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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10
Seite - 439 -
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Seite - 439 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10

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Kanne 439 Aanne Unabhängigkeit ihr Dasein in einen be« standigen Kampf mit dem Leben und den Verhältnissen verwickeln und von den Sysyphusqualen eines nicht zu löschenden Durstes zum Trunke getrieben, das. Gott« liche, das sie in sich tragen, theils verlaug« nen, theils, wenn nicht gänzlich vernichten, so doch verwischen und unkenntlich machen. Schon als er den Studien oblag, fand sein Alles umfassender Geist an Nichts ein Genügen und so geschah es, daß er zu Leipzig die Medicin, zu Wit> tenberg die Theologie studirte und end» lich beides aufgab, um sich den ästhetischen Träumereien, mit denen ihn Kunst und Poesie erfüllten, ganz hinzugeben. Ein Jahr lang war er Secretär in Diensten des Herzogs von Anhalt-Dessau gewesen, nunaber trieb erMusikstudien, theils allein, theils unter Leitung desGesangsdirectors Weinle in. Im Jahre 1801 begab er sich nach Leipzig, wo er seine Studien fortsetzte und Unterricht ertheilte; dort blieb er bis 1808, und ist über seinen 7jährigen Aufenthalt in dieser Stadt nichts bekannt, nur scheint e,r schon dort mit seinen ökonomischen Angelegenheiten in solche Verwickelung gerathen zu sein, daß er Leipzig, wie Laun schreibt, ver> lassen mußte; im letztgenannten Jahre übersiedelte er nach Wien, welches seine zweite Heimat wurde und wo er 23 Jahre bis an seinen Tod lebte und ebenso durch seine literarische und künstlerische Thätig« keit als durch seine Sonderlingsnatur sich bekannt gemacht hatte. I n Wien fand er an dem kunstsinnigen Joseph Fürsten von Lobkowih einen Mäcen, der ihm in seinem Hause Aufenthalt und Ver. pflegung gab. Zugleich ertheilte er Un> terricht in der Musik, und war als Schrift« steller vornehmlich als Kritiker thätig. Allmälig aber gab er seinem fast unheim« lichen Freiheits« und Unabhangigkeits- dränge, welchem zu genügen ihm jedoch die Mittel fehlten, so sehr nach, daß er alle Stunden, die er hatte — und er war seiner Gründlichkeit wegen als Musiklehrer gesucht — vernachlässigte und von dem lebte, was eben der Tag brachte, und zuletzt durch das Intelligenzblatt dem Publikum sich als Geburtstags», Hochzeits- und Leichendichter anbot, denn diese schrieb er eben dann, wenn er Laune dazu hatte. Um dieses eigenthümliche Vermeiden der regelmäßigen Uebung einer übernommenen Pflicht ganz zu würdigen, muß man wissen, daß K., als ihm eine Capellmeisterstelle mit 1200 st. Gehalt angetragen wurde, diese ablehnte und lieber von. dern Freunde, der sie ihm anbot, 2 st. auslieh, als jene Stelle annahm. Bei einem reichen Russen, der Unterricht im Pianospiel nehmen wollte und die Stunde mit einem Ducaten zahlte, eingeführt, gab er drei Lectionen, dann blieb er aus. Jede regelmäßige Verpflichtung erschien ihm eine unerträg' liche Last.I.N. V ogl gibt. Vieles Graf. fer nacherzählend, in dem in denQuellm angeführten „Volkskalender" ein treues Bild dieses genialen Sonderlings und berichtet eine Menge Züge aus seinem Leben, welche ihn ganz und treffend charakterisiren. Als Schriftsteller schrieb er Gedickte, Kritiken und Dramen. Selbst- ständig sind erschienen: „Miranda oder das Zchmert der Kache. Heroische Oper in 3 Ank- ziigrn" (Wien 1811. Wallishauffer, 8".); — „Hllb5bnrg3 (öeist ükcr Men3 Freudenüaln- mrn" (Wien 4815, Gerold, 4".); — „Pak- mann. Gran erspiel, in b Anhiigen. Mit einer Varrrde von IuZ. n. Hammer" (ebd. 1818, WalliShausser, 8".); — „Vier Nächte llüer lmtiZche Gemälde der PlMtlisie" (Leipzig 18l9, Brockhaus, 8".), mit einer Vorrede vonJean Paul : — „Hnawristischeg Paim- rnma uan Wien, ober drr frche ZnZchlwrr an der
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Band 10
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Jablonowski-Karolina
Band
10
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
524
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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