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Karayan 458 Karayan
erschienen war, ihn zu hindern. Er schlug
die Türken zurück, vollendete die Brücke
bis zum nächsten Morgen, so daß sein
Detachement wie das Armeecorps deS
Generals Grafen Suwarow die Brücke
passiren und sich in Schlachtordnung auf«
stellen konnten. Graf Suwarow erbat
sich eigens den Oberst Karaczay von
dem General der Cavallerie. dem Prinzen
Coburg, und im Schlachtbesehl ordnete
er an: „Wenn der Feind Streifpartien
entsendet, die stärker als 1000 Mann
sind, so wird Oberst Karaczay sie an«
greifen und schlagen". Das Heer, welches
die Schlacht schlagen sollte, war in
3 Colonnen aufgestellt. Die erste bestand
aus der russischen Division und den
Vortrab derselben bildete die Abtheilung
des Obersten Karaczay. welche aus
einem Bataillon Infanterie und vier Esca»
dronen unserer Truppen bestand. Bei
Vada»Turkuluj schlug er Angesichts des
Feindes, der ihn mit einem heftigen Feuer
beschoß, die Schiffbrücke über den Fluß
Puttna. Wo er in der Schlacht erschien,
war Sieg im Gefolge. K. hatte viele
Munition, Waffen, 4 Kanonen und
7 Fahnen erbeutet. Nach der Schlacht
umarmte Suwarow den österreichischen
Helden, laut erklärend, ihm vornehmlich
fei der Sieg zu verdanken. Durch ein
Handschreiben vom 43. August g. I .
verfügte Kaiser Joseph die Ernennung
des Obersten Karaczay zum General»
Major. Auch wurde er Inhaber deS
damaligen 4. Dragoner- (heute 7. Uhla«
nen-) Regiments und erhielt in der
19. Promotion (vom 21. December 1789)
das Ritterkreuz des Maria Theresien»
Ordens. Nach der Schlacht bei Fok>
schan behielt er den Feind fest im Auge,
alle seine Unternehmungen vereitelnd'
auch erfolgte durch sein rasches Erschei»
nen mit einem Bataillon und mehreren Schwadronen Szekler»Huszaren der glück«
liche Ausgang des Gefechtes am 19. Sep«
tember, als General Meszaros von
dem überlegenen Gegner angegriffen und
hart bedrängt wurde. I n der Schlacht
veiMartinestje (22. November) stan«
den 23.000 Mann der Unseren 100.000
Türken gegenüber. General Karaczay
führte die Vorhut der linken Colonne
deS galizischen Armeecorps. Seine Bri«
gade zahlte 2 Bataillone und 8 Schwa«
dronen. Als der linke Flügel von dem
übermächtigen Feiitde heftig angegriffen
wurde, kam ihm K. zu Hilfe und trieb
den Feind in die Flucht. Nun richteten
die Türken auf seine Brigade, die sich am
meisten vorgewagt hatte, denAngriff. Der
Kampf war sehr hartnäckig. Die Infan«
terie hielt muthig Stand. Mit der Reite«
rei aber unternahm K. einen Angriff um
den andern. Zum 7. Male führte er schon
seine Schwadronen gegen den übermäch«
tigen Gegner, der noch immer nicht zum
Weichen zu bringen war, jeht aber durch«
brachen Karaczay's Schwadronen die
Reihen des Feindes, der in wilder Flucht
sein Heil suchte. Die Cavallerie sprengte
in die türkischen Verschanzungen, hieb Alles
nieder und nahm den die Kanonen ver»
ttseidigenden Ianitscharen diese weg. Der
glänzendste Sieg war erfochten und vor«
nehmlich durch K.'S Geistesgegenwart und
herrliche Tapferkeit: überdieß ward der
österreichischen Reiterei der Ruhm, die
berühmte türkische Reiterei überwunden
zuhaben. Karaczay hatte an diesem
Tage außer einer großen Menge an 3e«
bensmitteln, Munition, Waffen u. dgl. m.
28 Kanonen und 21 Fahnen erbeutet.
K. wurde für stine Heldenthat in der
22.Promotion (vom 19.December 1790)
mit dem Commandeurkreuze des Maria
Therefien-Ordens ausgezeichnet. Die Kai»
serin Kathar ina verlieh ihm daS
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon