MariaStuart";
die Dramen Shakespeare's: „König
Lear", „Coriolan" und „Hamlet"; aus
dem Spanischen von Moreto: „Donna
Diana", von Calderon: „Das laute
Geheimniß"; aus dem Deutschen von
Hebbel: „Judith", von Deinhard«
stein: „Garrik in Bristol"; auS dem
Französischen aber größere und kleinere,
weit über ein halbes Hundert. Wenn wir
das Vorstehende zusammenfassen, so
muß eine solche vielseitige Thätigkeit
unser Staunen erregen und dieß um so
mehr, als dieß Alles ein Privatmann
that, ohne von Jemand unterstützt zu
sein, ja der vielmehr durch Sorgen,
Kümmernisse und Wiederwärtigkeiten
aller Art gedrückt und gestört und nur
durch Energie, Ausdauer, eisernen Fleiß
geleitet und durch das edle Selbstver»
trauen wahren Talentes und sittlicher
Gediegenheit geistig gefördert und be«
lohnt war. — Von seinen Kindern wid-
mete sich der jüngste Sohn, Meczystaw^
der Kunst und zwar dem Gesänge. Er
erhielt den Unterricht von Nowakowski,
einem der trefflichsten Mitglieder deS Lem»
berger polnischen Theaters. Im Jahre
1836 sang M. auf seiner Reise nach
Wien, wo er sich weiter auszubilden
m Sinne hatte, in einem Concert in
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon