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Kandier 433 Aandler
Kand ler's aus Rom aus den Jahren
1844—1830, reich an Personalien und
historischen höchst interessanten Details".
K. zählt zu den bedeutendsten Künstlern
seines Vaterlandes, sein Hauptziel ist
zwar die kirchliche Kunst, aber er verab'
säumt darüber weder die Profangeschichts»
maleret noch das Genre; selbst die 3and>
schaft und Architektur pflegt er, wie seine
Mappe den besten Beweis gibt, mit
Geschmack und Geist. Er ist einer der
wenigen Künstler, welche die verschiede»
nen Arten, als in Aquarell und Gouache,
in Fresco und in Oel, mit gleicher
Vollkommenheit üben. Seine Compo»
sitionen verrathen den denkenden, gebil»
deten, kenntniĂźreichen KĂĽnstler; den Stoff,
den er einmal gewählt, durchstudirt er
und erst wenn er sich mit ihm geistig
verwachsen, beginnt er die Umrisse des
Bildes zu zeichnen. Seine Zeichnung, sein
Colorit und seine Composition sind rreff.
liche Belege, daĂź er
sich Jahre lang an den
groĂźen Mustern der Kunst in ihrer Heimat
mit FleiĂź und Beharrlichkeit gebildet.
I. Kandler's Wclgeniäldc, Frescol'ildcr^ Cnt-
würfe, Cartons n. dgl. m. Von 1834—1837.
„Loth's Flucht aus Sodoma". — „Die Pre.
digt des h. Prokop", fĂĽr die Kirche des Dorfes
Kozel. — „Die h. Familie", mit fast lebens»
großen Figuren. — „Auffindung des h. Ivan
durch den böhmischen Herzog Udalrich". —
„Gott Vater im Momente der Schöpfung de5
Lichts von Engoln umgeben". Kuppelbild in
Frcsco. — „Christus nebst einigen Heiligen".
Hauptbild n.l lro^co auf Goldgrund in der
Chornische. — „Die drei Evangelisten Juras,
Marcus und Johannes" (der vierte: ,,Mat«
thäus, ist von L h ota). — „Die vier Engel,
die Elemente im Dienste der Kirche symboli-
sirend". Diese sämmtlich in, Frcsco, in der
St. RaohaclscaveUe der Klar'schen Versoo
guugs' und Vcschäftigungsanstalt für erwach»
sene Blinde in Prag. — „Herzog Spitignew
hält uor dem Stadtthore Prags Gericht", an»
gekauft von d.em Grafen Desfours«Wall<
see. — „Vier Darstellungen aus dem Leben
Jesu". Skizzen (1840 in Rom). — „Der
v. Würzbach, biogr. Lcrikon. X. s^Ged Drachentödter St. Georg", in Zwei verschieden
gehaltenen Auffassungen (1840 ebd.). — „Das
jĂĽngste Gericht", Copie nach Michael Angelo
(Neapel 1844). — „Die h. Katharina von
Siena". Altarbild fĂĽr die Stadt Neuhaus
, (Rom 13'l4. l848 vollendet). — „Die h. Dr«.
'faltigkeit", Altarbild fĂĽr die Pfarrkirche in
Nadegkau bei Tabor (ebd. 1844. beendet 1847).
— „Der Prophet Ionas hält in Ninive vor
König und Volk die Strafpredigt" (ebd. 1844).
— „Christus in Emaus". gek. von Or. insä.
Hlawa^ek aus Karlsbad. — Die Wand<
«.'artonü: „Die h. Dreifaltigkeit mit Engel»
chören" (im Hinblicke auf die Taufformel:
ich taufe dich im Namen des Vaters, des
Sohnes und drS h. Geistes); unterhalb: ,,Bo«
5iwoj wird von den Slavenaposteln Cyrill
und Methuo getauft"; — „Die Gnadenmut«
ter von den böhmischen Landespatronen und
Engeln umgeben"; unterhalb: „Der Märtyrer»
tod des h Wenzel", in der umschlieĂźenden
Architektur sind die zwölf Apostel als die
Grundpfeiler des Evangeliums in Nischen und
unter den historischen Darstellungen einzelne
Momente aus dem Leben der Landcspatrone
in kleinen Darstellungen angebracht. Diese
zwei groĂźen Wandcartons sind EntwĂĽrfe zu
Freöcobildern.für die Taufcapelle in der Pra-
ger Theinkirche (Nom ls4tt). — „Papst Gre«
gor IX. an der Spitze seiner Cardinäle tritt
(12-iU) den Empörern entgegen und bewältigt
durch seine Erscheinung die aufrĂĽhrerischen
Volksmassm". — „Geburt", „Kreuzigung",
„Auferstehung" und „Himmelfahrt Christi",
sämmtlich in Goldgrund, in Gouache gemalt,
EntwĂĽrfe zu Fresken fĂĽr die Capelle der
Prager BlindewVersorgungsanstalt (ebd. 184Ăś
und 1847). — „Jacob Molai, umgeben von
seinen gefesselten Trdensdigniiaren, vertheidigt
sich vor ocn kön. Nichtern und Cardinälen",
Seitenstück zu Gregor IX. (Nom 1847). —
„Der h. Joseph mit dem Christuskindc", Altar<
bild sür die Kirche zu Kraha», ein Votivbild
des KĂĽnstlers fĂĽr das erlangte Stipendium
(Nom 1847). — „Der h. Ndalbert". für die
Kirche zu Skolsko, im Auftrage der FĂĽrstin
Isabella von Thurn und Taxis (ebd. 1847,
1848 voll.). — „Salomon's Urtheil", Carton
für ein Oelgemälde (ebd. 1848). — „Der h.
Petrus dem Paulus vor Rom begegnend". —
„Baiser Nudolph von Habsburg su seinem
Gnibe nach Speyer reitend". Dieses und das
Vorige Entwürfe zu großen Oelgemälden. —
„Karl IV. von Böhmen entdeckt den nach
ihm benannten Karlsbader Sprudel", in colos<
. 22. Juli 1863.) 28
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon