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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10
Seite - 431 -
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Kandier 431 Aandler Leitung die Mosaikbilder der Domkirche St. Veit restaurirt und die zerstörten Stellen 2.1 lr68oo von Kandler und Lhota ergänzt. Als in den neu herge stellten Stations-Capellen am Laurenzer Berge zu Prag die großartigen Füh rich'schen Kreuzwegcartons durch aus München berufene Maler hergestellt wur den und der Sinn für Freskomalerei in Prag wieder lebendig wurde, galt es tüchtige Künstler in diesem Kunstzweige, welcher daselbst seit Iahrzehnden nicht ge> pflegt worden, ausbilden zu laffen. Wie» der wurde Kandler als der geeignetste ausgewählt, und nachdem er mehrere Monate den Unterricht genoffen, ihm die Ausführung der Frescobilder in der St. Raphaelscapelle der von P. A. Klar gegründeten Versorgungs» und Beschäf- tigungsanftalt für erwachsene Blinde anvertraut. Zwei Jahre hatte K. daran gearbeitet. Nun bewarb er sich um die KlarMe, Künstlerstiftung, mußte aber dießmal einem anderen Bewerber, dem als Bildhauer spater so tüchtigen Emanuel Max weichen. Mittlerweile traten nach Ka dliks (1840) erfolgtem Tode nicht geringe Veränderungen an der Prager Akademie ein. Rüben aus Trier wurde als Leiter der Anstalt berufen und ein regeres künstlerisches Treiben begann, dem sich auch K. anschloß. Wieder bewarb er sich um die zum zweiten Male erledigt gewordene Klar'sche Künstlerstiftung und war dießmal so glücklich, sie zu er» halten. Familienrücksichten zwangen ihn zwar, die Römerfahrt noch zu verschieben, endlich aber, nachdem die häuslichen An« gelegenheiten geordnet waren, trat er im August 1843 seine Reise an. Nach einem kurzen Aufenthalte in Wien begab er sich nach Venedig und lernte dort den geist. vollen Düsseldorfer Scheu ren kennen. Nach längerem Aufenthalte in der alten Dogenstadt ging K. über Padua, Bo» logna, Florenz, auf der Reise verschie« dene Künftlerbekanntfchaften, darunter mit Stoh l aus Wien, dem Schweizer Daver io, dem Architekten Krüger aus Dresden, dem Landschafter Herr« mann und dem Historienmaler Schubak auS Altona anknüpfend, nach Rom, wo er am 30. September einfuhr. Architekt Stäche und der kais. Pensionär Karl Mayer kamen dem Fremdlinge liebevoll entgegen und nun begann ein Studiren und Schaffen, welches nur zeitweise durch die düsteren politischen Begebenheiten unterbrochen wurde. Daß sich die edle und empfängliche Künstlerseele deS stre« benden Jünglings bald mit verwandten Naturen befreundete, versteht sich von selbst, aber auch die hervorragenden Meister, wieOverbeck, der Altmeister der deutschen Maler, der geniale Bildhauer Achter mann. der gemüthvolle Tiroler Flatz M . IV, S. 264), die Land- schafter Ahlborn und der gemüthliche bayerische Künstler Martin Wagner nahmen ihn auf das Freundlichste auf und förderten ihn nicht wenig in seiner künstlerischen Entwickelung. Der kais. Botschafter Graf von Lützow empfing den jungen Künstler auf das Liebevollste und sicherte ihm kostenfreies Studium und Logis im Gesandtschafts Hotel. Durch den Düsseldorfer Künstler Kupferstecher Professor Keller wurde K. mit Emil Braun, dem zu früh (1836) verstorbe» nen Secretär des königl. preuß. archäo- logischen Institutes bekannt, welcher K. vielfach künstlerische Aufträge ertheilte. Um das jüngste Gericht von Michael Angelo für den Stich zu zeichnen, begab sich K. nach Neapel, wo er ein Bild Venufti 's in der Bourbonischen Gallerie vorfand, welches ihm zu seiner Arbeit unentbehrlich war. So arbeitete
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Band 10
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Jablonowski-Karolina
Band
10
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
524
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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