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Aanitz 436 Kanitz
damals 14 Jahre alt, ein Schüler des als
Maler und Lithographen gleich tüchtigen.
Grimm wurde. K., sich nun ernstlich
für die Kunst bildend, erlernte das Ra>
diren und Zeichnen auf dem Stein.
Grimm's Haus war überdieß der Sam«
melplatz hervorragender Männer der
Wissenschaften und Künste, unter welchen
zwei: der tücbtige Topo- und Echno-
graph Ios. Vinc. Häusler sBd. VII,
S. 183^ und der Archäolog von Kiß
nicht geringen Einfluß auf den strebsamen
Jüngling übten. Für Letzteren zeichnete
und radirte K. schon damals (1843)
einige Blätter zur Illustration einer
seine Sammlung beschreibenden Abhcmd»
lung. Die Neigung für die Illustration,
welche sich bei K. früh aussprach, wurde
von Grimm genährt und durch die An-
schauung der deutschen, französischen und
englischen illustrirten Blätter, welche
Grimm zu halten pflegte, geregelt und
immer vollkommener ausgebildet. I m
Jahre 1847 begab sick K. nach Wien.
wo er seine Studien fortsetzte und in
seinem Streben nach Selbstständigkeit
durch die Zeitereignisse wesentlich unter»
stützt wurde. Das denkwürdige Jahr
1848 kam heran 'und bot dem Lieb«
Haber und Freunde der Illustration mehr
als Einen denkwürdigen Moment, der
durch den Stift gefesselt zu werden ver«
diente. K. setzte sich mit der von I . I .
Weber in Leipzig begründeten „Illu>
ftrirten Zeitung" in Verbindung, welche
durch persönliche Berührung mit dem Her-
ausgeber später nur noch inniger wurde,
und von K. stammen schon damals die
meisten Illustrationen aus Oesterreich,
welche der jetzt bereits vergriffene Jahr-
gang 1848 dieses Blattes brachte. Dar-
auf begab sich K. nach München, wo die
Schatze der dortigen Museen Gegenstand
seiner Studien wurden. Von München laus besuchte er Nürnberg, wo der Alt«
meister der Gothik He idelo ff ihm das
Studium der mittelalterlichen Kunst lieb
machte und welches er als Ehrenmitglied
der Nürnberger Bauhütte verließ. Von
Nürnberg kehrte K. nach Wien zurück,
wo er mit dem zu früh dahingegange«
nen Archäologen Carrara Md. I I ,
S. 291^ sich befreundete und wie in
Nürnberg uon Heide loff, so von ihm
für das Studium der Architektur und
Kunstgeschichte gewonnen wurde, welches
häusige Reisen nach Istrien, Croatien,
Krakau und Norddeutschland läuterten
und vervollkommneten. Im Jahre 1833
übersiedelte K. nach Dresden, wo er in
den dortigen Gallerten seine Kunststudien
fortsetzte. Im Herbste desselben Jahres
besuchte er die Pariser Kunst» und
Industrieausstellung und kehrte 18o6
nach Wien zurück. Im November d. I .
machte er bei Gelegenheit der von I I .
Majestäten durch Oberitalien unternom-
menen Rundreise diese merkwürdige
Fahrt für die Zwecke der illustrirten
Zeitung mit und sind die zahlreichen
und oft großen Illustrationen zu der in
diesem Blatte enthaltenen Beschreibung
dieser Reise sämmtlich Werke seines
Stiftes. Ebenso begab er sich im Jahre
1838 nach Montenegro, als dort die
Kämpfe dieser Bewohner der schwarzen
Berge mit den Türken ausgebrochen
waren und einen sehr ernstlichen Charak«
ter anzunehmen begannen. K. unternahm
die nicht ungefährliche Reise in das In»
nere Montenegro's, lernte die dortigen
Verhältnisse und das Land nach verschie»
denen Richtungen kennen. Längs der
Rjeka bis nach der berühmten Feste
Zabljak am Skutarisee vordringend,
begab er sich nach Cetinje, wo ihn Fürst
Dani lo und die Fürstin Dar inka
wohlwollend aufnahmen, und kehrte über
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon