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Kampf 428 Kampmiller
und die am FuĂźe der Karpaten liegende
ungarische Slovakei als ein Sprachge-
biet und dessen Bewohner als einen
Volksstamm, den sie öechoslaven
nennen, betrachten. Zur Festigung dieser
selbst unter den oechischen Nationalen
nicht allgemein angenommenen Idee ist
K. schriftstellerisch thatig und bearbeitet in
dieser Richtung vornehmlich die für der»
gleichenEindrĂĽcke und Ideen ungleich mehr
als die Erwachsenen empfängliche Jugend.
d. i. Geschichte der öechischen Literatur (Prag
1849, F. liiwnac. 4<>.) Zweite von I . I . T o<
mek durchgesehene Auflage, S. 366, Nr. 6;
S. 369. Nr. 6l; S. 371. Nr. 9!^ und d;
S. 390. Nr. 483; S. 459, Nr. 12U4; S. 367
unter littera. I; S. 44l, 3lr. 1008, litt. k;
S. 430, Nr. 1084, litt. l; S. 434, Nr. 1140,
litt. o; S. 446, Nr. 1067, litt. i; S. 464,
Nr. l140, litt. 1; S. 677.
Kampf, Karl (Volkssänger in
Wien). Zeitgenoß. Unter dm volksthüm«
lichen Persönlichkeiten, welche nach dem
in den weitesten Kreisen bekannten
Moser, sich in Wien einen Namen ge>
macht und namentlich in der Periode von
1830—4860 viel genannt wurden, ist
Kampf ein bedeutenderer. Mit einem
trefflichen Darstellertalent begabt und
reich an echtem Volkshumor, findet er mit
seinen Genossen Bischof und Kwapill
immer ein reiches und dankbares Publi-
kum. Die Scenen, welche Kampf auf-
fĂĽhrt, schreibt er fast durchgehends selbst.
Mehrere seiner Gesangspiecen machen
die Runde im Volke, leben in dessen
Munde und sind hie und da gedruckt.
Von diesen nennen wir: „'s Hcandl am
Nach"; — „H Mutter hllts gnat"; — „'5
(lonllte im Himmel"', — „Ueber ims Weben nntl
Fen Glld des Ach Herr Jegrrle". Von seinen
Scenen aber sind erwähnenswerth die
folgenden: „Nie OeöchiittöllbliiSnng dnrch den
rügn"', — „Nie VMgeher beim <5rei32- ler" ; — „Dir GonuerIatilin limn
ner" und „Nie drei HnndmerkZburschen", in
welch' letzterem er selbst einen heimtĂĽcki.
schen, maßlos dummen Böhmen mit
wahrer Virtuosität spielt. I n Kampf's
Scenen herrscht derber, ungezwungener,
meist harmloser Humor und eben die
Harmlosigkeit dieses letzteren unterscheidet
ihn wesentlich von M oser.
Telegraf (Wiener polit. Blatt. Fol.) 1837,
Nr. 20: „Der Volkssänger Karl Kampf und
seine Gesellschaft" ^mit seinem Porträt und
jenen seiner Mitspieler, Bischof und Kwa»
p i l l , im Holzschnitts.
Kampmiller, Iguaz (gelehrter I esuit.
geb. zu Wien 21. Juli 4693, gest.
ebenda 30. März 1777). Trat im Jahre
1709, 16 Jahre alt. in den Orden der
Gesellschaft Jesu, in welchem er nach
abgelegtem GelĂĽbde zu Wien und Grah
das Lehramt versah, in ersterer Stadt
auch zwei Jahre Novizenmeister war. Im
Jahre 1736 an den kaiserlichen Hof
berufen, war er daselbst anfanglich
Beichtvater, spater Lehrer der Erzherzo«
ginen Maria Theresia und Maria
Anna. Als Maria Theresia den
Kaiserthron bestieg, behielt sie K. bis an
seinen Tod als ihren Gewiffensrath bei.
Kampmiller gab heraus:
1727, 16".); — „
1730, 80.); — ^
6a? anno
1729) 80.). AuĂźerdem gab er in deutscher
Sprache mehrere AndachtsbĂĽcher und
Katechismen heraus. Nach Aufhebung
seines Ordens zog er sich in's Barnabi'
tenkloster zurĂĽck, in welchem er im hohen
Alter von 87 Jahren starb.
^.ustriaeas sooistatis ^ssu (Visunas tsoö,
I.SX. 8».) F. 166.
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Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon