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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10
Seite - 446 -
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Seite - 446 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Band 10

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Kantor 446 Kantor Fahnenträger siel, ergreift er die Fahne, wird im Gedränge auf den Boden gedrückt und ihm die Fahne zu entreißen versucht. Heldenmüthig wehrt er sich mit dem Säbel und als dieser bricht, mit dem Griffe, bis seine Gefährten herbeieilen. Nun übergibt Käntor in Eile die Fahne dem Officier, stürzt aber sogleich auf den feindlichen Fahnenträger los. überwältigt ihn. entreißt ihm die Fahne und bringt, aus mehreren Wunden blutend, die Trophäe seiner Truppe. Der Feind hat ^großen Verlust erlitten, aber auch die Reihen des Regiments, zu dem Kantor gehörte, waren furchtbar gelichtet: 689 Mann lagen todt auf der Wahlstatt., außerdem waren der Oberst, 1 Major, 27Ofsiciere und 906 Mann blessirt. Von der erst completirten Grenadier-Division kam nur Corporal Kantor nur 16 Gre» nadieren lebend zurück, alle übrigen lagen todt oder schwer verwundet auf dem Schlachtfelde. Die Kaiserin MariaThe> resia ernannte den Corporal Kantor zum llnterlieutenant und verlieh ihm aus ihrer Privatschatulle eine lebenslang' liche jährliche Zulage von 200 fi. Kän- t o r aber nahm nichts für sich, er schenkte die eine Hälfte den Eltern, die andere Hälfte seiner Braut und ließ beiden schreiben — denn er hatte, immer im Felde, nicht Zeit gefunden. Lesen und Schreiben zu erlernen — „sein Leben gehöre der Kaiserin, er werde die Armee nicht mehr verlassen, sie mochten seiner gedenken, seine Braut sich mit der reichen Zulage eine ordentliche Wirthschaft kau» feu u:id nicht auf ihn warten, sondern einen Andern ehelichen". Das Regiment wurde nun wieder ergänzt und wohnte schon am 5. September der Berennung von Gabel bei. Gabel ward genommen und die Avnatgardc rückte nack Zi t tau vor, mußte aber umkehren, da cin starkes feindliches Corps heranmarschirte. Beim Abmärsche auS Zittau hatten dieZittauer die unmenschliche Idee. auf das abziehende Regiment zu schießen. Mehrere Mann wurden erschossen, viele verwundet. Da schlug am andern Tage die Stunde der Vergeltung für Zittau. Das Regiment rückte erneuert vor. Zittau, vom Feinde einige Zeit gehalten, wurde doch von den Unseren mit Sturm genommen. Lieute» nant Kantor war an der Spitze der Stürmenden, aber ein Hieb auf den Kopf machte ihn kampfunfähig. Noch an den früheren Wunden leidend, war die neue bei Zittau erhaltene eine sehr schwere, er genas nur sehr langsam, woran die Trauer über die Nachricht, ' daß sein Oberst Dezsö bei Neunkirchen von einer Kanonenkugel getroffen wor» den und einige Tage darnach gestorben sei. wesentlich Schuld trug. Nachdem seine Heilung allmälig bewerkstelligt wurde und er die Zwischenzeit zur Erlernung des Lesens und Schreibens benützt hatte, kam er, zum Regiment eingerückt, als» bald wieder vor den Feind, machte weh« rere Gefechte mit und zeichnete sich in der Schlacht bei Hochkirch, 13. Octo- ber 1738, bei Erstürmung eine Redoute, bei welcher das Regiment 300 Mann verlor, besonders aus. Aber bei Torgau war es wieder, wo sein Name durch die von ihm bewiesene Tapferkeit obenan stand. Das Regiment hatte sich in dieser Schlacht (3. November 1760) lange ge- halten, erst Ziethen mit seinen Husza» ren, die an Zahl den Unsrigen weit über- legen, brachte es zum Weichen. Aber Kantor hielt Stand. „Lieber sich zufam« menhauen lassen, als fliehen", rief er mehreren seiner Leute zu, sammelte sie um sich und focht mit dieser Handvoll Tapferen, bis sie Alle von der vorstür- menden Uebermacht theils zusammenge»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Band 10
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Jablonowski-Karolina
Band
10
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1863
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
524
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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